+
Partystimmung: Im „Sonnendeck“ heizten „Flocque & Roque“  den Zuhörern richtig ein.

Weilheim

Eine „KultUHRnacht“ mit zwei Gesichtern

Ein Besuch bei der elften Weilheimer „KultUHRnacht“, die nach der Flaute in den vergangenen Jahren wieder sehr  gut besucht war.

Weilheim – Samstagabend, kurz nach 20 Uhr im „Dachsbräu“: Das Bräustübel füllt sich, bald ist kein Tisch mehr frei. Die Speise-Wirtschaft wandelt sich langsam zur Musikkneipe. Eine halbe Stunde später schwappen die ersten bluesigen Töne aus dem hinteren Saal in die Räume davor.Das „William Wetsox Trio“ spielt dort heute im Rahmen der „KultUHRnacht“, die zum elften Mal in die Weilheimer Innenstadt lockt. 13 Lokale, Gaststätten und Kneipen beteiligen sich heuer, in der „Waldwirtschaft am Gögerl“ finden gleich zwei Veranstaltungen statt: Ab 20 Uhr spielt die Band „Rigoros“ und ab Mitternacht sammeln sich dort die Nachtschwärmer bei der „Aftershowparty mit DJ Jazzy James und DJ Blizzard“.

Im „Dachsbräu“ ist die „KultUhrnacht“ so, wie sie sein soll. Senioren, wie Jugendliche, Eltern und Kinder, junge und ältere Paare sitzen um die Tische, trinken und essen oder lauschen nur dem guten, alten Blues des Huglfingers William Wetsox, den er mit kehliger Stimme und auf Bairisch singt. Das Bräustüberl ist zwar gut besucht, aber an einzelnen Tischen ist immer ein Plätzchen frei. Es herrscht ein reges Kommen und Gehen.

Das Konzept, mit dem der Veranstalter „Holiday Event Sunrise“ neu durchstarten wollte, scheint aufgegangen zu sein: Nachdem in den vergangenen zwei Jahren etwas Flaute herrschte, bei der Musikveranstaltung, die bis auf das vergangene Jahr traditionell in der Nacht der Zeitumstellung stattfindet, strömen Musikfans heuer wieder in Scharen nach Weilheim zur „KultUHRnacht“. Schon bald sind die Straßen und die Lokalitäten, an denen Musik zu hören ist voller Nachtschwärmer.

Zu kommen oder zu gehen ist im „Sonnendeck“ so gut wie unmöglich: Kurz vor 22 Uhr drängt sich eine Menschentraube vor der Kneipe, in der, wie in jedem Jahr, „Floque & Roque“ Rock- und Popklassiker und neue Hits covern. Es ist gesteckt voll. Eine Frau macht aus der Not eine Tugend: „Hier draußen kann man wenigstens tanzen“, sagt sie und wippt zu „Lady in Black“ mit. Neidisch und mitleidig zugleich blicken die, die draußen stehen, durch die großen Glasfronten auf die, die sich drinnen bestens amüsieren. Nicht viel besser ist es auf der anderen Straßenseite in der „Oase“, wo die „Höllenbriada“ härtere Töne anschlagen. Auch hier drängen sich die „KultUHRnacht“-Gänger auf dem Gehweg. Drinnen finden immerhin ein paar Unerschrockene den Platz zum Headbangen.

Bilder von der „KultUHRnacht“

Etwas ruhiger geht es da im „La Galeria“ zu, wo „Veto“ so Musik machen, dass es sich gut dabei speisen lässt. Gemütlich ist es auch im „Wild und Gut“, wo Michi Marchner seine Lieder singt und dazu Gitarre spielt. Auch hier ist jeder Platz besetzt. Wem das auch noch zu viel Trubel war, der konnte in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt beim „Nightfever“ zur Ruhe kommen, wo es Musik zu hören gab, die Besucher mit einem Priester ins Gespräch kommen oder eine Kerze anzünden konnten.

22.30 Uhr: Musik und Stimmengewirr dringen durch die Straßen der Innenstadt. Viele sind heute unterwegs, viele ziehen von Kneipe zu Kneipe, manche, weil sie müssen. Die Plätze drinnen sind rar. Auch vor dem „Blu“ hat sich eine Schlange gebildet. Ein Türsteher schüttelt mit dem Kopf, als ein Pärchen das Lokal betreten will. „Wir sind voll“, sagt er. Drinnen singen „ Ro Clausman und Laurie Jones“ „No woman no cry“ und viele singen mit.

Gut, dann eben weiter ins „GH 43“ in die Kreuzgasse, wo „Red Stixx“ spielen. Die machen aber gerade Pause. Es ist nach 23 Uhr, vielleicht gibt es ja jetzt im „Sonnendeck“ Platz? Nein, die Menschentraube, die sich vor der Eingangstüre gebildet hat, ist größer als zuvor. Dann war’s das eben mit der diesjährigen „KultUHRnacht“, schließlich ist die Nacht ja noch eine Stunde kürzer, als sonst. In weniger als drei Stunden wird die Uhr um eine Stunde vor gestellt. 

Kathrin Hauser 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Klingt magisch!
Nirgends ein Plakat, praktisch keine Werbung, und dennoch war Weilheims Stadthalle am Freitagabend restlos ausverkauft: Das „Herbert Pixner Projekt“ ist ein Phänomen.
Klingt magisch!
Sicherheitslage hat sich verändert
Wie die Polizei arbeitet,  erfuhren die rund 30 Interessierten, die zum CSU-Stammtisch nach Paterzell  gekommen waren. Polizeichef Harald Bauer gab Auskunft.
Sicherheitslage hat sich verändert
Feldstadel in Flammen: Polizei vermutet Brandstiftung
Bei Antdorf ist am Wochenende ein Feldstadel abgebrannt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Es ist nicht der erste Fall.
Feldstadel in Flammen: Polizei vermutet Brandstiftung
Dekan ist begeistert von der Dynamik
Auch in Weilheim werden „500 Jahre Reformation“  gefeiert. Dekan Axel Pieper  zieht eine erste Bilanz des Jubiläums.
Dekan ist begeistert von der Dynamik

Kommentare