Für den Eglfinger Hochwasserschutz soll südlich der Staatsstraße der Hungerbach zwischen den beiden Stadeln (links im Bild) gestaut und ein Teil seines Wassers versickert werden.
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Für den Eglfinger Hochwasserschutz soll südlich der Staatsstraße der Hungerbach zwischen den beiden Stadeln (links im Bild) gestaut und ein Teil seines Wassers versickert werden.

Investitionen in Eglfing

Eine Million Euro für Hochwasserschutz

Eglfing soll vor Überschwemmungen geschützt werden. Die Umsetzung des mehrstufigen Hochwasserschutzkonzepts könnte bis zu einer Million Euro kosten.

Eglfing – Das Eglfinger Hochwasserproblem betrifft den Ortsteil Untereglfing, der neben einem Toteisloch liegt. Der Hungerbach, der im Oberlauf bei Spatzenhausen sein Wasser unterirdisch aus dem Riegsee bezieht, fließt von Spatzenhausen bis zum nördlichen Ende von Untereglfing oberirdisch. Dort versickert er, und sein Wasser fließt unterirdisch nach Huglfing, von wo aus der Unterlauf durch Oberhausen zur Ammer verläuft. Die Senke zwischen Obereglfing und Untereglfing ist somit ein natürliches Hochwasserrückhaltebecken für Huglfing und Oberhausen, da das Wasser nur langsam durch den kiesigen Untergrund sickert.

Untereglfing ist allerdings bei extrem starken Regenfällen doppelt gefährdet. Im Osten steigt das Wasser des Hungerbachs bis ins Dorf hinein, von Westen kommt das Hangwasser, das sich seinen Weg durch die Bebauung in den Hungerbach sucht.

Wie der untere Ortsteil von Eglfing vor Überschwemmungen geschützt werden kann, stellte Max Weiß vom beauftragten Weilheimer Ingenieurbüro „Kokai“ in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vor. Das Hochwasserschutzkonzept sieht sieben Bauwerke vor, die nacheinander erstellt werden können.

Für den Schutz vor dem von Süden kommenden Wasser sieht Weiß drei Möglichkeiten. Mit gut einer halben Million Euro am teuersten wäre ein Staudamm weit südlich der Staatsstraße, der 60 000 Kubikmeter Wasser zurückhalten könnte. Mit 30 000 Euro Baukosten wäre die Ertüchtigung des Damms eines Weihers auf dem Bundeswehrgelände möglich. Dort könnten 11 000 Kubikmeter Wasser zurückgehalten werden. Für sehr sinnvoll hält Weiß den Bau von Versickerungsanlagen westlich des Hungerbachs unmittelbar südlich der Staatsstraße. Dort hat die Gemeinde bereits eine geeignete Fläche.

Auch lokale Maßnahmen im Ort sind laut Weiß möglich. Die drei gefährdeten Objekte im Osten könnten durch Deiche vor dem Wasser des Hungerbachs geschützt werden. Zum Schutz gegen das von Westen kommende Hangwasser müsste zudem eine bis zu 1,5 Meter hohe Mauer mit entsprechenden Torsicherungen um das Gelände von Convotherm gebaut weden. Alternativ könnte auch das Hangwasser oberhalb von Untereglfing durch die Eröhung eines Feldwegs oder den Bau eines Graben abgefangen werden. Es müsste dann nach Norden in eine Versickerungsanlage abgeleitet werden.

Bereits im Zuge der Dorferneuerung ist am Nordende des Hungerbach-Oberlaufs eine Versickerungsanlage in Form einer Rigole gebaut worden, deren Leistung angesichts zunehmender Starkregenereignisse jedoch nicht mehr ausreicht. Diese Anlage soll erhalten bleiben, muss aber nach Einschätzung von Weiß ergänzt werden, wenn die Versickerung oberhalb der Staatsstraße nicht ausreicht.

Der Gemeinderat sprach sich geschlossen für das Hochwasserschutzkonzept aus, wobei der Schwerpunkt auf die Rückhaltung und Versickerung des Hungerbachs oberhalb der Staatsstraße und die Ableitung und Versickerung des Hangwassers gelegt werden soll.

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