Selbstgebackenes Brot und Guglhupf gibt’s im Hofcafé von Barbara Jahn und Thomas Schweyer. Foto: ruder
+
Selbstgebackenes Brot und Guglhupf gibt’s im Hofcafé von Barbara Jahn und Thomas Schweyer.

Thomas Schweyer nahm mit „Hofgarten Pfaffenwinkel“ an Wettbewerb teil

Einer der besten Bio-Bauern im deutschsprachigen Raum ist aus Unterhausen

Der „Hofgarten Pfaffenwinkel“ an der Dorfstraße in Unterhausen ist jetzt zertifizierter „Naturgarten“, und sein Besitzer und Gestalter Thomas Schweyer (53) gehört laut einem Wettbewerb zu den besten Bio-Landwirten im deutschsprachigen Raum.

Unterhausen - Mehr als 200 qualifizierte Bewerbungen waren bei der Fachzeitschrift „agrarheute“ für den „Ceres-Award“ eingegangen. Landwirt Schweyer und seine Lebensgefährtin Barbara Jahn waren ins Finale der letzten 30 gekommen. Zum Sieg bei den Biobauern hat es nicht ganz gereicht, den erlangte ein Weinbauer aus Österreich. Die Sieger in den verschiedenen Kategorien sollten eigentlich am 28. Oktober bei der „Nacht der Landwirtschaft“ in Berlin bekannt gegeben werden. Doch coronabedingt wurde die Veranstaltung auf den März 2021 verlegt – und die Sieger und Finalisten vorab über das Ergebnis informiert. Die Heimatzeitung sprach mit Thomas Schweyer.

Wie haben Sie erfahren, dass Sie nicht Bio-Landwirt des Jahres geworden sind?

Ich wurde vor der Veröffentlichung im Internet und per Pressemitteilung telefonisch informiert. Uns wurde die Entscheidung der Jury und die Gründe dafür sehr freundlich mitgeteilt. Inzwischen habe ich die Ceres-Plakette „Finalist“ zugeschickt bekommen und ein ausführliches Schreiben, in dem steht, dass wir stolz sein können, zu den besten Bio-Landwirten im deutschsprachigen Raum zu gehören.

Also sind Sie nicht enttäuscht, dass Sie nicht den ersten Platz belegt haben?

Nein, denn mit einem Sieg haben wir selber nicht gerechnet. Wir sind immer noch sehr stolz, dass wir als kleines Projekt so weit gekommen sind. Das Erreichen des Finales ist ein großer Erfolg für unser Projekt und ist auch eine sehr positive Werbung.

Ist das Erreichen des Finales der letzten 30, als einer von drei Biohöfen, auch ein Ansporn für Sie und ihre Lebensgefährtin Barbara Jahn?

Auf jeden Fall ist das ein Ansporn für uns und eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ganz gleich, welche Platzierung wir erreicht haben, wir wollen weiterhin zeigen, dass Landwirtschaft sehr wohl im Einklang mit der Natur und dem Tierwohl gehen kann. Landwirtschaft muss wieder schmecken und vor allem müssen unsere Kinder Landwirtschaft wieder erfahren und anfassen dürfen. Der „Hofgarten Pfaffenwinkel“ ist ein Projekt aus Leidenschaft.

Allein die Teilnahme am Finale hat Ihnen ein großes Medienecho und viel Aufmerksamkeit im Netz gebracht. Haben Sie das auf dem Hof gemerkt?

Diese mediale Aufmerksamkeit hat viele neue Gäste auf den Hof gelockt und wäre für uns tatsächlich nicht zu bezahlen gewesen. Schon allein der kleine Film und die tollen Fotos von einem Profifotografen, die wir nutzen dürfen, sind eine große Belohnung und haben bereits sehr viele positive Reaktionen hervorgebracht. Wir machen gerade einen schönen Flyer für den Garten und das Hofgartenstüberl, wo wir die Fotos natürlich absolut gut verwenden können.

Ihr Café ist genau in der Bewerbungszeit fertig geworden und in dem Video für den Wettbewerb zu sehen. Wie liefen die ersten Wochen bis zum Lockdown?

Das Café ist genau rechtzeitig in Betrieb gegangen. Wir hatten so schöne Wochenenden, wo schon viele Gäste den Garten besucht haben. Seit der Eröffnung am 15. August erfreut sich das kleine Lokal wachsender Beliebtheit. Familien, Senioren, Neugierige, Spaziergänger und Radfahrer genießen die angebotenen Kuchen und Brotzeiten. Die große positive Resonanz ist Lob und Ansporn zugleich. Wir sind in Zukunft auch offen für Familien- oder Firmenfeiern, Seminare und Abendveranstaltungen mit regionalen Kleinkünstlern und Musikern. Die Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben ist uns generell sehr wichtig und auch ein weiterer wichtiger Grund für den Erfolg.

Was gibt es nächstes Jahr Neues auf ihrem Hof?

Ein großer Wunsch wäre ein Backhaus direkt im Garten. Wir planen dann einmal im Monat ein Gemeinschaftsbacken, wo die Kunden ihren zu Hause gefertigten Teig mitbringen können und wir diesen dann zusammen im Holzofenbacken quasi „dorfbacken“, wie es früher üblich war. Eine schöne alte Tradition, die wir wiederbeleben möchten. Zudem soll der Eingang zum Hofgartenstüberl barrierefrei und der Gastgarten noch ein wenig hübscher werden.

Sie haben gerade auch die Zertifizierungsurkunde zum „Naturgarten – Bayern blüht“ vom Bayerischen Landesverband Gartenbau bekommen. Deshalb: Was tut sich im Gemüsegarten?

Ein Vertikalgarten soll entstehen, als Beispiel für platzsparendes Gärtnern. Und unsere Gemüsevielfalt soll auch noch erweitert werden, indem wir ein weiteres Folienhaus bauen. Pläne und Ideen gibt’s noch genug.

Interview: Ralf Scharnitzky

Auch interessant

Kommentare