Tafel ohne Gäste: Die Wirtsleute Bernhard (2.v.re.) und Maximilian (Mitte) Schmidt-Pauly haben sich gestern an der Protest-Aktion beteiligt, Georg Leis (li.), Peter Kuchler (2.v.li.) und Andrea Jochner-Weiß (re.) haben sie unterstützt.
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Tafel ohne Gäste: Die Wirtsleute Bernhard (2.v.re.) und Maximilian (Mitte) Schmidt-Pauly haben sich gestern an der Protest-Aktion beteiligt, Georg Leis (li.), Peter Kuchler (2.v.li.) und Andrea Jochner-Weiß (re.) haben sie unterstützt.

Gastronomen und Hoteliers im Landkreis beteiligen sich an bundesweiter Aktion für Öffnungsperspektive

„Gedeckter Tisch“ als Zeichen des Protests

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
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Eberfing – Es ist Sonntagmorgen kurz vor 11 Uhr vor dem „Gasthof zur Post“ in Eberfing. Es herrscht die Ruhe eines Lockdown-Sonntags im Dorf. Da sticht der einladend gedeckte Tisch auf der kleinen Wiese vor der Traditionsgaststätte besonders ins Auge. Um die Tafel haben sich Landrätin Andrea Jochner-Weiß, der Eberfinger Bürgermeister Georg Leis, der Kreisvorsitzende des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) Peter Kuchler und das Wirtsehepaar Bernhard und Maximilian Schmidt-Pauly versammelt.

Mit der festlichen Tafel nehmen die Wirtsleute an der bundesweiten Aktion „Gedeckter Tisch“ teil, mit der Hoteliers und Gastronomen von der Nordsee bis an die Zugspitze auf ihre prekäre Situation aufmerksam machen möchten und eine Öffnungsperspektive für ihre Hotels und Gaststätten fordern. Als stillen Protest haben sie ein gemachtes Bett oder einen gedeckten Tisch auf einen öffentlichen Platz gestellt. Im Landkreis haben sich neben der „Post“ in Eberfing noch weitere Gastronomiebetriebe an der Aktion beteiligt wie zum Beispiel das Gasthaus „Drei Mohren“ in Steingaden.

Wäre dies ein normaler Sonntag, wären Schmidt-Paulys jetzt damit beschäftigt, die letzten Vorbereitungen vor der Öffnung ihrer Gaststätte zu treffen: „Sonntag ist natürlich unser Haupt-Geschäfts-Tag“, sagt Maximilian Schmidt-Pauly. Stattdessen ist der „Gasthof zur Post“, den sie von der Gemeinde Eberfing gepachtet haben, seit 1. November geschlossen. Wenn die Eberfinger nicht weiter bestellen und abholen würden, dann hätten die Wirtsleute gar kein Geschäft gemacht. Und sie wissen nicht, wann sie wieder öffnen dürfen. „Wir brauchen Perspektiven und einen Fahrplan“, sagt Bernhard Schmidt-Pauly. Wie lange sich dieser Zustand des Lockdowns noch durchstehen lasse, wisse er nicht.

„Es ist wichtig, dass es für die Gastronomie eine Perspektive gibt“, sagt auch Bürgermeister Leis. Die Gemeinde sei den Pächtern insofern entgegengekommen, dass die Pachtzahlung seit einem Jahr ausgesetzt wurde. „Das Ziel ist klar, diese harte Zeit gemeinsam zu überbrücken.“ Sie hoffe, dass die Gastronomiebetriebe bald wieder aufmachen könnten, sagt Landrätin Jochner-Weiß. Ebenso wie beim Einzelhandel habe es in der Gastronomie ausgefeilte Hygienekonzepte gegeben. „Ich glaube, das sind nicht die Quellen der Ansteckung.“ Sie fürchte das Aus für viele bayerische Traditionsgaststätten, wenn dieser Zustand noch lange andauere.

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