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Eglfing: Knappes Ja zu Mobilfunkmast

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Von: Andreas Baar

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Lückenschluss: Mit dem Mast nahe der Bahnlinie (Kreuz) will die Telekom ihr Netz verbessern. © Bayernatlas/Baar

Eglfing sagt „Ja“ zu einem 40 Meter hohen Telekom-Mobilfunkmast, der auch für 5G-Technik verwendet werden soll. Der Bauantrag ging im Gemeinderat aber nur knapp durch. Spielraum gab es nicht: Der Konzern lässt sich auf keine Alternativen ein.

Eglfing – Bereits im Herbst 2017 hatte die Telekom der Gemeinde Eglfing eine Suchkreisanfrage für einen Mobilfunkmast zugeschickt. Am Ende wurde es ein privates Grundstück unweit der Bahnlinie nach Huglfing und Uffing. Doch nicht alle Gemeinderäte sind begeistert – der Bauantrag der Konzerntochter Deutsche Funkturm ging in der jüngsten Sitzung nur knapp mit 7:6 Stimmen durch.

Wie berichtet, will die Deutsche Funkturm mit dem Standort die Netzversorgung entlang der Bahnstrecke, in Teilen von Ober- und Untereglfing sowie im nördlichen Siedlungsgebiet von Uffing verbessern. Die Anlage werde das LTE-Netz ergänzen, der Mast sei „dafür vorbereitet, zukünftig auch 5G-Technik aufzunehmen“, so das Unternehmen. Bereits in der Juni-Sitzung hatten sich manche Räte mit einer Zustimmung schwer getan – Standort und Erschließung lagen ihnen schwer im Magen. Aus diesem Grund wurde das Ansinnen zurückgestellt, um weitere Infos einzuholen. Die gab es jetzt. Aus München war Frank-Peter Käßler, Kommunalbeauftragter der Telekom, nach Eglfing gereist.

„Wir brauchen den Standort“, machte der Konzernvertreter klar. Käßler verwies auf die Versorgungsauflagen der Politik an die Mobilfunk-anbieter für den ländlichen Raum und an Bahnstrecken. „Die Kapazitäten sind nicht mehr ausreichend.“ Der Platz sei aus funktechnischer Sicht „der sinnvollste“. Spielraum lässt der Konzern den Eglfingern nicht. Falle der Antrag durch, „dann wird das Einverständnis durch das Landratsamt ersetzt“, so Käßler. „Eine Alternativenprüfung ist nicht mehr vorgesehen.“

Gemeinde Eglfing hat „keine monatlichen Einnahmen und kein Mitspracherecht“

Bürgermeister Martin Fortmaier (Wählergemeinschaft) bezeichnete das Areal als „guten Kompromiss“. Denn nicht nur die Bahnlinie, sondern auch Eglfing werde davon profitieren. Fortmaier stimmte am Ende zu. Doch es gab auch kritische Stimmen. Tobias Panholzer sah die Eigentumsverhältnisse für das Grundstück kritisch: Die Gemeinde habe „keine monatlichen Einnahmen und kein Mitspracherecht“, monierte er. „Wir wollen schon gern mitreden.“ Daraus wird aber nichts, wie Telekom-Mann Käßler deutlich machte. Die Kommune könne zwar Einblick in die Standortbescheinigung für den Betrieb nehmen. Zudem werde Eglfing als „gängiges Verfahren“ informiert, wenn andere Nutzer und Dienste aufgeschaltet werden. Das war es. „Ein direktes Mitspracherecht hat die Gemeinde nicht mehr.“

In einen 40-Meter-Mast werden laut Käßler 200 000 bis 300 000 Euro investiert. Nach der Genehmigung dauert es in der Regel anderthalb bis zwei Jahre, bis ein Standort in Betrieb gehe. Das Landratsamt prüft nun die Privilegierung des Vorhabens im Außenbereich. Das Thema ist für die Telekom nicht erledigt. „Der Mobilfunkausbau wird mit diesem Standort nicht beendet sein“, sagte Käßler. „Da wird noch was kommen.“ Derzeit laufen Gespräche über weitere Masten im nahen Bundeswehrgelände sowie in Huglfing.

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