Sorgenkind an der Ortsdurchfahrt: Der Bereich mit der Einmündung der Wörther Straße (links) und der Straße „Stadelfeld“ (rechts) soll übersichtlicher werden. Es könnte das erste Projekt der neuen Ortsdurchfahrt werden. foto: gronau

Fünf Wünsche für 4,5 Kilometer

Peißenberg - Der Gemeinderat hat sich auf fünf vordringliche Standorte zur Umgestaltung der Ortsdurchfahrt verständigt. Allerdings hängt es vom Geld ab, was wann umgesetzt wird.

Der Jahresantrag für das Förderprogramm „Stadtumbau West“ ist gestellt, noch im Januar erwartet Peißenbergs Bürgermeisterin Manuela Vanni den Zuschussbescheid. Dass die Kommune in das Programm reinkommt, davon geht die Rathauschefin fest aus: „Das wurde uns von der Regierung bereits signalisiert.“ Derzeit laufen die Planungen im Münchener Büro „Dr. Dürsch“ für das nötige „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK). Wichtiger Bestandteil: die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt. Konkretes dazu will Vanni im Frühjahr im Marktgemeinderat vorstellen, das gesamte ISEK-Konzept soll erst nach der Wahl in die Öffentlichkeit. Bei der Ortsdurchfahrt hat sich der Marktrat auf fünf vordringliche Standorte verständigt:

Hauptstraße/„Kaufland“ bis Wörther Straße:

Das könnte als Erstes gemacht werde. Die Situation „ist unübersichtlich“, verweist Vanni auf die Einmündungen dort. Die Bürgermeisterin will am liebsten alles „in einem machen“: Schon heuer wird eh die Bergwerkstraße und danach die Straße „Stadelfeld“ saniert. Problem: Für einen Kreisverkehr sei dort kein Platz. Bleibt nur eine Mittelspur zum Abbiegen in die Wörther Straße. Gesucht wird auch eine Lösung für Fußgänger. Eine Querungshilfe wurde schon immer gefordert, die Planer sehen sie weiter als problematisch an. Auch eine Ampel fällt wohl flach. Vanni: „Ich wüsste nicht, wo man die hinmachen sollte.“

„Post“-Kreuzung:

Auch hier will man Sicht und Verkehrssicherheit verbessern. Problem: die Zuständigkeiten. Vanni kann sich vorstellen, dass zumindest die Gehwege beim Gasthof „weiter rausgezogen“ werden und Fußgänger so von Autofahrern besser gesehen werden. Eines ist klar: „Ampeln werden wir weiter brauchen.“

Krankenhaus:

Der Bereich ist der breiteste an der Ortsdurchfahrt. „Da kann man eine schöne Platzgestaltung machen“, schwebt der Rathauschefin vor. Problem: die Finanzen. Deswegen will Vanni das Projekt ganz hinten anstellen. „Der Platz ist nur angedacht, aber man muss Ideen sammeln.“

Rathaus

Noch ein Sorgenkind. „Da ist sehr viel Teer“, klagt Vanni. Klar, dass das Areal zwischen Buchhandlung und Rathaus, inklusive der Einmündung der Ebertstraße, anschaulicher gestaltet werden soll. Angedacht sind Übergänge in diesen Bereichen. Die Frage ist laut Vanni, ob es dann überhaupt noch eine Rathaus-Ampel braucht. Im Gespräch ist derzeit für den Rathausplatz auch ein Bau für die Gemeindewerke. Konkretes gibt es nicht. Die Planung ist laut Bürgermeisterin „ganz grob“. Problem: ebenfalls die Finanzen, obwohl das Projekt im Förderprogramm drin wäre. Vanni bremst: „Aus finanziellen Gründen ist es nicht sehr schnell zu realisieren. Andere Dinge sind wichtiger.“

„Rigi-Center“:

Das spannendste Projekt. Denn der neue Besitzer plant einen umfangreichen Umbau des Geschäftszentrums. Das Ärztehaus wird jetzt eröffnet, für den restlichen Bereich samt neuen Parkgelegenheiten liegt allerdings noch kein Bauantrag vor. Problem: Deshalb muss die Ortsdurchfahrt warten. Klar ist: „Die Zufahrt muss gemacht werden“, so Vanni. Es läuft wohl auf einen Kreisel hinaus. Der wird aber aufwändig, weil wegen des Bahnübergangs eine Doppelspur nötig ist. Kosten: rund 700 000 Euro.

Eines wird die Ortsdurchfahrt aber sicher nicht werden: tempoberuhigter Bereich und Fußgängerzone. Vanni: „Der Verkehr muss immer fließen können.“ Die Bürgermeisterin denkt aber an „Verengungen und kleine Nischen", um Fahrzeuge abzubremsen. Und an einen durchgängigen Radweg.

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