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Nach der Renovierung: Die Mesner Anton Steigenberger (links) und Hartl Leitner mit der Marienfigur am Sockel unter dem Kreuz.

Pfarrkirche St. Gallus in Haunshofen

Die Fresken leuchten wieder

Haunshofen – Die erste Etappe ist geschafft, die zweite folgt: In der Pfarrkirche St. Gallus in Haunshofen ist die Raumschale  renoviert worden.

 Wer nach oben blickt, sieht die Fresken im Chor und im Schiff in leuchtenden Farben. Die Wände erstrahlen in einem klaren Weißton; die rötlich-grauen Pilaster bringen mehr als bisher einen farblichen Akzent ins Gotteshaus.

Als nächstes steht die Reinigung und Restaurierung der drei Altäre an. Gründlich und dennoch zügig haben Restaurator Pawel Michalowski aus Königsdorf und seine Kollegen innerhalb von acht Wochen Decken, Wände und vor allem die zwei Deckengemälde ausgebessert. Eine Herausforderung war beim Deckenfresko im Schiff die Sicherung. Denn darüber befand sich ein Hohlraum, so Kirchenpfleger Anton Steigenberger. In den vergangenen Jahrzehnen war das Deckengemälde im Kirchenschiff mit 16 langen Holzschrauben befestigt. Diese sind im Zuge der aktuellen Restaurierung, bei der die Raumschale komplett eingerüstet war, entfernt worden. Die Hohlräume über dem Gemälde wurden gefüllt, das Fresko wurde nach oben gesichert. Die Restaurierung der Raumschale kostet 53 000 Euro, so Steigenberger. Einen Großteil davon übernimmt die Diözese Augsburg.

Abklären muss die Kirchenstiftung St. Gallus noch die Finanzierung der Renovierung des Hauptaltares und der beiden Seitenaltäre. Dafür sind weitere 42 000 Euro erforderlich. Kirchenpfleger Steigenberger hofft, dass es mit Zuschüssen des Landkreises, der Gemeinde Wielenbach, des Landesdenkmalamtes und der Bayerischen Landesstiftung klappt. Aus der Gemeinde ist eine namhafte Spende eingegangen.

Das Kreuz, das innen an der südlichen Wand hängt, haben die Haunshofer selbst gereinigt – ebenso wie die Statue der Gottesmutter, die darunter auf einem Podest steht. Auch das Weißeln der Sakristei übernehmen Helfer aus der Pfarrei in Eigenleistung. Anton Steigenberger (68) ist nicht nur Kirchenpfleger; er versieht zusammen mit Leonhard Leitner (67) seit sechs Jahren den Mesnerdienst. Beide können ein Lied davon singen, wie notwendig die Innenrenovierung war. Der Belag an den Wänden wurde zunächst gar mit Rostpapier abgeschliffen. Danach wurde stellenweise sechsmal geweißelt. Die starke Verschmutzung hatte ihren Hauptgrund vorwiegend in der Heizung, die bei der letzten Innenrenovierung vor 30 Jahren in das Gotteshaus eingebaut wurde, das knapp 150 Gläubige fasst. Die Heizung unter den Bänken bleibt zwar. Allerdings schaltet sie sich zu Messen, Andachten oder zum Rosenkranz dank einer automatischen Steuerung nur noch in kurzen Intervallen ein. Neben den Restauratoren waren kurzzeitig auch Zimmerer vor Ort. Wo die Balken an der Westseite aufliegen, war leichte Fäulnis festgestellt worden.

Haunshofen hat knapp 600 Einwohner. Dort wird noch jeden Sonntag die Messe gelesen. Pfarrer ist seit 1980 Bernhard Schönmetzler, der Wielenbach, Wilzhofen, Haunshofen und Bauerbach betreut. Die Kirche ist dem heiligen Gallus geweiht. Er ist im Deckenfresko als Heiliger im Benediktiner-Habit zu erkennen. Dargestellt wird im Gemälde aus dem frühen 19. Jahrhundert die Austreibung eines geflügelten Dämons aus einer geisteskranken Frau und die Macht des Heiligen über einen Bären, der auf Befehl von Gallus einen Balken als Feuerholz herbeischafft. Das Deckengemälde im Chor befasst sich mit der Heiligen Dreifaltigkeit. Der Kirchenbau selbst ist 260 Jahre alt. Der Hochaltar der Figur des heiligen Gallus über dem Tabernakel ist klassizistisch. Er stammt ebenso aus der Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts wie die beiden Seitenaltäre.

Johannes Jais

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