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Arbeitsplatz und Schaltzentrale des SVP: Elvira Hutter-Heinrich in ihrem Büro.

Elvira Hutter-Heinrich im Porträt

SV-Chefin malt auch gern Mandalas

Elvira Hutter-Heinrich ist ein Zahlenfan und seit zweieinhalb Jahren Chefin des Sportvereins (SV) Polling. Ein Porträt. 

Polling Pannen passieren und lassen sich auf die Schnelle auch oft nicht beheben. Wie bei der Hauptversammlung des SV Polling im Januar, als die Vereinsmitglieder nach einem Stromausfall im Saal im Dunkeln saßen. Elvira Hutter-Heinrich, die Chefin des SVP, ließ sich davon aber nicht beeindrucken. Kurzerhand hielt sie die Versammlung bei Kerzenlicht ab. „Ich bin Waage, mich bringt so schnell nichts aus der Ruhe“, erklärte die 61-jährige, die vor rund zweieinhalb Jahren den Job an der Spitze des Sportvereins im Klosterdorf übernommen hat, mit einem Schmunzeln.

„Ich kann schon mal aufbrausend sein, wenn mich was ärgert. Das wird dann aber ausdiskutiert und dann ist es auch gut. Ich bin ein Freund des friedlichen Miteinanders“, sagt Hutter-Heinrich, die zunächst kommissarisch den Vorsitz übernahm, als der damalige Vorstand Wolfgang Wohner überraschend zurückgetreten war. Bei der Versammlung Anfang 2015 wurde sie dann offiziell im Amt bestätigt, obwohl sich die langjährige zweite Vorsitzende nicht darum gerissen hatte. „Wir haben viel gesucht, aber niemanden gefunden, dann habe ich es halt gemacht“, so Hutter-Heinrich. Zwischen Stellvertreter und Vereinsboss besteht ein großer Unterschied, wie sie vor allem beim Arbeitsaufwand feststellte. Im Schnitt zehn bis 20 Stunden pro Woche war sie im letzten Jahr in Sachen SVP im Einsatz. Das lag aber vor allem am Großprojekt „Neues Vereinsheim“ das viel Zeit verschlang. Konzepte zu erarbeiten, zu besprechen und Planungen zu überarbeiten, standen dabei auf ihren Terminplan. „Ich musste schließlich den Gemeinderat auf meine Seite bringen“, so Hutter-Heinrich.

Nicht nur in dieser Phase war sie froh um jede Unterstützung aus der Vorstandschaft. „Wir haben da auch ein tolles Team, die nehmen mir viel ab“, sagt die Vereinschefin, die darüber hinaus den Einsatz der Ehrenamtlichen in den Abteilungen hervorhebt. „Dort haben wir super engagierte Leute, die letztlich die Arbeit im Sportverein machen“, erklärt die gebürtige Münchnerin, die in Penzberg aufgewachsen ist. Vor über 40 Jahren zog sie nach Polling. Zu der Zeit arbeitete sie noch bei „Siemens“ als Informatikerin. „Wobei das damals noch Ingenieurassistentin hieß, und da war ich als Frau allein auf weiter Flur“, so Hutter-Heinrich, die sich Mitte der 1980er Jahre ein Computergeschäft in Weilheim für den Vertrieb von Hard- und Software aufbaute, das bis zu zehn Mitarbeiter hatte.

Seit 2000 arbeitet sie vom schmucken Einfamilienhaus in Polling aus, in dem sie mit ihrem zweiten Ehemann und dem Stiefsohn lebt. Sie erledigt für verschiedene Unternehmen die Lohnabrechnung und Buchhaltung. „Ich bin ein Zahlenmensch“, räumt sie mit Blick auf die volle Regalwand, in der die mit Belegen gefüllten Ordner sauber in Reih und Glied stehen, ein. Wenn der Zahlenwust einmal zu groß wird, schließlich ist sie auch noch für die Buchhaltung des SVP zuständig, malt sie zur Entspannung geometrische Bilder, sogenannte Mandalas, oder sie genießt die Ruhe in ihren blumenreichen Garten.

Ihre Freizeit verbringt sie gerne mit Krimis, egal ob in Buchform oder im Fernsehen. Auch in der Küche ist die Hobbyköchin, deren Spezialität Plätzchen sind, mit der sie in der Adventszeit ihre Freunde und Bekannten versorgt, oft anzutreffen. Bei Reisen darf und soll es dagegen möglichst weit weg gehen. In Dubai oder Kuba war sie schon. Auf dem Wunschzettel steht jetzt noch der Westen der USA.

Beim Sport bevorzugt sie Step-Aerobic, Pilates, Radlfahren und Skifahren. Letztere Aktivität war auch ihre Eintrittskarte beim SVP. Nach ihren Umzug nach Polling schloss sie sich der Abteilung „Ski“ und der Abteilung „Turnen“ an. Wobei sie nicht nur beim Sportverein aktiv war und ist. Seit über zwei Jahrzehnten sitzt sie im IHK-Prüfungsausschuss für Bürokaufleute und sechs Jahre führte sie die Kasse bei der Pollinger Nachbarschaftshilfe. Den gab sie auf, nachdem sie den Vorsitz beim über 1000 Mitglieder starken SVP übernommen hatte. Dort will sie auch noch einiges bewegen. „Wir wollen im Verein das Angebot vergrößern, so dass möglichst viele Kinder, Jugendliche, aber auch Senioren bei uns aktiv sein können und eine Heimat finden.“ Hutter-Heinrich setzt große Hoffnungen in den Neubau des Vereinsheims mit zusätzlichen Räume. Bis zur Fertigstellung im nächsten Jahr, möglichst ohne Pannen, will sie auf alle Fälle noch als SVP-Chefin weitermachen. „Das habe ich jetzt mal so ins Auge gefasst“, verrät die stets gut gelaunte Vereinschefin.

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