Appell an die Mitglieder des Kreisausschusses: Mitarbeiter des Krankenhauses Peißenberg vor der gestrigen Sitzung in Weilheim. foto: gronau

Jetzt entscheidet der Kreistag

Galgenfrist für Peißenberg?

Weilheim/Peißenberg - Die Beschäftigten des von Schließung bedrohten Peißenberger Krankenhauses dürfen hoffen.

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Wenn es nach der Mehrheit der Mitglieder des Kreisausschusses geht, bleibt das Krankenhaus Peißenberg über den 31. Mai 2014 hinaus geöffnet. Bei der gestrigen Sitzung des Kreisausschusses, einem Gremium des Kreistages, wurde ein Antrag von Landrat Dr. Friedrich Zeller (und Krankenhaus-GmbH-Geschäftsführer Reinhold Socher) auf Schließung zum 31. Mai 2014 mit 9:4 Stimmen abgelehnt. Eine Entscheidung über die Zukunft des 40-Betten-Hauses trifft der Kreistag bei seiner Sitzung am kommenden Freitag, 19. Juli (9 Uhr, Landratsamt Steinhartstraße in Weilheim).

Beinahe jedes der zwölf Mitglieder des Ausschusses meldete sich im Anschluss an die Reden des Landrats und des Geschäftsführers zu Wort. Tenor: Peißenberg solle nicht 2014 geschlossen werden, es solle in jedem Falle noch die Umbauphase am Krankenhaus Weilheim abgewartet werden, die voraussichtlich Ende 2017 abgeschlossen ist. Nahezu alle Redner machten als Hauptschuldigen für die Misere den Bund aus, der mit der Einführung des Fallpauschalen das Sterben der Krankenhäuser auf dem Lande vorangetrieben habe.

Mittlerweile habe ein Umdenken stattgefunden. „Selbst Ministerpräsident Seehofer hat eingesehen, dass es so nicht weiter gehen kann“, sagte Bezirksrat Michael Asam (SPD, Peiting). Deshalb sei es zu früh, für Peißenberg „einen Schluss-Strich zu ziehen“. Das sieht auch Wolfgang Taffertshofer (BfL, Obersöchering) so: Er forderte einen „Puffer für das Krankenhaus Weilheim“ während des Umbaus. Gleichzeitig kritisierte er aber auch die Führung der Krankenhaus GmbH, die durch „unglückliche Entscheidungen“ zum kleineren Teil für die Misere verantwortlich sei. Heuer betrage das Minus fast sechs Millionen Euro - „nächstes Jahr sind es dann bis zu zehn Millionen“, so Taffertshofer.

Vor Beginn der Sitzung hatten Beschäftigte des Krankenhauses Peißenberg mit Schildern auf ihre Sorgen aufmerksam gemacht. Die Sitzung im Saal an der Steinhartstraße in Weilheim verfolgten rund 50 Zuhörer, der Großteil davon aus Peißenberg. Sie hörten zu Beginn die Argumente Zellers für eine Schließung: die Nähe zu Weilheim zum Beispiel. Man habe auch jahrelang Alternativen für Peißenberg geprüft, aber nichts habe gegriffen.

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