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Einst "Schweisser", heute Theatermusiker und Tonstudio-Betreiber: "Greulix" Schrank im Münchener "Portmanteau-Studio".

Was macht eigentlich...

Lebensmotto: „Lass dich überraschen!“

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Weilheim/München - Der ehemalige "Schweisser"-Schlagzeuger "Greulix" Schrank ist heute Theatermusiker und betreibt ein Tonstudio in München.

Die 1988 gegründeten „Schweisser“ waren – noch vor „The Notwist“ – die erste Band aus Weilheim, die in den Charts landete und international gefeiert wurde. Mit ihrem knallharten Sound liefen sie als erste deutschsprachige Band in einer Metal-Sendung beim Fernsehsender MTV. Schlagzeuger der „Schweisser“ war Gerald „Greulix“ Schrank, der nach seinem Realschulabschluss in Weilheim gleich zwei Lehren machte – zum Mechaniker und zum Elektroniker. Nach Auflösung der „Schweisser“ gründete er zusammen mit Christian „Taison“ Heiß das „Portmanteau- Studio“ und ein gleichnamiges Pop-Duo in München. Außer in diesen wirkt der heute 46-Jährige, der ab Februar in Murnau wohnen wird, am Münchener Kinder- und Jugendtheater „Schauburg“ und in Richard Oehmanns erfolgreicher Kinderlieder-Band „Café Unterzucker“. Wie’s zu all dem kam, erzählt „Greulix“ Schrank im Interview.

Träumen Sie noch manchmal von den „Schweissern“?

Träumen nicht – ich bin ein schlechter Träumer, kann mich jedenfalls nie an Träume erinnern. Aber ich denke oft und gerne an „Die Schweisser“ und nehme diesen doch recht langen Part meines Lebens sehr positiv. Auch das „Richtig-die-Sau-Rauslassen“ wünscht man sich immer wieder zurück, merkt dann aber nach einer durchzechten Nacht, dass man das alles nicht mehr kann...

Ihre beste Erinnerung an „Die Schweisser“?

Diese zwei Stunden auf der Bühne – genau die waren immer wieder das Erlebnis: Die Sau rauslassen und eine Menge Leute begeistern!

Und die schlechteste Erinnerung?

Das ist wirklich die Erinnerung an die Zeit der Auflösung. Wir haben uns grüppchenweise einfach nicht mehr verstanden, und das ist zum Teil bis heute nicht wirklich geklärt. Und ich erinnere mich, dass ich eine echte Phobie vor Kameras und Mikrophonen hatte: Da gab’s richtige Blackouts, zum Beispiel mal bei einem MTV-Interview, das ich sogar abbrechen musste. Ich hab’ lang gekämpft, bis ich diese Angst ablegen konnte.

Was waren Ihre wichtigsten Stationen nach den „Schweissern“?

Zunächst – zusammen mit „Taison“ Heiß – der Aufbau unseres „Portmanteau-Studios“ in München. Das hat die Basis gebildet für alles Weitere. Der nächste Schritt war der Bereich „Kinder-Hörspiele“: Wir haben die Kasperl-CDs mit „Doctor Döblinger“ aufgenommen, dann auch vieles für Münchener Kinderbuchverlage. Wobei wir uns da nie als reine Dienstleister sehen, sondern gern im kreativen Prozess dabei sind. Der dritte große Schritt war das Theater: Seit 2006 arbeiten wir als Gäste an der „Schauburg“. Anfangs haben wir die Musik für ein Stück im Jahr gemacht, diese Spielzeit bin ich bei allen Stücken dabei, in unterschiedlichen Funktionen: meist als Musiker, in „Die Entdeckung der Langsamkeit“ aber auch zum ersten Mal als Schauspieler – das macht wahnsinnig viel Spaß!

Da könnte also noch mehr kommen?

Ich dränge da nie in irgendeine Richtung. Bisher bin ich eigentlich nur auf das eingegangen, was mir angeboten wurde. Das ist in gewisser Weise mein Lebensmotto geworden: „Lass dich überraschen – und hab’ vor nichts Angst!“ Die Lebenserfahrung zeigt einem schon den richtigen Weg. Geblieben ist das Dasein als Musiker: Mit dem „Café Unterzucker“ spielen wir in ausverkauften Häusern – das geht ab wie die Sau und ist echt lustig.

Wie kommt’s überhaupt, dass Produktionen für Kinder Ihr Schwerpunkt wurden – obwohl Sie selbst keine Kinder haben?

Vielleicht ist es gerade deswegen... Und vieles hat sich über die „Schauburg“ ergeben. Der Schauspieler Sebastian Hofmüller hat mich zum Beispiel eingeladen, gemeinsam „Emil und die Detektive“ als Live-Hörspiel zu entwickeln – das führen wir jetzt seit fünf Jahren erfolgreich im Duo auf, und diese Woche haben wir in der „Schauburg“ Premiere mit „Pünktchen und Anton“... Irgendwann hab’ ich gemerkt, dass das genial ist: Weil Kinder kein Blatt vor den Mund nehmen, muss man das auch vor ihnen nicht tun. Das gibt einem eine gewisse Freiheit, und das genieße ich. So kann man eigentlich selber die ganze Zeit Kind bleiben – super!

Das Erwachsenen-Pop-Projekt „Portmanteau“ mit „Taison“ Heiß liegt dagegen ein bisschen auf Eis?

Ja, das kann man so sagen. Wir haben es aber nicht verworfen. Und es juckt auch wieder in den Fingern, damit live aufzutreten. Aber die „Portmanteau“-Ideen, die Verbindung von Elektronik und Schlagzeug, bringen wir einstweilen auch in die Theaterstücke ein.

Und irgendwann gibt’s eine „Schweisser“- Reunion?

Ja, warum nicht!? Ich wäre dafür zu haben. Davor müsste ich aber vermutlich ins Trainingslager, um diese durchaus sportliche Herausforderung am Schlagzeug zu bestehen.

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