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Reiner Wein beim Starkbieranstich: Bruder Johannes – alias Hans Seidl – nahm bei der Josefi-Feier im „Haus der Vereine“ kein Blatt vor den Mund. 

Fastenpredigt in Hohenpeißenberg

Von Schlüsselproblemen und Tücken der Technik

Einen weiten Bogen spannte Bruder Johannes bei seiner Fastenpredigt. Von der weiten Welt ging es über den Landkreis nach Hochenpeißenberg.

Hohenpeißenberg – Mit einem Glas Wasser stieß der Hohenpeißenberger Bürgermeister Thomas Dorsch bei der Josefi-Feier der KnaTra (Knappschafts- und Trachtenkapelle) auf das Ereignis an. Er lieferte auch gleich die Erklärung. Er habe sich vorgenommen, in der Fastenzeit nur Wasser zu trinken und sich schon darauf gefreut, aus Anlass der Josefi-Feier eine Ausnahme zu machen und Bier zu trinken. Allerdings hatte sich sein Wassertrinken schon herumgesprochen – und so wurde es nichts mit dem Ausnahme-Bier.

Dorsch hat daraus gelernt: „Man sollte halt nicht alles herumerzählen.“ Er freute sich trotzdem auf den Abend, denn er rechnete damit, „dass auch für mich was dabei ist, was wir im Rathaus noch nicht wissen.“ Ob das eingetreten ist, blieb den Zuhörern, die den Saal im „Haus der Vereine“ fast vollständig füllten, allerdings verborgen.

Bruder Johannes holte weit aus: Trump riet er zum Mauerbau, denn die sei ein wirksamer Schutz gegen Mexikaner: „Wir hatten 30 Jahre eine Mauer und keine Probleme mit Mexikanern.“

Über den Landkreis – „Nicht jeder Landrat braucht ein Denkmal.“ (zur Berufsschule) – und den Peißenberger Kreisel – „der ist so klein, dass man ihn gar nicht sieht“, schlug er den Bogen zu seiner Gemeinde. Hohenpeißenberg kann laut Bruder Johannes Peißenberg kreiselmäßig sogar noch übertrumpfen – mit fünf Kreiseln: Hettenkreisel mit eigener Ausfahrt zum Badesee, Bergkreisel mit Obelix in der Mitte, Schächenkreisel mit Ausfahrt zum Schächen-Tower, Maier-Kreisel mit Ausfahrt zur Kläranlage und Rigi-Alm-Kreisel mit Ausfahrt zum Sportgelände.

Aber die Kreisel kämen erst nach der Fertigstellung der Umfahrung, und die wiederum werde erst nach dem Berliner Flughafen fertig. Und bis dahin werde sich die KnaTra – wie schon seit dem Jahr 2013 – jährlich einen Termin freihalten, um bei der Einweihung aufzuspielen.

Hohenpeißenberg habe aber auch ein wirkliches Problem: ein Schlüsselproblem. Bruder Johannes erzählte von dem Musiker, der sich einen Fingerprint-Türöffner einbauen ließ, damit er nachts nicht mehr nach dem Schlüsselloch suchen muss. Jetzt kam er nach dem Besuch des Weinfestes nicht mehr ins Haus, weil er in der Dunkelheit den Finger-Scanner nicht fand.

Ein anderer Musiker sei versehentlich sogar ins Krankenhaus eingeliefert worden: Er hatte sich bei einem Ausflug nach Hochstadt auf dem Heimweg in die Unterkunft zum Ausschlafen auf eine Parkbank gelegt. Ein Zeitungsausträger, der ihn fand, rief die Rettung, die ihn ins Krankenhaus brachte, weil die Sanitäter ihn für verwirrt hielten. Keiner hatte erkannt, dass der Musiker nicht geistig verwirrt ist, sondern nur Bairisch spricht.

Auch für vier Musikerinnen soll der Ausflug eine Erkenntnis gebracht haben: Wenn man nachts im Weinberg Trauben zum sofortigen Verzehr pflückt, sollte man sich vorher erkundigen, ob sie frisch gespritzt sind ...

Besser als die Trauben bekomme den Musikern da schon der Wein. Einer von ihnen soll sogar die Konfession gewechselt haben, weil ein evangelischer Geistlicher Wein als Geschenk Gottes an die Menschheit bezeichnet haben soll.

Natürlich ging Bruder Johannes in seiner Fastenpredigt auch wieder auf die besonderen Fähigkeiten einiger Bürger im Umgang mit Technik ein. So soll sich der Pfarrer einmal so in die Sakristei eingeschlossen haben, dass er nur noch durch Aufbohren des Schlosses befreit werden konnte. Das gegenteilige Problem hatte ein anderer: Er hatte sich ausgesperrt und konnte den Schlüssel nirgends finden, weil dieser in seiner Jackentasche steckte. Ein ganz anderes Problem hatte ein Bulldogfahrer. Er fuhr einen schweren Traktor so auf einen verlorenen Siloballen, dass er diesen nur mit Hilfe einer Seilwinde wieder verlassen konnte.

Alfred Schubert

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