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Drei Frauen, ein „Spatzennest“: (v.l.) Krippenleiterin Claudia von Grudzinski, Vereinsvorsitzende Andrea Braitmaier und Geschäftsführerin Monika Scheer.

Kinderbetreuung im „Spatzennest“

Stetes Wachstum braucht Management

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Die Kinderbetreuung im Penzberger „Spatzennest“ gehört seit 15 Jahren zum Stadtleben. Seit zehn Jahren ist eine eigens gegründete gemeinnützige GmbH, die „Spatzennest Familienservice“, Träger der Einrichtung.

Penzberg – Die Wurzeln des „Spatzennestes“ in Penzberg reichen bis zum 29. Juni im Jahr 2000 zurück. An diesem Tag gründete sich der „Spatzennest“-Verein, eine Elterninitiative zur Gründung einer Kinderkrippe. Entstanden war diese aus einer Abfrage des Roche-Betriebsrats wegen der Notwendigkeit einer zusätzlichen Kinderbetreuung in Penzberg. Ziel: eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Am 1. März 2002 startete die erste Ganztagesgruppe im Thal 13. Doch schon bald stieß die Einrichtung an ihre räumlichen Grenzen. Im März 2006 war es soweit: Das „Spatzennest“ zog in das neue Domizil am Daserweg ein. Die Stadt ließ sich den Bau rund eine Million Euro kosten. Inneneinrichtung samt Material wurde vom Verein finanziert und kostete rund 130 000 Euro.

Die Kinderkrippe wuchs beständig, was aber auch den Verein an seine Grenzen stoßen ließ. Deshalb kam es zur Gründung der gemeinnützigen GmbH. „Die Arbeit war von der Vorstandschaft ehrenamtlich nicht mehr zu stemmen gewesen“, begründet Geschäftsführerin Monika Scheer rückblickend die Entscheidung. Es sei auch eine Haftungsfrage gewesen, sagt sie. Und eine Frage der arbeitsrechtlichen Sicherheit für die Mitarbeiter: Denn ein Vereinsvorstand als Arbeitgeber könnte ja alle zwei wechseln.

Zudem konnte die GmbH leichter gegenüber Behörden und Finanzamt auftreten als ein Verein. Im April 2007 wurde also der „Familienservice“ aus der Taufe gehoben. Seitdem führt Monika Scheer die Geschäfte.

„Es war ein schwieriger Prozess“, sagt sie über die Anfänge. Die GmbH wacht mittlerweile über ein gewachsenes Gebilde. Derzeit gibt es 26 Mitarbeiter im „Spatzennest“ und 85 Plätze, 82 Kinder sind derzeit aufgenommen. Scheer ist Geschäftsführerin auf Teilzeit und hat noch eine Teilzeit-Mitarbeiterin. Die GmbH finanziert sich aus Elternbeiträgen sowie Fördergeldern von der Bezirksregierung und von der Stadt Penzberg, außerdem schießt Roche was dazu. Den Jahresetat beziffert Scheer auf rund 1,2 Millionen Euro.

Die Bilanz nach zehn Jahren GmbH fällt bei der Geschäftsführerin positiv aus. Die Zeit bezeichnet Scheer als „spannend und herausfordernd“ – vor allem wegen der kontinuierlichen Erweiterung des „Spatzennest“. Im Herbst 2011 wurden die ersten Anfragen deswegen gestellt, im Frühjahr 2012 begannen die Arbeiten am Anbau für Krippe und Verwaltung, kurz danach der Umbau des Bestandsgebäudes. Im September nahm die Krippenleiterin Claudia von Grudzinski ihre Arbeit auf, sie folgte auf Silvia Preißler. Im November des gleichen Jahres ging die größere Einrichtung am Daserweg mit einer fünften und sechsten Krippengruppe sowie Ganztagesgruppen mit 24 Plätzen in Betrieb. Die Stadt hatte rund 1,5 Millionen Euro in den Umbau investiert. Zum September 2013 startete eine siebte Übergangs-Krippengruppe für zwei Jahre und im September 2016 betrat das „Spatzennest“ Neuland: Erstmals gibt es eine Kindergartengruppe.

Neben dieser zählt die Einrichtung heute fünf Krippengruppen. Dabei wird es nicht bleiben: Im März segnete der Stadtrat die Planung für einen Kindergarten-Anbau für vier Gruppen am Daserweg ab. In seiner jüngsten Sitzung stimmte auch der Stadtrat dem Planentwurf zu. Die Zeit drängt: Die Fertigstellung der Tagesstätte soll möglichst schon im September 2018 sein. Als Kostenobergrenze wurden 3,578 Millionen Euro brutto für die Baukosten samt Außenanlage festgelegt. Die GmbH als Träger würde wie bisher Miete an die Stadt zahlen. Für GmbH-Chefin Scheer und das Team war die Entscheidungsfindung eine Geduldsprobe gewesen, denn noch im Sommer 2016 hatte der Stadtrat wegen der Kosten gebremst.

Doch die „Familienservice GmbH“ hat noch mehr auf der Agenda. Geschäftsführerin Monika Scheer will nicht nur das laufende Qualitätsmanagement weiterführen. „2018 brauchen wir richtig viel Personal“, sagt sie mit Blick auf die anstehende Erweiterung. Auf dem Markt jedoch qualifizierte Mitarbeiter zu finden, sei nicht so einfach. Aber anfängliche Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen sind sie in der gemeinnützigen „Spatzennest“-GmbH ja gewohnt

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