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Miteinander im Barbara-Saal: Gemeinsam wurde zum Beginn des Friedensfestes gesungen.

Premiere in Penzberg

Ein Fest für das Miteinander

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In Penzberg wurde das erste Neujahrs- und Friedensfest gefeiert. Flüchtlinge und Bürger trafen sich im Pfarrzentrum Christkönig. Die Aktion ging von den beiden Kirchen und der Islamischen Gemeinde aus.

Penzberg – Gut, der Anfang war etwas holperig. Aber das ist kein Wunder, wenn Menschen verschiedenster Nationalität auf Kommando gemeinsam und wenig textsicher das Lied „Salaleo“ aus Gambia anstimmen sollen. „Sei gegrüßt, Reisender!“, heißt das Stück übersetzt – und es passte als Einstimmung auf das Neujahrs- und Friedensfest, dass im Penzberger Pfarrzentrum Christkönig gefeiert wurde.

Die Veranstaltung war eine Premiere. Eingeladen hatten die katholische Pfarrei, die evangelische Kirchengemeinde und die islamische Gemeinde. Das Ziel: Flüchtlinge, Bürger und Aktive aus den Unterstützerkreisen sollten zwanglos zusammenkommen, sich bei Musik, Tanz, Spielen, Gesprächen und Essen austauschen und kennenlernen. Das Fest war die Fortsetzung der „Miteinander-Treffen“, die im Herbst vergangenen Jahres ausgelaufen waren. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, so Mitorganisatorin Maria Braun von der katholischen Pfarrei – und zwar, dass „ein gutes Miteinander“ auch in angespannten politischen und gesellschaftlichen Zeiten möglich ist. Braun: „Es soll ein Signal sein für Frieden und Gemeinschaft in unserem Ort.“ Die Veranstaltung soll auch die „Motivation für Integration“ anschieben, bekräftigt Dieter Raisch von der evangelischen Gemeinde, selbst im Helferkreis. „Jeder kann sich einbringen.“

Unter den rund 100 Besuchern sitzt die Familie von Ziyad Alik. Der 45-Jährige stammt aus Syrien und lebt seit Juli 2015 in Penzberg. Die Stadt sei sehr gut, sagte er. Seine Frau Nahida Al Hindi (46) nickt: „Hier ist es schön. Die Menschen sind freundlich.“ Die Töchter Rafef (8) und Reity (5) sind mitgekommen zum Friedensfest. Die Vier waren eine der ersten Flüchtlingsfamilien in Penzberg, mittlerweile ist ihr Status anerkannt, berichtet Raisch. Seit fast zwölf Monaten leben sie nun in einer eigenen Bleibe. „Das ist eine sehr gute Wohnung“, berichtet der Vater voller Stolz. Was aber fehlt, ist ein Job für Ziyad Alik. Gelernt habe er Buchhalter. Aber da etwas zu finden, ist schwer. Egal: „Ich möchte auf jeden Fall etwas arbeiten.“ Bei Ziyad Alik wird deutlich, wie schnell die internationale Politik plötzlich in Penzberg aufschlägt: Die Familie kommt aus Syrien, sie sind aber Palästinenser, was ihr Heimatland nicht per Pass bestätigt – der 45-Jährige, seine Frau und die Kinder sind staatenlos. „Ich habe kein Land“, sagt Ziyad Alik und lacht traurig.

Zum Abschluss des Festes geht es raus auf den Kirchplatz. Dort versammeln sich die Besucher. Sie singen zusammen und beten gemeinsam. Dazu werden Lichter angezündet. Dann erklingt die alte Friedenshymne „We shall overcome.“ An diesem Abend herrscht ein Gefühl von Miteinander ohne Grenzen – zumindest in Penzberg.

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