+

Faustschlag mit weitreichenden Folgen

Ein 19-Jähriger aus dem Landkreis erhielt am Amtsgericht eine richterliche Verwarnung. Er hatte im Juni 2018 auf dem Weinfest in Tutzing einem Bekannten einen Faustschlag ins Gesicht versetzt, so dass dieser im Krankenhaus behandelt werden musste.

Landkreis „Ich bin mir sicher, dass wir uns in diesem Kontext nicht wiedersehen“, sagte Jugendrichterin Claudia von Hirschfeld in ihrer Urteilsbegründung. Denn der junge Mann war von Anfang an geständig, reuig und in den Augen der Richterin kein „typischer Schlägertyp“. Es war eher die emotional sehr schwierige Situation, in der sich der 19-Jährige am Tattag befand, die dazu führte, dass er in einem kurzen Moment die Beherrschung verlor. Seine Schwester und er litten unter der häuslichen Situation. Zu dem Zeitpunkt lag die Mutter der Geschwister im Sterben.

Auf dem Weinfest in Tutzing geriet der Angeklagte in eine verbale Auseinandersetzung mit dem Bekannten, dann verlief sich das Ganze jedoch. Als er ein paar Stunden und einige Gläser Wein später den Angeklagten auf den Streit ansprechen wollte, eskalierte die Situation. Dieser tröstete gerade seine weinende Schwester und wollte keine weitere Diskussion mit seinem Bekannten. „Als er dann sagte, das mit meiner Mutter sei ihm egal, habe ich einfach zugeschlagen“, erklärte der junge Mann. So etwas sei ihm noch nie vorher passiert, gab er an.

Der Schlag hatte für seinen Bekannten erhebliche Folgen. Das Nasenbein ging zu Bruch, ein Schneidezahn wurde abgebrochen, er erhielt ein blaues Auge und verlor sogar kurz das Bewusstsein. Vor Gericht räumte der Geschädigte ein, dass der Zeitpunkt für ein klärendes Gespräch wohl nicht gerade passend gewesen sei, zumal beide Seiten auch alkoholisiert waren. Er habe den emotional angeschlagenen Zustand seines Bekannten unterschätzt, so der Geschädigte. Der Angeklagte entschuldigte sich nach dem Schlag.

Die Polizeibeamten, die vor Ort die Tat aufgenommen hatten, sagten übereinstimmend aus, dass der Angeklagte einen sehr niedergedrückten, traurigen und nicht aggressiven Eindruck hinterlassen hatte.

Neben der richterlichen Verwarnung erhielt der junge Mann noch eine Geldauflage von 400 Euro, zahlbar in monatlichen Raten an Herzogsägmühle. Auch auf Anraten der Jugendgerichtshilfe verhängte die Jugendrichterin zudem ein „1+5 Suchtberatungsgespräch“, da der 19-jährige Mann zum Tatzeitpunkt erheblich alkoholisiert war.

Die Tat wurde vor dem Jugendgericht verhandelt, das nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Heranwachsende von 18 bis 20 Jahren zuständig ist.

Regina Wahl-Geiger

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Großeinsatz auf der Oderdinger Ammerbrücke: E-Biker (78) stirbt bei Unfall
Ein schlimmer Unfall ist auf der Oderdinger Ammerbrücke passiert. Ein E-Bike-Fahrer scherte plötzlich aus und wurde dabei von einem Porsche erfasst. 
Großeinsatz auf der Oderdinger Ammerbrücke: E-Biker (78) stirbt bei Unfall
Das sind Weilheims Ideen gegen den „Kita“-Notstand
Von der Umnutzung von Gewerberäumen bis hin zu „Kinderbauwägen“: Mit Hochdruck sucht die Stadt Weilheim nach Lösungen, um den Notstand in Sachen „Kinderbetreuung“ zu …
Das sind Weilheims Ideen gegen den „Kita“-Notstand
Kreisausschuss vertagt wichtigen Beschluss: Warum planen, wenn man schätzen kann
Soll es doch der nächste Kreistag entscheiden: Der Beschluss, die Schulentwicklungsplanung für den Landkreis fortzuschreiben, wurde jetzt vertagt.
Kreisausschuss vertagt wichtigen Beschluss: Warum planen, wenn man schätzen kann
Kindergarten St. Franziskus in Penzberg offiziell eingeweiht
Gespielt und getobt wird schon seit Anfang Januar im neuen St. Franziskus-Kindergarten hinter der Penzberger Christkönigkirche. Jetzt bekam das Haus den ökumenischen …
Kindergarten St. Franziskus in Penzberg offiziell eingeweiht

Kommentare