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Ein versöhnliches „Servus 2021“: Die zehn schönsten Nachrichten des Jahres

Erstellt:

Von: Wolfgang Schörner, Jennifer Battaglia, Sebastian Tauchnitz, Kathrin Hauser, Theresa Kuchler, Katrin Kleinschmidt, Paul Hopp, Elke Robert

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Sterne statt Böller: Auch wenn heuer wieder kein Feuerwerk abgebrannt werden darf – die Schönheit der Natur erreicht keine noch so spektakuläre Rakete, wie unser
Sterne statt Böller: Auch wenn heuer wieder kein Feuerwerk abgebrannt werden darf – die Schönheit der Natur erreicht keine noch so spektakuläre Rakete, wie unser Fotograf mit seinem Blick vom Hohen Peißenberg beweist. © Foto: Gronau

Machen wir uns nichts vor: Vergnügungssteuerpflichtig war 2021 nicht. Aber war wirklich alles so schlimm, wie alle denken? Nein. Wir haben lange gesucht und zehn gute Nachrichten gefunden, die uns das Jahr beschert hat und die Hoffnung darauf machen, dass 2022 wieder ein richtig schönes Jahr wird.

Baby-Rekord

Der Babyrekord im Schongauer Krankenhaus wird heuer am 18. Dezember geknackt. Georgios heißt der Bub, er ist in diesem Jahr der 600. Säugling, der auf der Schongauer Geburtenstation zur Welt kommt. Und dieses Jahr gibt es gleich zwei echte Schongauer Christkindl: Ronja und Samuel. Stand 27. Dezember kamen im Krankenhaus Schongau in diesem Jahr insgesamt 296 Mädchen zur Welt und 315 Jungen, was mit Hoffnung auf die Zukunft blicken lässt – die Geburtshilfestation wird offenbar gut angenommen. Bis auf die Babymassage, die wegen Corona nicht angeboten wird, konnten Kurse für Rückbildung und Geburtsvorbereitung wenigstens online stattfinden. Auch die Infoabende für werdende Eltern gibt es digital.

Fitness-Welle

Nicht nur fordern, sondern machen: Das ist das Motto der jungen Weilheimer Patrick Mengel und Alexander Niklas. Sie wünschen sich für die Au eine Calisthenics-Anlage – ein Sportgerät, um mit dem eigenen Körpergewicht zu trainieren. Deshalb sammeln sie rund 28 000 Euro Spenden, suchen Lieferanten. Der Bauausschuss des Stadtrats gibt grünes Licht, der TSV Weilheim unterstützt das Vorhaben. Auch an anderen Stellen werden weitere Breitensport-Angebote geschaffen. Beispiele gefällig? Ebenfalls in Weilheim wird die neue Kegelanlage mit vier Bahnen bald fertig, in Peißenberg sorgt nun ein Pumptrack für Begeisterung und in Huglfing entstehen zwei neue Fußballplätze.  

Rekord-Baustelle

Als der Bayersoier Josef Maier mit seinem fast 60 Jahre alten Moped losrattert, ist der große Moment gekommen: Die Echelsbacher Brücke ist wieder für den Verkehr freigegeben. 2018 hatte die Teilerneuerung des Riesen-Bauwerks begonnen, über das die B 23 führt. Im November 2021 sind die Arbeiten offiziell beendet. Bei einer kleinen Eröffnungsfeier im Freien werden einige beeindruckende Zahlen genannt: 183 Meter ist die Brücke lang, 76 Meter hoch, rund 15 000 Schrauben wurden verbaut. Die wichtigste Zahl aber ist eine ganz kleine: Null Unfälle gab es im Zuge der Großbaustelle.

Musen-Tempel

Nach zwei Jahren Bauzeit kann heuer die Pollinger Säulenhalle Stoa 169 fertiggestellt werden. Die Idee zur 1600 Quadratmeter großen Wandelhalle hatte Künstler Bernd Zimmer. Er orientiert sich an antiken Vorbildern und sieht die Stoa 169 als „Zeichen der Solidarität und Völkerverständigung“. Über 100 internationale Künstler haben sich an dem Projekt beteiligt und Säulen in ganz unterschiedlicher Ausführung gestaltet, zehntausende Besucher bestaunen die neue Sehenswürdigkeit. 169 Säulen waren ursprünglich geplant, letztendlich wurden es 121. Der Name „Stoa 169“ bleibt dennoch.

Flut der Hilfe

Im Sommer sorgt die Flut im Ahrtal für unvorstellbare Zerstörungen. Obwohl die Menschen hier auch viele Sorgen haben, zögern sie keine Sekunde: Spenden werden gesammelt, Hilfstransporte organisiert, Markus Eirenschmalz aus Schwabsoien trommelt Firmen zusammen, die mit Mann und Maus und jeder Menge schwerer Technik ins Ahrtal aufbrechen, um bei den Aufräumarbeiten mit anzupacken.

Kostenlose Ferien auf dem Bauernhof für Opfer der Flutkatastrophe – das machten unsere Fotografen Brigitte und Emanuel Gronau mit der von ihnen gegründeten Initiative „Fluthilfe Oberland“ möglich. Vermieter des Bauernhof- und Landurlaubvereines, mit dem die Gronaus kooperieren, stellen ihre Ferienwohnungen für Familien aus den zerstörten Gebieten zur Verfügung. Ein Angebot, von dem rege Gebrauch gemacht wird.

Impf-Hoffnung

Unermüdlich treiben die Mitarbeiter des Impfzentrums in Peißenberg, der Praxen der niedergelassenen Ärzte und Betriebsärzte die Impfkampagne voran. Trotz aller Probleme, Regeländerungen und Unsicherheiten. Allein in Peißenberg werden binnen Jahresfrist 110 000 Impfungen gesetzt. Ein Meilenstein im Kampf gegen die Pandemie, die das Land seit fast zwei Jahren fest im Griff hat, ein Lichtstreif am Horizont für die ausgelaugten Ärzte und Pflegekräfte, Praxismitarbeiter, Kulturschaffenden und Unternehmer, Eltern – kurzum: für alle.

Super-Filser

„Filser bejubelt WM-Bronze“– diese Überschrift in der Heimatzeitung sorgt am 18. Februar nicht nur bei Skifans im Landkreis für Freude. Die wahrhaft gute Nachricht hinter der Schlagzeile: Beharrlichkeit und Fleiß zahlen sich eben doch aus. Denn der Weg von Andrea Filser (28) hin zur Team-Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft in Cortina d’Ampezzo war ein weiter und beschwerlicher. 2012 startete die Wildsteigerin erstmals im Weltcup und holte alsbald Punkte. Doch danach wurde sie immer wieder von zum Teil sehr schweren Verletzungen zurückgeworfen. Eine komplizierte Unterschenkelfraktur 2013 stoppte ihren Aufstieg. Danach kämpfte sie sich über Europacup-Rennen zurück - und erlitt 2016 einen Kreuzbandriss. Wieder musste sie von vorn anfangen. 2018 gewann Filser den deutschen Meistertitel im Slalom, es ging wieder aufwärts. Umso schöner, dass es schließlich bei ihrer ersten WM-Teilnahme gleich mit einer Medaille geklappt hat.

Schlaue Schüler

Harte Zeiten liegen hinter den Schülern, mit Wechsel- und Distanzunterricht, mit Verzicht auf Schulfahrten und allerhand anderer Unsicherheiten. Das ist Schule unter erschwerten Bedingungen. Die gute Nachricht: Im Penzberger Gymnasium schlossen 2021 die Abiturienten ihre Schullaufbahn mit einem Rekord-Abi ab. Ihr Schnitt von 1,99 toppte sogar noch das Ergebnis von 2,09 aus dem Vorjahr. Einen Spitzenwert schafften auch die Realschul-Absolventen: Mehr als ein Viertel hatte eine Eins vor dem Komma. Auch bei der Mittelschule gab es viel Lob. Dessen Rektor Michael Zwick hat es so auf den Punkt gebracht: „Respekt für dieses Durchhalten.“  

Großherzigkeit

Pandemie hin oder her: Die Menschen brauchen unsere Unterstützung. Und deswegen gibt es auch 2021 viele, viele Menschen, die Hilfsprojekte weiterführen, ausbauen oder neu ins Leben rufen. So sind zum Beispiel die „Albanienhilfe Weilheim“ und die „Stiftung Namibia“ seit Jahren in den entsprechenden Ländern aktiv und haben ihr Engagement jetzt coronabedingt noch verstärkt. Anfang des Jahres erst hat etwa der neue Verein „Taking Hands Namibia“ seine Arbeit aufgenommen. Doch nicht nur im Großen, auch im Kleinen hilft man sich gern.  

Welpen-Station

Von Anfang an war sie mit eingeplant, jetzt steht sie da: die Welpen-Auffangstation am Sonnenhof in Rottenbuch. Seit Herbst stehen dem Tierheim dank der neu errichteten Gebäude ausreichend Kapazitäten zur Verfügung, um gerettete Tiere aufzunehmen und angemessen zu versorgen. Die Hunde gelangen aus den Fängen des illegalen Welpenhandels nach Rottenbuch. In einer Quarantänestation und sogenannten Vermittlungshütten werden sie tierärztlich behandelt und sozialisiert. Der erste Wurf konnte im September aufgenommen werden.

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