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Drohnen und Starflügler starten in Peißenberg-Fendt. Etwa 60 Fachleute aus verschiedenen Ländern sind dort bei einem Klimaforschungsprojekt dabei. 

Internationales Projekt in Peißenberg-Fendt

Mit Drohnen und Laser: Klimaforschung im großen Stil

Drohnen starten, Laserstrahlen werden in den Himmel geschickt: In Peißenberg-Fendt läuft ein internationales Klimaforschungsprojekt.

Seit Anfang Juli steigen regelmäßig, auch manchmal nachts, Kopter (Drohnen) und Starflügler vom Gelände in Peißenberg-Fendt neben dem Segel- und Motor-Flugplatz Paterzell nach oben, werden Laserstrahlen und akustische Signale in den Himmel geschickt. Dort sind derzeit rund 60 Forscher, Ingenieure, Techniker und Studenten von Wissenschaftseinrichtungen und Universitäten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und den USA tätig. Intensiv messen sie über einen Zeitraum von zwei Wochen sowohl am Boden als auch in verschiedenen Höhen die unterschiedlichsten Klimavariablen. Eine wissenschaftliche Zusammenarbeit par excellence, die Aufschlüsse für ein globales Problem, den Klimawandel, geben soll.

„Wir sind von der Purdue-Universität in West Lafayette (Indiana) angereist, weil wir hier eine einmalige Forschungsinfrastruktur vorfinden“, sagt der Mikrometeorologe Professor Richard Grant. An seinem „Octocopter“ hängt ein Messgerät des Max-Planck-Instituts Jena, das Kohlendioxid misst.

Doktorandin Caroline Brosy vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung (IMK-IFU) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in Garmisch-Partenkirchen hat die Verantwortung für gleich zwei Kopter, mit denen sie das Treibhausgas Methan sowie Feuchte und Temperatur erfasst. „Als Ergebnis meines mehrmonatigen Forschungsaufenthaltes an der Princeton-Universität in den USA kann ich jetzt auch Methankonzentrationen bestimmen“, erklärt die 26-jährige Wissenschaftlerin.

Regionale Klimaänderungen durch Untersuchungen von Böden, Wasserhaushalt und Luft zu verstehen und darauf reagieren zu können, so lautet der Forschungsauftrag für die Garmisch-Partenkirchener Wissenschaftler. Dazu wurde vor etwa zehn Jahren ein langfristiges Programm namens „TERENO“ ins Leben gerufen, es wurden die nötigen Gelder bereitgestellt und Standorte im Voralpenland, wie das Ammer- und Rott-Einzugsgebiet, zu dem auch Peißenberg-Fendt gehört, ausgewählt. Hierher haben sie jetzt Wissenschaftler aus der ganzen Welt eingeladen, die das Angebot gern angenommen haben.

Mehr auf Bodenuntersuchungen ist die junge Wissenschaftlerin Claire Brenner von der Uni Wien orientiert, wenn sie ihren Kopter, an dem spezielle Kameras hängen, fliegen lässt. Die Gruppe um den Hydrologen Dr. Benjamin Fersch (ebenfalls IMK-IFU) wird zusätzlich zu vielen anderen aufgebauten Geräten diese Messungen mit einem Ballon, der über dem Boden steht, ergänzen. In oberen Luftschichten messen dagegen die Geografen und Informatiker von der Uni Augsburg mit ihren fünf Starflüglern. „Die Daten stehen allen zur Verfügung und werden gemeinsam mit verschiedenen Methoden und Modellen ausgewertet. Das ist das Spannende daran“, ist der Physiker Professor Klaus Schäfer ebenso wie alle anderen bereits jetzt begeistert.

Margot Schäfer

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