So sahen die Pläne im Juli 2013 aus: In einer Montage zeigte „Erdwärme Oberland“ das Ausmaß der Geothermie-Anlage in der Lichtenau auf Wielenbacher Flur.

Doch wieder Geothermie?

Weilheim - Nach jahrelangem Stillstand wird die umstrittene Geothermie in Weilheim wieder Thema, wegen der Fernwärme.

In der Stadtratssitzung am 25. Februar will die Firma „Enel“ ihre Pläne für die Lichtenau vorstellen, da Weilheim an der bei der Stromerzeugung anfallenden Wärme Interesse hat.

Die Stadt Weilheim war auf alles vorbereitet, der Bedarf für Fernwärme wurde ermittelt, ein Versorgungsnetz wurde skizziert, und auch die Kosten dafür wurden hochgerechnet. Doch dann wurde es um das von der Firma „Erdwärme Oberland“ mit viel Tamtam angekündigte - und in der Region auch sehr umstrittene - Geothermie-Projekt im Norden der Stadt immer leiser, am Bohrplatz in der Lichtenau sagen sich seit gut zwei Jahren Fuchs und Hase Gute Nacht.

Nun aber kam wieder Bewegung in das vor einigen Jahren auf 80 Millionen Euro geschätzte Vorhaben. Der Grund: Der italienische Energiekonzern „Enel“ hat die Mehrheitsanteile an der bayerischen Betreibergesellschaft „Erdwärme Oberland“ übernommen (wir berichteten). Und er hat Großes vor: Er will einen Katzensprung hinter der Stadtgrenze Deutschlands größtes Tiefenwärme-Kraftwerk aus dem Boden stampfen. Glaubt man dem „Informationsportal Tiefe Geothermie“, sollen schon in zwei Jahren bis zu 90 000 Haushalte in der Weilheimer Region mit dem Strom aus der Tiefe versorgt werden. Und Weilheim mit Fernwärme?

Wie Stadtwerkechef Peter Müller in der jüngsten Stadtratssitzung sagte, steht dahinter noch ein großes Fragezeichen. Es müssten noch mehrere Bedingungen erfüllt werden, ehe Weilheim Fernwärme aus der Lichtenau beziehen kann: Es muss tatsächlich gebohrt werden, und die Bohrung muss erfolgreich sein, sowohl was die Temperatur angeht als auch die Menge. „Erst dann kann ein Einstieg ins Wärmenetz überlegt werden“, so Müller.

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