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Das Fanclub-Ehrenmitglied Peter Strobl (2.v.l) wurde Xabi Alonso (3.v.l) vorgestellt. Strobl ist seit 57 Jahren Mitglied beim FC Bayern. Er trägt die Mitgliedsnummer Nummer 225. Neben Alonso Strobls Frau Rosemarie sowie (von links) 2. Fanclub-Vorsitzender Tobias Zahler, Bernhard Maier und Fanclub-Vorsitzender Alfred Schwab. (rechts), 

Eberfing

Plausch mit Xabi Alonso

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Eberfing – Großer Besuch im kleinen Eberfing: Am Sonntag besuchte Bayern-Star Xabi Alonso den FCB-Fanclub „Eberfing 97“ - und zeigte sich sehr gesprächig.

Es ist Sonntag, kurz vor 11 Uhr, und im Gasthof „Zur Post“ in Eberfing sitzen jede Menge aufgeregter Menschen – von kleinen Kindern bis hin zu Senioren. Es ist der Fußball, der sie alle miteinander verbindet. Genauer gesagt: der FC Bayern München. Die Mitglieder des „FC Bayern-Fanclubs Eberfing 97“, erwarten niemand Geringeren als den Welt- und Europameister Xabi Alonso. Ganz entspannt, in weißen Sneakers, Jeans, weißem Hemd und schwarzem Wollpulli erscheint der Spanier schließlich in der Tür, winkt und spaziert an den Tischen vorbei zur Bühne, wo er aufmerksam der Musik lauscht, die die Eberfinger Blaskapelle für ihn spielt. Die Fans knipsen Fotos um die Wette. Von der Security ist zwar jemand da, doch es herrscht so eine friedliche Atmosphäre im Wirtshaus, dass ihr Einsatz gar nicht nötig ist – das soll sich aber noch ändern, doch dazu später mehr.

So eine Begegnung, und das mitten auf dem Land – das ist etwas ganz Besonderes. Für so einen Besuch müssen sich die Fanclubs nämlich bewerben, und von denen gibt es – nun ja, etliche. Doch die Eberfinger hatten schon zum zweiten Mal das Glück auf ihrer Seite – 2009 war Louis van Gaal zu Besuch. Alonso, der vor drei Tagen 35 geworden ist, bekommt von den Musikern sogar ein Geburtstagsständchen vorgetragen. Auf die Frage von Alfred Schwab, dem Vorsitzenden des Vereins, was er an seinem Geburtstag gemacht habe, antwortet er mit spanischem Akzent, er sei zwei Tage am Tegernsee gewesen – und: „Es war sehr schön“.

Dann stellt Schwab dem Gast seinen Fanclub vor, der kommendes Jahr 20-jähriges Bestehen feiert. Interessant ist, dass er sagt, dass es bei ihnen zwar niemanden gebe, der ein „Ultrafan“ sei, der bei jedem Spiel in der Teamkurve stehe, dennoch gebe es regelmäßige Aktionen wie eine regelmäßige Busfahrt zu einem Bundesliga-Spiel oder man sehe sich gemeinsam die Spiele an. Vielleicht lässt sich sagen: Es ist kein vernarrter, sondern ein verliebter Fanclub, der vor allem Wert auf familiäre Atmosphäre legt. Auch Bürgermeister Georg Leis heißt Alonso willkommen. Was von der Rede aber tatsächlich bei Alonso angekommen ist, wird sein Geheimnis bleiben. „Langsam spreche ich ein bisschen Deutsch, aber ich verstehe nicht alles, mein Sohn und meine Tochter sprechen besser“, sagt er und grinst seinen Kindern zu, die mit der Teammanagerin Kathleen Krüger in einer Ecke am Tisch sitzen. So charmant, wie Alonso das in seinem Spanisch-Deutsch ausspricht, kann ihm das keiner verübeln, die Menschen im Saal lachen und freuen sich über die Mühe, die sich der Fußballer gibt.

Das beste Spiel? Das WM-Finale 2010

Doch Alonso muss sich jetzt erst richtig konzentrieren, denn Bernhard Maier und Tobias Zahler haben sich einige Fragen überlegt: „Was sagst du zum gestrigen Spiel? Das war ja hart erkämpft“, lautet die erste Frage. „Wir wussten, wir brauchen drei Punkte, jetzt sind wir zufrieden, der Sieg war wichtig“, antwortet Alonso. Bei den weiteren Fragen erzählt er, dass sein Vater – der ehemalige Fußballprofi Miguel Ángel Alonso – viel Einfluss auf ihn hatte, als er mit dem Fußballspielen begann, dass seine Mama ihn nur spielen ließ, wenn er auch in der Schule gut war, und dass das beste Spiel, das er je erlebt hat, das Finale bei der WM 2010 war. „Das war wie ein Traum“, erinnert er sich.

„Und jetzt würden wir gern wissen, was in der Kabine so passiert“, fragt Maier weiter – Alonso muss lachen. Dann berichtet er vom Fußballspieler Rafinha, der gerne mal in der Kabine die Musikanlage aufdreht und mit seinen Kollegen tanzt, und dass es ein richtiger Spaß ist, nach einem erfolgreichen Spiel zusammen zu feiern. Hin und wieder muss Schwab Maiers bayrische Aussprache ins Hochdeutsche übersetzen, und das sorgt natürlich für den ein oder anderen Lacher.

Und natürlich wollen die Fans auch wissen, ob Alonso bei den Bayern bleiben will. „Ich hab nicht mehr viele Jahre zu spielen, ich weiß es nicht, vielleicht bleibe ich noch ein paar mehr Jahre“, sagt Alonso vorsichtig. Sehr sicher ist sich Alonso dafür beim Beantworten einer der „Entweder oder“-Fragen, die sich der Fanclub ausgedacht hat: Ob er Chorizo oder Weißwurst wählen würde, wenn er sich entscheiden müsste? „Weißwurst!“, sagt Alonso, ohne zu zögern.

Als nach der ausgiebigen Fragerunde endlich alle zu Alonso dürfen, um sich ein Autogramm abzuholen, kommt doch noch die Security zum Einsatz – aber nur, um die vielen Fans mit Alonso in ihren Fotoapparaten zu verewigen.

Kurz bevor der Fanclub wieder Abschied von Alonso nehmen muss, kürt er ihn noch mit einer Urkunde zum Ehrenmitglied. So ist dem Fußballer auch nach seiner Karriere noch ein Platz in der FC Bayern-Familie sicher.

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