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„Holz ist ein wunderschönes Material“: Auszubildender David Fra nklin (22) und Meister Josef Praller (56) in der Werkstatt der Schreinerei Prallerund Werner in Wolfratshausen. 

Tag des Handwerks

Eine Holzritterburg entfachte die Leidenschaft

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Für den 22-jährigen Endlhauser David Franklin stand schon früh fest: „Schreiner ist mein Traumjob“. Jetzt lebt er diesen Traum.

Endlhausen/Wolfratshausen– Sein Großvater brachte ihn im buchstäblichen Sinne mit dem Werkstoff Holz in Berührung: „Mein Opa war Schreiner, der hat mich häufig aus dem Kindergarten abgeholt und mit in die Werkstatt genommen“, sagt David Franklin. „Wir haben zum Beispiel gemeinsam eine Holzritterburg gebaut, das war eine tolle Sache. Und ein Schaukelpferd hat mein Opa für mich gemacht.“ Der Grundstein war gelegt, die Begeisterung für den Beruf geweckt. Im Herbst 2016 hat der 22-jährige eineSchreinerlehre im Wolfratshauser Meisterbetrieb Praller und Werner begonnen.

Schreinerhandwerk: Ein guter Grundbaustein

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Mittelschule absolvierte der junge Mann zunächst einige Praktika – unter anderem bei einem Restaurator, einer Schreinerei, einem Raumausstatter und einem Messebauer – schließlich führte ihn sein Weg zu Praller und Werner. Während viele seiner Spezl an die Berufliche Oberschule, die Fachoberschule oder an eine Universität strömten, stand für Franklin fest: „Auf jeden Fall Handwerk.“ Vor allem das Schreinerhandwerk sei „ein sehr guter Grundbaustein, auf dem man aufbauen kann“.

Das erste Ausbildungsjahr, das sogenannte Berufsgrundschuljahr, kurz BGJ, ist bald beendet. In den kommenden zwei Jahren steht für Franklin die betriebliche Ausbildung im Mittelpunkt, begleitet von einem Tag Schule pro Woche. „Holz ist ein wunderschönes Material, das sich auf vielerlei Weisen bearbeiten lässt“, schwärmt der 22-Jährige. „Mit Holz kann man extrem viel machen, das macht einfach großen Spaß.“

Zwei linke Hände sollte man nicht haben ...

Welche Voraussetzungen sollte man als künftiger Schreiner mitbringen? „Man darf keine zwei linken Hände haben“, antwortet Franklin und lacht. „Man muss schon praktisch geschickt sein – und in der Lage sein, Ideen, die zunächst nur auf dem Papier existieren, in die Tat umzusetzen.“ Ein Schreiner, das betont der Endlhauser, „ist ein Allrounder“. Er arbeite nicht ausschließlich mit Holz, sondern müsse auch über grundlegende Metallbau-Kenntnisse verfügen. „Gibt’s etwas zu reparieren, kann sich ein Schreiner in der Regel sehr gut selber helfen.“ Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz hatte Franklin Glück. Er habe einige Bewerbungen geschrieben, erinnert sich der 22-Jährige, von Praller und Werner sei relativ schnell eine Zusage gekommen. Franklins Vorteil: Er hatte in dem Wolfratshauser Traditionsbetrieb bereits ein Praktikum absolviert.

Seine Entscheidung hat der junge Mann keine Sekunde bereut: „Nein, Schreiner ist mein Traumjob.“ Weitreichende Pläne hat der 22-Jährige noch nicht geschmiedet. „Jetzt werde ich erst einmal meine Ausbildung absolvieren.“ Wenn möglich, „würde ich anschließend sehr gerne hier bei Praller und Werner arbeiten.“ Reizvoll wäre eine zusätzliche Ausbildung als Restaurator. „Das wird sich eines Tages zeigen.“

Altes erhalten, das ist das Credo des 22-Jährigen. Die Wegwerf-Gesellschaft ist ihm ein Gräuel. Natürlich besitze er auch praktische Möbelstücke aus einem schwedischen Einrichtungshaus, räumt der Schreiner-Azubi mit einem Lächeln ein. Aber in dem 400 Jahre alten Landhaus, in dem Franklin zu Hause ist, stehen auch antiquierte Kommoden und ein Tisch von der Oma aus dem 19. Jahrhundert. „Da lösen sich die Furnierschichten, oder es bricht mal an einer Kommodenschublade ein Knopf ab. Da komme dann ich ins Spiel.“

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