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Bald Geschichte: Die Filiale der VR-Bank in Eglfing schließt zum Jahresende. 

„Zu geringe Kundenfrequenz“

VR-Bank schließt Filiale in Eglfing

Eglfing – Die VR-Bank Werdenfels schließt ihre Filiale in Eglfing zum Jahresende. Es wird auch keinen SB-Schalter geben, so das Unternehmen.

„Das trägt sich einfach nicht mehr“, sagte Michael Schuldes, Prokurist und zuständig für Öffentlichkeitsarbeit bei der VR-Bank, die ihren Sitz in Garmisch Partenkirchen hat. Man habe sich den Schritt nicht leicht gemacht. Schließlich seien die kleinen Filialen auf dem Land „die Wurzeln unseres Geschäftes“, so Schuldes. Aber die Niedrigzinsphase und die zunehmenden Regularien, verbunden mit sinkenden Erlösen zwängen die Bank zu diesem Schritt.

Im Nachbarlandkreis Garmisch-Partenkirchen und auch in Oberhausen sind bereits erste Filialen geschlossen worden, aber dort gibt es zumindest noch SB-Schalter – meist mit der Sparkasse. In Eglfing indes gibt es keine Sparkassen-Filiale.

Im 1000-Einwohner-Dorf Eglfing hat die Filiale an der Hauptstraße in Obereglfing gegenüber dem Feuerwehrhaus noch an drei Vormittagen geöffnet. Die Kundenfrequenz liegt in dieser Zeit bei vier Ein- und Auszahlungen pro Stunde. „Die Hälfte davon könnte man sicher am SB-Schalter erledigen“ so Schuldes. Die Bank hat den Mietvertrag mit der Gemeinde, dem Besitzer des Hauses, in dem sich auch noch drei Wohnungen befinden, zum Jahresende gekündigt. Vorher war der Vorstandsvorsitzende der Bank, Walter Beller, bei Bürgermeister Klemens Holzmann und hat ihm den Schritt erläutert und ihm mitgeteilt, welche Möglichkeiten es gebe, seine Geschäfte ohne Filiale vor Ort zu erledigen. Offiziell wird die Filiale mit der in Uffing zusammengelegt. Die Mitarbeiterin erhält ein Jobangebot in Uffing oder Murnau. „Wir haben in so einem Fall noch nie jemanden entlassen“, so Schuldes.

Bürgermeister Holzmann ist „gar nicht begeistert“ von der Schließung. Kunden sollten sich an die VR-Bank wenden, vielleicht ließe sich der Schritt dann rückgängig machen. Was mit den Räumen geschieht, wenn die Filiale zumacht, weiß Holzmann noch nicht. Im Zuge der Städtebauförderung im Ort werde die Gemeinde eine Umfrage unter den Bürgern zur Zukunft der Räume machen. Die ganze Immobilie war über Jahrzehnte im Besitz der Bank, vor rund einem Jahrzehnt hat sie diese an die Gemeinde verkauft.

Schuldes will weitere Filialschließungen im Geschäftsgebiet der VR-Bank Werdenfels, das den Raum Garmisch-Partenkirchen-Weilheim-Penzberg mit rund 30 Niederlassungen umfasst, nicht ausschließen. „Wenn die Niedrigzinspolitik anhält, werden wir weitere Filialen auf den Prüfstand stellen.“ Es gebe aber noch keine konkreten Überlegungen, so Schuldes.

Johannes Thoma

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