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Viel Beifall ernteten (v.l.) Gundula Kretschmar, Katharina Hartig und Franziska Dahme-Kohler für ihr Konzert.

konzert in weilheim

Feine Stimmungsbilder vom Barock bis heute

Weilheim - Besondere Klänge waren in der Weilheimer Apostelkirche zu hören.  Orgel- und Flötentöne füllten das Gotteshaus.

 Flöten sind die wohl ältesten Musikinstrumente: Schon aus prähistorischer Zeit wurden Flöten aus Tierknochen gefunden. Die heutigen Querflöten sind wichtige Orchester- und Soloinstrumente. Gundula Kretschmar, Kantorin an der Weilheimer Apostelkirche, hatte vergangenen Sonntag zwei profilierte Flötistinnen zu einer Abendmusik eingeladen. Franziska Dahme-Kohler hat in München studiert und ist heute neben ihrer Konzerttätigkeit Lehrerin für Flöte an der Weilheimer Musikschule. Katharina Hartig ist hauptberuflich Psychologin, aber auch als Flötenlehrerin in München tätig. Sie spielt regelmäßig in Orchester- und Kammermusikensembles.

Das Programm des Trios bot einen Querschnitt

vom Barock bis zur Moderne. Im Schaffen von Georg Philipp Telemann (1681-1767) spielen Orgel und Flöten eine wichtige Rolle. Kretschmars dezente Registrierung im „Konzert e-Moll“ ließ die beiden Flöten so recht barock-fröhlich jubilieren und tirilieren. Ein Satz aus einer Bach-Sonate und zwei Sätze aus einer Konzertbearbeitung von Domenico Cimarosa rundeten die Epochen „Barock“ und „Rokoko“ im Programm ab. Ein romantisch-feines Stimmungsbild zauberten die Musikerinnen mit der Bearbeitung einer Zwischenaktmusik aus „Carmen“ von Georges Bizet.

Gundula Kretschmar bewies mit zwei Orgelwerken ihr Können als Konzertorganistin: Johann Sebastian Bachs „Concerto Nr. 1 BWV 592“ interpretierte sie feinsinnig und mit musikantischer Spielfreude. Mit „Carillon Orléanais“ des Organisten und Komponisten Henri Nibelle (1886- 1967) demonstrierte sie mustergültig die Vielseitigkeit der „Riegner & Friedrich“-Orgel, insbesondere des Schwellwerkes. Französische Kathedralmusik pur. „Deux Interludes“ von Jaques Ibert und der tänzerische „Libertango“ von Astor Piazzolla schlossen das offizielle Programm ab. Bemerkenswert war das schlichte, aber informative Programmblatt. Die eingefügten Notenbeispiele sind nicht nur witzig, sondern auch eine gute Idee.

Die leider nur knapp 40 Besucher dankten den Musikerinnen mit anhaltendem Beifall. Mit zwei Zugaben (ein Satz von Ibert und ein kleines Stück von Mozart) endete eine einfach schöne Abendmusik, der man gerne noch länger zugehört hätte.

Nächstes Konzert

in Weilheims evangelischer Apostelkirche: „Luther für Kinder“ am Samstag, 18. Februar, 16 Uhr.

Bernhard Küstner

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