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Der letzte Juli-Tag war der heißeste

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Perfektes Timing: Just am heißesten Tag des vergangenen Monats, dem 31. Juli, hat Rudi Hochenauer gegen 21 Uhr diesen Sonnenuntergang vom Hohen Peißenberg aus fotografiert. „Da hatte es noch 24,8 Grad“, schreibt er uns. Die Windräder, die rechts im Bild zu sehen sind, stehen nahe Fuchstal.
Perfektes Timing: Just am heißesten Tag des vergangenen Monats, dem 31. Juli, hat Rudi Hochenauer gegen 21 Uhr diesen Sonnenuntergang vom Hohen Peißenberg aus fotografiert. „Da hatte es noch 24,8 Grad“, schreibt er uns. Die Windräder, die rechts im Bild zu sehen sind, stehen nahe Fuchstal. © Rudi Hochenauer

Der Juli zeigte dieses Jahr sein gesamtes Spektrum von hochsommerlich bis kühl, auch unwetterartige Phasen gab es. Das Azorenhoch streckte gelegentlich einen Keil nach Mitteleuropa aus, sparte Norddeutschland dabei oft aus, wo die Tiefdruckausläufer so leichteres Spiel hatten.

Hohenpeißenberg – Die ersten zwei Julitage waren auf dem Hohen Peißenberg sommerlich warm. An beiden Tagen kam es zu Gewittern mit Hagel und kurzzeitigen Starkniederschlägen. Die erste Dekade war sommerlich geprägt und sonnenscheinreich – das Azorenhoch begünstigte den Süden.

Doch während der zweiten Dekade schwächelte der Sommer auch im Alpenvorland. Die Tageshöchsttemperaturen lagen dabei auf dem Hohen Peißenberg an sieben Tagen unter 20 Grad Celsius, davon an zwei Tagen sogar unter 15 Grad. Vom 15. bis 17. Juli kühlte es nach einem Hagelgewitter ab, so dass am 16. nur ein Tagesmaximum von 12,9 Grad Celsius erreicht wurde. Es folgte Dauerregen: Am 15. und 16. Juli fielen 65 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, das heißt 40 Prozent der im gesamten Juli im Durchschnitt zu erwartenden Regenmenge.

Die dritte Dekade war die wärmste, jedoch bis zum 28. Juli mit täglichen Niederschlägen verbunden. An fünf Tagen traten Gewitter auf, davon drei mit Hagelniederschlag. Zum Monatsende setzte sich der Hochdruckeinfluss in ganz Deutschland durch. Es konnte sich eine sehr kurze, aber intensive Hitzewelle aufbauen. Im Südwesten Deutschlands stiegen die Temperaturen bis 38 Grad Celsius. Auf dem Hohen Peißenberg wurde am 31. ein heißer Tag (Maxima über 30 Grad Celsius) nur knapp verfehlt, ebenso mit 19,1 Grad eine Tropennacht (Minima über 20 Grad Celsius).

Insgesamt war der Juli deutschlandweit um einige Zehntelgrade zu kühl, wenn man die 30-jährige Vergleichsperiode von 1981 bis 2010 betrachtet. Nimmt man dagegen die international gültige Referenzperiode von1961 bis 1990, war er um 0,8 Grad zu warm. Auf dem Hohen Peißenberg legen wir die Mittelwerte der 30 Jahre von 1961 bis 1990 zugrunde und können für den Juli festhalten: Er war mit einer Monatsmitteltemperatur von 17,0 Grad Celsius um exakt zwei Grad zu warm. Damit war es nun tatsächlich schon der 14. Monat in Folge, der zu warm ausfiel.

In ganz Bayern dagegen war es durchschnittlich nur um 1,4 Grad zu warm – es war einfach mehr Sommer am Alpenrand, denn die Hitze Südeuropas schwappte zeitweilig über die Alpen, die kühlen westlichen Winde konnten uns nur währen der zweiten Dekade beeinflussen.

So konnten wir auf dem Hohen Peißenberg acht Sommertage (Maxima über 25 Grad Celsius) erreichen. An 20 Tagen war es wärmer als 20 Grad. Das Monatsmaximum wurde am 31. Juli mit 29,1 Grad gemessen. Die tiefste Temperatur betrug am 7. Juli 8,5 Grad.

Die Analyse der Niederschlagsverteilung fällt recht unterschiedlich aus. In großen Teilen Deutschlands war es viel zu trocken, landesweit fielen nur 66 Prozent der langjährig zu erwartenden Menge. Auch Teile Frankens und Sachsens erhielten gebietsweise weniger als zehn Liter pro Quadratmeter Niederschlag.

Ganz anders im Süden. Auf dem Hohen Peißenberg fielen 170 Liter pro Quadratmeter Niederschlag und damit elf Prozent mehr, als langjährig zu erwarten wäre. Messbaren Niederschlag gab es an 15 Tagen, davon an fünf Tagen über zehn Liter pro Quadratmeter, an vier Tagen sogar über 20 Liter. Die höchste Tagessumme deutschlandweit erreichte am 2. Juli Murnau mit 97 Liter pro Quadratmeter. Die Sonne schien 278 Stunden und lag damit 21 Prozent über dem Durchschnitt. An 15 Tagen schien sie länger als zehn Stunden. Die höchste Windspitze betrug am 15. Juli. 61 km/h.

Siegmar Lorenz

Wetterbeobachter Dipl.-Ing.(FA)

im Observatorium auf dem

Hohen Peißenberg

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