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Zwei Ampeln kurz hintereinander stehen entlang der Ortsdurchfahrt. Die Straße nach rechts führt auf den Berg, jene nach links zu Grundschule und Feuerwehr.

Rathauskreuzung in Hohenpeißenberg

Fast täglich wird die rote Ampel ignoriert

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Immer wieder rauschen Auto- und Lkw-Fahrer in Hohenpeißenberg bei Rot über die Ampel. Schulweghelfer und Gemeinde sind besorgt.

Peißenberg – Dass die Hohenpeißenberger nach der Eröffnung der Umfahrung lechzen, ist kein Geheimnis. Doch ihnen geht es dabei nicht nur darum, Lärm und Dreck aus dem Ort herauszubekommen. Sie wollen auch Sicherheit – und die ist vor allem an der Rathauskreuzung für Fußgänger nicht gegeben. Auto- und Lastkraftwagenfahrer ignorieren dort immer wieder die Ampeln.

„Wir haben fast jeden Tag jemanden, der bei Rot drüber fährt“, sagt Heike Riedl, Koordinatorin der Schulweghelfer. „Das ist schon kriminell.“ Das Problem sei vor allem, dass es an dieser Stelle zwei Fußgängerüberwege über die Ortsdurchfahrt gibt – eine vor und eine hinter der Kreuzung. „Viele geben an der ersten Ampel noch Gas und rauschen dann bei der zweiten bei Rot rüber.“ Vor allem am Morgen im Berufsverkehr sei es „richtig heftig“. Deshalb stehen die Schulweghelfer bereit, um die Kinder sicher über die Straße zu begleiten. Die Erwachsenen schauen dabei nicht nur, wann die Fußgängerampel auf Grün springt – „wir warten ab, ob die Autos wirklich stehen bleiben“. Erst dann dürfen die Schüler loslaufen.

Auch im Gemeinderat ist das Problem bekannt. „Die Doppelampelregelung ist eine Katastrophe“, sagte Rupert Weingartner (CSU) im Gremium. Bürgermeister Thomas Dorsch sieht die Gefahr ebenfalls. „Das Hauptproblem sind Lastzüge, die einfach nicht bremsen. Die fahren über die erste Ampel bei Rot und über die zweite auch.“ Laut Gabriela Seitz-Hoffmann („Aufwind“) ignoriere aber nicht nur der Durchgangsverkehr auf der Ortsdurchfahrt die Ampeln – auch manch Fahrer, der vom Berg runterkommt, missachte das rote Licht beim Abbiegen. Die komplette Verkehrssituation an dieser Kreuzung „bedarf einer anderen Lösung“, sagt Weingartner.

Die soll im Zuge der Umgestaltung der Ortsdurchfahrt gefunden werden. Das ist einer der Punkte, den der Gemeinderat im „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept“ – kurz ISEK – festhalten wird. Das Papier dient als Leitfaden für künftige Vorhaben – und es ist die Grundlage, um aus manchen Fördertöpfen Geld zu bekommen. Der Gemeinderat wird das ISEK demnächst verabschieden.

Die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt muss dann trotzdem noch warten, bis ein anderes Bauprojekt abgeschlossen ist: die Umgehungsstraße. „Wir freuen uns, wenn sie endlich fertig ist“, sagt Riedl. Allein schon, wenn weniger Autos tagtäglich die Kreuzung passieren, „wird die Situation entschärft“, ist sie sicher.

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