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Die Wohngemeinschaft „Josef“ besuchten Vlasta Beck (l.), Inge Schmidt-Winkler (3. v.l.) und Christiane Berger und Oliver Pilz von der Sozialstation.

notizen aus der wirtschaft

Die ersten drei Bewohner sind eingezogen

Weilheim - Die Alzheimer-Gesellschaft nennt ihre „Demenz-WGs“ ein „Modell für Bayern“. In Weilheim sind die ersten Bewohner eingezogen.

Großer Besucherandrang herrschte am Samstag im dem jetzt fertiggestellten Haus der „Maro“-Genossenschaft, in dem sich zwei Wohngemeinschaften für an Demenz erkrankte alte Menschen befinden. Es konnten die Räume der zweiten Wohngemeinschaft besichtigt werden, die noch nicht belegt ist. Neben Angehörigen dementer Menschen kamen auch zahlreiche Genossen, die Anteile gezeichnet haben und sehen wollten, wie ihr Geld verwendet worden ist.

Die Genossenschaft ist laut Inge Schmidt-Winkler vom „Maro“-Vorstand nicht auf finanziellen Profit ausgelegt. Die Zeichner der Anteile würden ihre Investition eher als soziales Engagement sehen. Es ermögliche ihnen aber auch, einen Platz für einen Verwandten in einer der Wohngemeinschaften zu bekommen. Wer drei Anteile im Wert von insgesamt 1500 Euro hält und einen Bezug zur Region hat, kann laut Schmidt-Winkler einen Platz beantragen. Über die Aufnahme entscheidet ein Gremium, das von den Angehörigen der Bewohner gebildet wird.

Die erste Wohngemeinschaft mit dem Namen „Josef“ hat inzwischen drei Bewohner. Dass noch sieben Plätze frei sind, liegt laut Vlasta Beck, die für das Angehörigen-Gremium arbeitet, nicht an mangelnder Nachfrage. Es gebe bereits zahlreiche Anfragen, allerdings brauchten die Angehören der Betroffenen Zeit, um die „für sie nicht leichte Entscheidung“ zu treffen. Betreut werden die Bewohner von der Ökumenischen Sozialstation. Laut deren Geschäftsführer Oliver Pilz ermöglichen deren Mitarbeiter den Bewohnern auch die Mitarbeit im Alltag, soweit dies möglich ist.

Die Vorsitzende der Alzheimer-Gesellschaft, Petra Stragies, sieht die Wohngemeinschaften als Signal für den Landkreis Weilheim-Schongau. Diese Einrichtung sei die erste ihrer Art im Landkreis und damit „ein Modell für die Region“. Bayernweit gebe es erst 50 Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz.

Die nächste Führung findet am Samstag, 27. Februar, statt. Treffpunkt: 15 Uhr bei der Altheimer-Gesellschaft, Schützenstraße 26b. 

st

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