Endlich den richtigen Meisterbrief in den Händen: Benedikt Maier aus Eberfing hat seinen Meister mit Bravour bestanden.
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Endlich den richtigen Meisterbrief in den Händen: Benedikt Maier aus Eberfing hat seinen Meister mit Bravour bestanden.

Handwerkskammer mit Panne

Meister bekommt falschen Meisterbrief - sein eigener landete in Franken

  • Franziska Florian
    vonFranziska Florian
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Benedikt Maier aus Eberfing hat im Jahr 2020 die Prüfungen zum Zimmerermeister mit Bravour bestanden. Er ist der Jahresbestmeister, teilt die Handwerkskammer München mit. Doch der 28-Jährige wusste selbst noch nichts davon. Und einen falschen Meisterbrief hatte er auch, wenn auch nur für kurze Zeit.

Eberfing – Schon nach seinem Ausbildungsende 2011 hat Benedikt Maier überlegt, seinen Meister zu machen. „Aber ich wollte erst einmal Erfahrung im Beruf sammeln“, erklärt er. Er würde es auch wieder so machen und etwas damit warten. Und das Warten hat sich gelohnt: Bei seiner Firma, H.R.W. Vollholzwandsystem Oberbayern in Peiting, hat er gleich im Anschluss eine Meisterstelle bekommen.

Ziel vor Augen erleichterte ihm das Lernen

Maier wirkt gelassen, als er von seinen Prüfungen zum Zimmerermeister erzählt. Durch Corona habe er zwar auch Online-Veranstaltungen gehabt, aber deswegen war er nicht weniger motiviert, dafür zu lernen. „Es ist schon gegangen. Man hatte ja ein Ziel vor Augen“, erzählt der 28-jährige Eberfinger.

Durch den Unterricht vor Ort habe Maier festgestellt, wie wichtig die anderen Meisteranwärter in der Klasse eigentlich sind. „Man lernt auch von Mitschülern viel, nicht nur vom Lehrer“, sagt Maier. Wenn er mal eine Formel gebraucht habe oder etwas über das Zeichenprogramm wissen wollte, habe er schnell den Banknachbarn gefragt. „Bis man beim Lehrer drankommt, hat man schon wieder andere Fragen oder Probleme“, erklärt der Zimmerermeister.

Jahresbestmeister der Handwerkskammer - der Geehrte wusste selbst noch nichts

Ob er Angst vor den Prüfungen hatte? „Nein, die hatte ich nicht. Man kennt seine Stärken und Schwächen und weiß ja, wie viel man gelernt hat“, so Maier.

Dass er kontinuierlich gelernt und die Aufgaben, die er für zu Hause bekommen hat, gemacht hat, hat sich für Maier gelohnt. Den Bautechniker hat er mit einem Schnitt von 1,28 abgeschlossen, die vier Meister-Teile jeweils mit 1,0. Damit ist er der Jahresbestmeister 2020, berichtet die Handwerkskammer München. Maier selbst wusste im Gespräch mit der Heimatzeitung aber nichts davon. „Ach? Das wurde mir gar nicht gesagt“, sagt er verwundert, als er darauf angesprochen wird, und lacht.

Zu seiner Urkunde bekam der Zimmerermeister noch eine Medaille der Handwerkskammer.

Auch eine weitere Panne, die der Handwerkskammer unterlaufen ist, nimmt der Eberfinger mit Humor: Er hat zwar einen Meisterbrief zugeschickt bekommen – aber den eines Klassenkameraden. „Mein eigener Brief ist bei einem aus der Parallelklasse irgendwo in Franken gelandet“, erzählt Maier.

Mit „seinem“ Meisterbrief hat der Zimmerer auch zwei Flaschen „Moasta Hoibe“ bekommen. Die wollte er sich eigentlich bis Silvester aufheben. „Aber ich werde sie erst aufmachen, wenn ich dann meinen eigenen Meisterbrief bekommen habe“, sagt er. Und kürzlich war es endlich soweit: Sein eigener Meisterbrief kam an und Maier konnte seine „Moasta Hoibe“ genießen.

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