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Die beiden Emporen in der Frauenkirche in Eberfing haben sich leicht nach vorne geneigt. Gottesdienste können dort nicht mehr stattfinden.

Die Statik macht Sorgen

Emporen sackten ab: Frauenkirche in Eberfing geschlossen

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Die Frauenkirche in Eberfing bleibt bis auf weiteres geschlossen. Der Grund sind Statikprobleme an den Emporen.

Eberfing – Die beiden aus dem 17. und 19. Jahrhundert stammenden Emporen in der Frauenkirche in Eberfing haben sich leicht nach vorne geneigt, weshalb das Gotteshaus nun bis auf weiteres geschlossen ist. Bei einer Wartung der Orgel war der Orgelbauer auf das Problem gestoßen.

„Es ist nichts Dramatisches“, sagt Pfarrer Martin Weber, der unter anderem für die Pfarrei Eberfing zuständig ist, über das Statikproblem. „Aber wir müssen auf Nummer sicher gehen.“ Deshalb müssten die Gottesdienste, die in der Frauenkirche stattfinden sollten, jetzt in der Pfarrkirche St. Laurentius abgehalten werden. Erstmals ist das am morgigen Pfingstsonntag der Fall.

Es sei ein Glück, so Pfarrer Weber, dass es in Eberfing noch ein zweites Gotteshaus gibt. Die Frauenkirche ist aber nach Auskunft des Geistlichen ein „Liebling der Eberfinger“. Sie wird, da es in ihr keine Heizung gibt, vor allem im Sommer für Gottesdienste genutzt. Die zweistöckige Empore wird nicht nur vom Organisten betreten, auch der Kirchenchor tritt dort auf.

Aus dem 17. Jahrhundert stammt die Frauenkirche, die früher Wallfahrtskirche war. 

Pfarrer Weber sieht die Kirchenverwaltung aufgrund des Statikproblems in der Pflicht. Ein Fachmann der Diözese Augsburg soll nun für eine genauere Einschätzung nach Eberfing kommen. Danach werde, um die erforderlichen Maßnahmen abzuklären, ein Statiker eingeschaltet.

Ein Zimmermann hat die zweistöckige Empore bereits begutachtet und die Absenkung bestätigt. Er vermutete laut Pfarrer Weber, dass diese schon vor längerer Zeit eingetreten ist. Sobald das Problem behoben sei, könnten wieder Gottesdienste in der frühbarocken Kirche stattfinden. Für die Frauenkirche in der jetzigen Form wurde 1653 der Grundstein gelegt. Die Geschichte des Gotteshauses reicht aber weiter zurück.

Gnadenbild zog viele Gläubige an

Früher gab es aus rund 20 Pfarreien im Umkreis Marienwallfahrten und Prozessionen zu dem Gotteshaus. In der Mitte von dessen Hochaltar („ein schöner Marienaltar“, so Pfarrer Weber) befindet sich noch heute das Gnadenbild der Gottesmutter mit Kind. Die Tradition der Wallfahrten nach Eberfing ging mit der Säkularisation zu Ende. Die beiden Emporen werden laut Mesner Heinrich Höß als „Männer“- und „Orgelempore“ bezeichnet. Während die Männerempore aus dem 17. Jahrhundert stammt, wurde die Orgelempore im 19. Jahrhundert eingezogen.

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