+
Langjähriger Arbeitsplatz im Rathaus: Klemens Holzmann leitet von hier aus die Geschicke Eglfings – das Protokollbuch der Gemeinderatssitzungen gehört für den Bürgermeister ebenso dazu.

Seit 23 Jahren Bürgermeister

Urgestein Holzmann hört auf

  • schließen

Klemens Holzmann ist ein politisches Urgestein im Landkreis. Seit 1996 amtiert der Bürgermeister in Eglfing. Bald ist Schluss: Zur Wahl 2020 tritt der heute 67-Jährige nicht mehr an. Ein erstes Fazit seiner langen Amtszeit.

Eglfing– Für Klemens Holzmann ist es am Dienstagabend eine besondere Veranstaltung. Zum 23. Mal leitet der Rathauschef die Bürgerversammlung in Eglfing. Es wird aller Voraussicht der letzte Termin dieser Art für den 67-Jährigen sein. Denn Holzmann zieht sich aus der Lokalpolitik zurück und tritt bei der Kommunalwahl im März 2020 nicht mehr an: „Nach guter Überlegung und in Absprache mit meiner Frau“ habe er sich entschlossen, als Bürgermeister aufzuhören, erklärt er vor rund 90 Zuhörern im Schützenkeller.

Damit endet in knapp einem Jahr eine Ära in dem 1000-Einwohner-Dorf. Holzmann hat dessen Geschicke seit fast drei Jahrzehnten geprägt. Er gehört neben Xaver Wörle in Steingaden zu den dienstältesten Rathauschefs im Landkreis. 1990 zieht Holzmann in den Eglfinger Gemeinderat ein, sechs Jahre später wird der gelernte Heizungsbauer und spätere Landmaschinenvertreter für die Wählergemeinschaft zum Bürgermeister gewählt. 2014 wird er mit 89,23 Prozent zum vierten Mal bestätigt, einen Gegenkandidaten gibt es erneut nicht. „Es war eine schöne Zeit“, bilanziert er in seiner kurzen Erklärung bei der Bürgerversammlung.

„Irgendwann muss man los lassen können“, verweist er später gegenüber der Heimatzeitung auf sein Alter und auch seine Gesundheit. Holzmann hatte im Dezember 2010 einen schweren Unfall, lag im Koma und auf der Intensivstation. Er kämpfte sich zurück und sitzt bald wieder im Rathaus. 2014 tritt er wieder an. „Jetzt ist ein guter Zeitpunkt“, begründet er seine Entscheidung, sich nicht wieder zur Wahl zu stellen. „Ich möchte noch ein bisserl was vom Leben haben.“ Holzmann meint damit vor allem seine Familie mit Ehefrau Gerlinde, den zwei Söhnen und den fünf Enkeln.

Rückblickend fällt dem 67-Jährigen eine wichtige politische Entscheidung ein, die er mit dem Gemeinderat auf den Weg brachte: die Dorferneuerung. Das Verfahren ist abgeschlossen, in Eglfing wurden diverse Projekte realisiert. Die Liste reicht von der Hungerbach-Renaturierung bis zur Sanierung des Rathauses. Holzmann ist zufrieden: „Wir haben den Charakter des Dorfes erhalten.“

Die Arbeit auf dem Chefsessel ist in Eglfing eine ehrenamtliche. „Für die Allgemeinheit war ich immer schon zu haben“, schmunzelt Holzmann – unter anderem war er lange in der ASV-Führung, der Sportverein honorierte es ihm mit dem Ehrenvorstand. Dass der Aufwand als Bürgermeister zugenommen hat, räumt Holzmann aber ein. Er verweist jedoch auf die gute Zusammenarbeit im Gemeinderat und die Unterstützung durch die in Huglfing sitzende VG. Überhaupt profitiere Eglfing von seinem engagierten Dorfleben. „Wir haben wirklich gute Vereine.“

Doch es war nicht alles Gold was glänzt. Es gab Situationen, die nicht gefielen. Vor allem, wenn es Kritik gab. Holzmann nimmt es hin. „Weil man Verantwortung hat, muss man unangenehme Sachen auch ansprechen.“ Das gehöre zu dem Amt dazu. Ganz wichtig sei eines: „Man braucht ein breites Kreuz und es darf nichts an einem haften bleiben.“

Wer sein Nachfolger wird, steht in den Sternen. Dem Vernehmen nach gibt es bereits Interessenten für eine Kandidatur, gerade aus den Vereinen. Öffentlich seinen Hut in den Ring geworfen hat allerdings noch niemand. Holzmann jedenfalls will nach dem Ende seiner Amtszeit nicht dazwischen funken. „Einmischen tue ich mich nicht“, kündigt er an. Einen inhaltlichen Wunsch hat er aber doch noch für die künftigen Entscheidungsträger im Eglfinger Rathaus und für sein Dorf: „Eine Gastronomie müsste wieder her.“ Der Kauf des ehemaligen Gasthofs durch die Kommune war kurzfristig gescheitert, Holzmann hätte sich ein Zentrum mit Räumen für die Dorfgemeinschaft und einen Laden vorstellen können.

Für den scheidenden Bürgermeister jedenfalls gab es bei der Bürgerversammlung zum Schluss warmen Applaus. Klemens Holzmann genoss es sichtlich.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mutter und Kind stecken anderthalb Stunden in Aufzug fest - „Höchste Zeit, dass die Bahn reagiert“
Die Aufzüge am Bahnhof Weilheim gelten inzwischen als Risiko-Gebiet. Mehrmals musste die Feuerwehr zuletzt Menschen aus ihnen retten - nun eine Mutter und ihren kleinen …
Mutter und Kind stecken anderthalb Stunden in Aufzug fest - „Höchste Zeit, dass die Bahn reagiert“
Weilheimer Weihnachtsmarkt ohne weihnachtliches Wetter
Beim Weilheimer Christkindlmarkt herrschte vor allem abends dichter Andrang. Die Vereine profitierten von der längeren Öffnungszeit.
Weilheimer Weihnachtsmarkt ohne weihnachtliches Wetter
CSU/Parteifreie: „Das Beste für Eberfing erreichen“
Es war nur noch eine Formsache: Die Wählergemeinschaft von „CSU/Parteifreie“ hat Amtsinhaber Georg Leis als Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2020 in Eberfing …
CSU/Parteifreie: „Das Beste für Eberfing erreichen“
Endlich wieder Nikolausturnen im großen Stil in Penzberg
220 Kinder und Jugendliche begeisterten das Publikum beim Nikolausturnen des TSV Penzberg in der Turnhalle am ehemaligen Wellenbad.
Endlich wieder Nikolausturnen im großen Stil in Penzberg

Kommentare