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Als Behinderte im Dorf unterwegs: die Gruppe mit Eberfings Bürgermeister Georg Leis (am Rollstuhl) und mit dem Behindertenbeauftragten der Gemeinde, Reiner Bauer (rechts). 

Begehung in Eberfing

Auf der Suche nach Stolperfallen

Eberfing - Welche Stolperfallen und Hindernisse es für behinderte Menschen in ihrem Dorf gibt, erfuhr ein gutes Dutzend Eberfinger. Sie machten einen Spaziergang durch den Ort.

 Im Bushäuschen auf dem Eberfinger Dorfplatz wartete am Samstagnachmittag Eberfings Behindertenbeauftragter Reiner Bauer auf Teilnehmer. Er lud zu „einer Tour der etwas anderen Art“ durch den Ort ein, die bereits im Vorjahr großen Anklang gefunden hatte. Bauer, seit 36 Jahren nach einem Autounfall fast blind, hatte Rollstühle, verschiedene Brillen wie „Röhrenblick“ oder „Tunnel-Blick“, dazu Blindenlangstöcke zur Orientierung bereitgestellt für einen Spaziergang, der aus dem Rahmen fiel und jede Menge neuer Erkennisse für die Teilnehmer brachte.

Die Utensilien waren schnell vergriffen. Sieben Erwachsene, darunter Eberfings Bürgermeister Georg Leis, und fünf junge Eberfinger zogen los, um zu erkunden, welche Stolperfallen es für Behinderte in ihrem Ort gibt. Für die Kinder war es ein besonderes Ereignis, mit den verschiedenen Brillen und Stöcken durch ihr Dorf zu gehen. „Da stößt man ja überall an“, meinte einer der Buben, um dann gleich mit seinem Freund die Brille zu wechseln. Aber auch für die Erwachsenen war schnell klar, welche Stolperfallen und Hindernisse es im Ort gibt.

Gleich zu Beginn der Tour wurde deutlich: Es gibt viel zu wenig effektive Bordstein-Absenkungen, wie die vor der Arztpraxis am Dorfplatz, um gefahrlos mit dem Rollstuhl die Straße überqueren zu können. Auch das Pflaster ist viel zu ruppig. Weder mit Kinderwagen noch mit Rollstuhl kann man ohne Probleme auf den viel zu schmalen Bürgersteigen unterwegs sein.

Als anstrengend empfanden die einstündige Tour, die bis zur Kneippanlage führte, Lorraine und Hugh Bonfield. Das Ehepaar, das aus England stammt und seit 2004 in Eberfing wohnt, empfand anfangs ein wenig Angst. Die Brillen grenzten das Gesichtsfeld doch sehr ein. „Zu zweit ist es dann schon besser geworden, die Stolperfallen zu überwinden“, meinte Lorraine Bonfield. Was das Ehepaar und die übrigen Teilnehmer bemängelten, war unter anderem auch die schlechte Beleuchtung der Gehsteige bei Dunkelheit.

Bürgermeister Georg Leis steht hinter dem Ziel „Barrierefreiheit in Eberfing“. „Bis dahin ist es noch ein langer Weg.“ Doch der Anfang sei bemacht. Erste Planungsentwürfe werden bei der nächsten Sitzung des Gemeinderates Ende November im Beisein des Behindertenbeauftragten Reiner Bauer vorgestellt. „Wir als Gemeinde sind froh, dass solche Touren angeboten werden. Es ist wichtig, dass wir uns auf den Weg machen“, lobte Leis das Engagement des Behindertenbeauftragten.

Inge Beutler

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