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Wenn der Kneipp-Anlage das Wasser ausgeht

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Von: Katrin Kleinschmidt

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An einen See erinnert die Baugrube in Eberfing, nachdem die Wasserpumpen abgestellt wurden
An einen See erinnert die Baugrube in Eberfing, nachdem die Wasserpumpen abgestellt wurden. © Foto: Stangl

Schönes kühles Wasser an den Füßen zu haben, ist im Sommer ein ganz feines Gefühl. Doch ausgerechnet jetzt musste die Natur-Kneipp-Anlage in Eberfing gesperrt werden. Wegen Bauarbeiten auf dem Nachbargrundstück gibt’s Probleme mit der Wasserzufuhr.

Eberfing – Ein Bauprojekt kann immer einige Überraschungen mitbringen. Dass allerdings die Arbeiten dazu führen, dass der benachbarten Kneippanlage das Wasser ausgeht, das ist dann wohl eher selten. Genau das ist aber in Eberfing passiert.

Dort wurde eine Grube ausgehoben für ein privates Bauvorhaben. „An dieser Stelle ist das Grundwasser sehr hoch“, erläutert Bürgermeister Georg Leis. Deshalb müsse für den Bau des Kellers zeitweise das Wasser abgepumpt werden, sodass der Boden trockengelegt ist – „Bauwasserhaltung“ nennen das die Experten. „Diese wurde auch genehmigt“, sagt Leis. Was beim benachbarten Grundstück zuvor ohne Probleme klappte, machte nun aber Schwierigkeiten.

Baugrube war leer, das Kneippbecken leider auch

„Die wasserführenden Schichten scheinen an dieser Stelle anders zu sein.“ Deshalb habe viel mehr Wasser abgepumpt werden müssen, als ursprünglich gedacht. Das wirkte sich auch auf die Kneippanlage aus: Die bekam plötzlich kein Wasser mehr. Die Arbeiten wurden unterbrochen, die Pumpen abgeschaltet. Das Becken lief wieder voll – ebenso wie die Baugrube, die nun an einen See erinnert.

Vorübergehend gesperrt ist nun die Kneipp-Anlage – vorsichtshalber.
Vorübergehend gesperrt ist nun die Kneipp-Anlage – vorsichtshalber. © Foto: Stangl

Laut Leis gab es am vergangenen Wochenende einen Ortstermin, um zu schauen, wie es nun weitergeht. Die Bauherren brauchen eine neue Genehmigung für das zeitweilige Abpumpen, weil die notwendige Wassermenge größer ist. Die Kneipp-Anlage wurde zudem vorübergehend gesperrt. Durch den Eingriff in die Grundwasserhöhe „können wir aktuell nichts über die Wasserqualität sagen“, schildert Leis. Er rechnet damit, dass die Bauarbeiten fortgesetzt werden können – „es ist ja Bauland“. Dann wird der Anlage wohl erst einmal wieder das Wasser ausgehen. Die Gemeinde nutzt die Zeit vermutlich, um den Kies zu erneuern. „Dafür muss das Wasser zwar nicht abgepumpt werden, aber so geht es dann leichter.“

Bürgermeister ist optimistisch

Doch was ist, wenn der Keller steht? Findet das Wasser dann wie gehabt den Weg zur Kneipp-Anlage? „Wir können das auch nicht abschließend einschätzen“, gibt Leis zu. Angesichts der Tatsache, dass sich die Wassersituation nach Abschalten der Wasserpumpen aber schnell wieder normalisiert hat, „schaut es so aus, dass sich die Auswirkungen in Grenzen halten“. Auch die Wasserqualität solle dann schnell wieder ganz die alte sein.

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