Bauen in Penzberg: Der Bauausschuss berät am Dienstag über „Sozialgerechte Bodennutzung“. foto: schörner

Mit Druck zu mehr Mietwohnungen

Penzberg - In Penzberg werden viele neue Wohnungen gebaut. Aber bezahlbare Objekte sind nur schwer zu finden. Im Rathaus sucht man ein Druckmittel, um das zu ändern.

Der Druck auf den Wohnungsmarkt lässt nicht nach. Im Penzberger Rathaus gibt es nun Überlegungen, Unternehmen dazu zu zwingen, auch Sozialwohnungen und bezahlbare Mietwohnungen zu schaffen - nicht nur Eigentum, das sie teuer verkaufen, wenn sie neue Häuser bauen. Das Werkzeug dazu könnten die Bebauungspläne sein.

„Wir haben die Planungshoheit“, sagt Bürgermeisterin Elke Zehetner. In den Bebauungsplänen könnte die Stadt Penzberg den Bauherrn in Zukunft vorschreiben, dass sie Sozialwohnungen oder Mietwohnungen schaffen und welchen Prozent-Anteil diese bei Neubauprojekten haben müssen. Der Rest der Wohnungen wäre dann zur freien Verfügung des Bauherrn.

Eines will die Bürgermeisterin jedenfalls nicht mehr: Dass die Stadt auf Antrag der Bauherrn alles zu ihren Gunsten macht, wie Zehetner es ausdrückt. Früher habe dieser Druck nicht bestanden. Nun nehme er auf die Kommunen im Münchener Speckgürtel aber immer mehr zu, gerade auf den Industrie- und Gewerbestandort Penzberg.

Welche Spielregeln aufgestellt werden könnten, sollte lüber die Sommermonate innerhalb der Stadtverwaltung überlegt werden. Eine Variante rückt ins Blickfeld. Sie wurde 1994 in München eingeführt: „SoBoN“ - was für „Sozialgerechte Bodennutzung“ steht. Dabei kann eine Kommune wie bei einem städtebaulichen Vertrag von Anfang an sicherstellen, dass ein Investor, der bei einer Baulandausweisung von der Wertsteigerung profitiert, auch eine gewisse Anzahl an Sozialwohnungen baut. Damit befasst sich am Dienstag der Bauausschuss - er berät über die Einführung von „Richtlinien zur sozialgerechten Bodennutzung".

Wolfgang Schörner

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