Keine Berührungsängste: Der evangelische Landesbischof Bedford-Strohm (r.) und Imam Benjamin Idriz. Foto: garbe

Evangelischer Landesbischof: Keine pauschale Abqualifizierung des Islams

Penzberg - Der evangelische Landesbischof Bedford-Strohm besuchte die Moschee in Penzberg. Er sprach sich dabei deutlich für einen weltoffenen Islam aus - und lobte die Penzberger Gemeinde.

Bedford-Strohm setzt mit seinem Besuch eine Tradition fort. Sein Vorgänger Johannes Friedrich war 2010 zu Gast in Penzberg, als die Gemeinde noch vom Verfassungsschutz beobachtet wurde. Es ist offensichtlich: Die evangelische Kirche in Bayern ist bemüht um den Dialog mit den Muslimen. Und Penzberg gilt als vorbildlich.

Bedford-Strohm lobte: Er wünsche sich einen „weltoffenen Islam, wie wir ihn hier in Penzberg finden“. Er kenne die Ängste der Menschen, dass die Grenzen zwischen Christentum und Islam nicht deutlich genug gezogen oder islamistische Taten verharmlost würden. Und natürlich seien menschenverachtende Aspekte einer Religion oder die Erniedrigung von Frauen nicht zu tolerieren. Aber auch eine „pauschale Abqualifizierung des Islam“ dürfe es nicht geben. „Die Begegnung ist die Lösung“, sagte Bedford-Strohm. Die Menschen müssen fremde Religionen als Bereicherung sehen. „Manchmal halten sie uns selbst einen Spiegel vor“, so der Landesbischof.

Imam Idriz sagte, dass der Besuch des Landesbischofs ein Zeichen sei für gegenseitige Akzeptanz, Toleranz und Frieden. Und Mut. „Die evangelische Kirche zeigt ein ernsthaftes Interesse an dem Dialog mit den Muslimen“, so Idriz.

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