Ein Mobilfunksendemast
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Nicht jeder ist von der 5G-Technologie begeistert. (Symbolbild)

Einfluss aber stark begrenzt

Eberfing gegen höhere 5G-Sendeleistung

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Was den Mobilfunkausbau anbelangt, hat der Eberfinger Gemeinderat eine klare Forderung an die Betreiber: 4G- und 5G-Netze sollen im Gemeindegebiet lediglich die vorhandenen Frequenzbänder nutzen. Höhere Sendeleistungen werden indes strikt abgelehnt. In Eberfing weiß man aber auch: Der Einfluss ist stark begrenzt.

  • Immer wieder wird das Thema „5G“ diskutiert
  • So auch im Eberfinger Gemeinderat, der eine klare Forderung an die Betreiber hat
  • 4G- und 5G-Netze sollen im Gemeindegebiet die vorhandenen Frequenzbänder nutzen

Eberfing – Die Eberfinger Gemeinderäte trauten ihren Augen nicht, als sie vor kurzem die Heimatzeitung aufschlugen. Der Telekommunikationskonzern Vodafone, so stand dort geschrieben, würde im Gemeindegebiet von Eberfing sein Mobilfunknetz auf 5G-Standard aufrüsten. Die Dorfgemeinde war darüber nicht informiert worden. „Das ist nicht der richtige Weg, dass man so etwas aus der Zeitung erfährt“, ärgerte sich die dritte Bürgermeisterin, Monika Westenrieder (Freie Wählergruppe Heimat), in der jüngsten Ratssitzung. Auch Bürgermeister Georg Leis (CSU) konnte seinen Unmut über Vodafone nicht verbergen: „Das ist wirklich total daneben.“ Nach der Zeitungslektüre hatte sich der Rathauschef selbst auf Recherche begeben und beim Mobilfunkriesen und auch beim Bayerischen Gemeindetag Erkundigungen eingeholt. Demnach plant Vodafone tatsächlich an drei Antennen im Eberfinger Gemeindegebiet einen Softwareausbau bezüglich LTE und 5G.

Vodafone-Funkmast normalerweise am Ortsausgang links neben Kreisstraße

Wo genau, das wurde Leis nicht mitgeteilt: „Das wissen wir noch nicht.“ Vodafone habe seinen Funkmaststandort aber normalerweise am Ortsausgang links neben der Kreisstraße Richtung Etting, so der Rathauschef.

Der Ausbau soll sich auf die Software beschränken – das heißt, es werden zwar höhere Übertragungsraten entstehen, aber das Mobilfunksystem wird das gleiche bleiben. Auch die Sendeleistung wird nicht erhöht. „Solange die Hardware die gleiche ist“, konstatierte Leis im Gemeinderat, „wird sich an den Emissionen nichts verändern.“ Das beschriebene Procedere in punkto „5G-Ausbau“ würde die Dorfgemeinde noch zähneknirschend zur Kenntnis nehmen – trotz Bedenken hinsichtlich der noch nicht abschließend erforschten gesundheitlichen Auswirkungen der 5G-Technik.

Lesen Sie auch: Völlig überraschend hat die Telekom den ersten Funkmast in Weilheim 5G-fähig gemacht.

Bei bestehenden Standorten haben die Kommunen keine rechtliche Handhabe. „Formal machen die nichts falsch. Die Gemeinden haben da nichts mitzureden“, verdeutlichte Leis. Und so lange die vorhandene Hardware genutzt werde – okay.

„Die können machen, was sie wollen“ - Keine Kontrolle über Ausbaustufen

Doch was ist, wenn Vodafone seine Anlagen klammheimlich auf „intelligente Antennen“ mit wesentlich höherer, auf die einzelnen Anwender fokussierten Sendeleistungen umrüstet? Das würde im Gemeinderat großen Unmut hervorrufen: „Die Nutzung höherer Frequenzbänder im Milli- oder Zentimeterbereich im Gemeindegebiet Eberfing wird aufgrund der noch offenen Fragen zu den gesundheitlichen Auswirkungen auch für eventuell künftige Ausbauschritte ausdrücklich abgelehnt“, heißt es in einem vom Gremium einhellig verabschiedeten Beschluss. Doch welche Wirkung hat die „Resolution“ in Bezug auf künftige Ausbaustufen? Vermutlich nur eine geringe – „so ehrlich muss man sein“, räumte Leis ein.

Auch Josef Mayr (CSU/Parteilose) äußerte sich skeptisch: „Die können letztlich machen, was sie wollen“, erklärte der Vize-Rathauschef. Kontrollieren können man die Ausbaustufen ohnehin nicht. Die mangelhafte Informations- und Kommunikationspolitik von Vodafone ließ Josef Mayr nichts Gutes erahnen: „Wenn alles so heimlich abläuft, liegt immer irgendwo ein Hund begraben. Wenn bei 5G wirklich alles so harmlos wäre, dann könnte man doch alles vorher sagen.“

In Eglfing hingegen sagt man „Ja“ zu einem 40 Meter hohen Telekom-Mobilfunkmast, der auch für 5G-Technik verwendet werden soll. Der Bauantrag ging im Gemeinderat aber nur knapp durch.

Angesichts des deutlicher schneller voranschreitenden 5G-Ausbaus im Landkreis, der vor allem durch die Telekom vorangetrieben wird, hat sich der ÖDP-Kreisverband mit einer umfangreichen Stellungnahme an die Öffentlichkeit gewendet.

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