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Die Deutsche Funkmast will einen Mobilfunkmast nahe der Bahnstrecke aufstellen.

Pläne der Telekom

Eglfing: Gemeinderat sieht  Mobilfunkmast kritisch

  • Andreas Baar
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Eglfing soll einen Mobilfunkmast an der Bahnstrecke bekommen. Doch der Gemeinderat ist von den Telekom-Plänen nicht begeistert. Der Bauantrag wurde zurückgestellt.

Eglfing – Es würde eine markante Konstruktion im Grünen: Die Deutsche Funkturm, eine Telekom-Tochter, möchte in Eglfing für den Kommunikationskonzern einen 40 Meter hohen Stahlgittermast für Funkdienste errichten. Sprich, für Mobilfunk. Und zwar auf einem privaten Grundstück circa 200 Meter östlich der Bahnlinie zwischen Huglfing und Uffing. Doch das Ansinnen stieß im Gemeinderat auf wenig Begeisterung. Einstimmig stellte das Gremium den Bauantrag zurück – man fordert weitere Informationen.

Altes Thema im Ort

Es ist ein altes Thema in Eglfing. Nach Angaben von Bürgermeister Martin Fortmaier (Wählergemeinschaft) wollte bereits das Unternehmen O2 einen 35-Meter-Mast auf der Fläche errichten. Im Jahr 2010 habe der Gemeinderat das Vorhaben abgeschmettert – begründet wegen mangelnder Erschließung, der Masthöhe, den Auswirkungen auf die neugestalteten Zufahrtsstraße und den Schäden für die Naturlandschaft. Allerdings habe damals das Landratsamt das gemeindliche Einvernehmen ersetzt. Der Bau sei nicht erfolgt, wegen der gescheiterten Olympiabewerbung der Region habe es keine Notwendigkeit mehr gegeben.

Telekom will Netz ausbauen

Nun möchte die Telekom mit Hilfe des Standorts ihr Netz ausbauen, wie die Deutsche Funkturm auf Anfrage mitteilt. Das Bauvorhaben, geplant von einem Moosburger Büro, stieß unter den Räten auf Kritik. Er fühle sich „überrumpelt“, bemängelte Andreas Ertl die Vorgehensweise und erinnerte an die damaligen Einwände der Kommune. „Das muss vorher geklärt sein“, warnte zweiter Bürgermeister Alfred Kölbl vor der fehlenden Infrastruktur für die Anlage.

Lage wird kritisch gesehen

Kritisch wurde zudem die Lage gesehen. Eglfing mit seinen Weilern ist vom Mobilfunkempfang her nicht gut versorgt – daran würde auch der von der Telekom ins Visier genommene Standort nichts ändern, hieß es. „Von dem werden wir in nächster Zukunft nichts haben“, so Rathauschef Fortmaier. Nach seinen Angaben sind drei Antennen vorgesehen, die in Richtung Eglfing, Huglfing und Uffing abstrahlen.

Bauantrag zurückgestellt

Am Ende verständigte sich der Rat einstimmig darauf, den Bauantrag zurückzustellen. Der Bürgermeister soll beim Bauwerber weitere Informationen über die geplante Erschließung, die Infrastruktur und die Wiederherstellung der Wege nach dem Bau einholen. Vor allem jedoch soll die Deutsche Funkturm alternative Standorte prüfen. Wobei der Rathauschef wenig Hoffnung hat: Die Gemeinde könne den Mast nicht verhindern, erklärt Fortmaier auf Nachfrage.

Standort auch in Huglfing

Ein ähnliches Bauvorhaben ist beim VG-Nachbarn in Huglfing vorgesehen. Dort will die Deutsche Funkturm einen Mobilfunkmast im Gewerbegebiet Auwiese errichten. Konkretes teilt das Unternehmen auf Nachfrage nicht mit. Man sei „noch in der frühen Planungsphase“. Nur so viel: „Der Standort wird die Versorgung der Bahnlinie und Teile der Gemeinde Huglfing verbessern.“

Die Deutsche Funkturm GmbH sitzt in Münster und wurde 2002 gegründet. Sie ist ein Teil der Telekom-Gruppe. Das Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben rund 31 200 Funkstandorte – vom Turm über Masten bis zu Dachanlagen. Der Dienstleister stellt die Infrastruktur für deutsche Mobilfunkanbieter, Rundfunksender, Richtfunkstrecken sowie für Behörden und Institutionen bereit.

Bahnstrecke versorgen

„Wir planen in Eglfing einen modernen und zukunftsfähigen Mobilfunkstandort, der das Mobilfunknetz der Deutschen Telekom ergänzen wird“, teilt die Deutsche Funkmast auf Anfrage mit. Die 40 Meter Höhe werden bestätigt. Ziel ist es laut Pressesprecherin Lea Borgers, „die Versorgung entlang der Bahnstrecke, Teile von Ober- und Untereglfing und das nördliche Siedlungsgebiet von Uffing zu verbessern“. Der neue Standort werde das LTE-Netz der Telekom ergänzen. Zusätzlich sei der Mast „dafür vorbereitet, zukünftig auch 5G-Technik aufzunehmen“, so die Sprecherin.

Andere Anbieter möglich

Die Deutsche Funkturm baut zwar im Auftrag der Telekom, vermietet ihre Anlagen aber auch an andere Nutzer. Bislang ist für den Eglfinger Mast allerdings nur die Telekom im Gespräch. Die Sprecherin: „Ob andere Mobilfunkanbieter den Standort mitnutzen wollen, wissen wir aktuell noch nicht.“

Einen Zeitplan für die Mastaufstellung kann das Unternehmen noch nicht nennen. „Derzeit befinden wir uns im Genehmigungsverfahren“, heißt es aus Münster. Eglfings Bürgermeister Martin Fortmaier nannte in der Gemeinderatssitzung das Jahr 2021 als Baubeginn. Die Deutsche Funkturm geht in der Regel davon aus, dass ein Mobilfunkmast „sechs bis zwölf Monate nach Baubeginn“ in Betrieb und von den Kunden genutzt werden kann.

Infoabend

Die Gemeinde Eglfing veranstaltet am Donnerstag, 25. Juni, eine Infoveranstaltung zum geplanten Funkmast. Beginn ist um 20 Uhr im Stiftersaal des Rathauses.

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