Im Jahr 2020 angekommen ist Wilpoldsried, was die Wünsche für die Energiewende betrifft, laut Bürgermeister Arno Zengerle (r.). Dieser referierte in Peißenberg. Foto: gronau

Gast aus dem Allgäu erklärte, wie Energiewende funktioniert

Peißenberg - Erst 2020 wollte die Gemeinde Wildpoldsried mehr Energie regenerativ erzeugen, als der Ort verbraucht. Doch das Ziel ist schon erreicht, wie der Bürgermeister in Peißenberg erklärte.

„Wir haben heute schon 2020.“ Mit diesem Satz fasste Bürgermeister Arno Zengerle bei seinem Vortrag in Peißenberg kurz zusammen, wo Wildpoldsried auf dem Weg zur Energiewende steht. Die Gemeinde im Allgäu hat laut Zengerle das Ziel, das sie sich für 2020 gesetzt hatte, schon erreicht: mehr Energie regenerativ zu erzeugen, als der Ort braucht.

Dass der kleine Ort mit seinen gut 2500 Einwohnern dies geschafft hat, liegt laut Zengerle vor allem am „WIR“. Dass das Wort als Abkürzung für ein innovatives und richtungsweisendes Wildpoldsried stehe, sei dabei nicht so wichtig wie die Tatsache, dass „wir alles gemeinsam machen“. Nur wenn die Bürger beteiligt seien, würden sie mitmachen. So haben die sieben Windräder im Gemeindebereich laut Zengerle nicht nur 300 Teilhaber, sondern auch 92 Prozent Zustimmung im Ort.

Und noch etwas sei wichtig: Die Vorhaben müssten in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats behandelt werden. Was in der nichtöffentlichen Sitzung behandelt werde, wisse am nächsten Tag auch jeder, das Ganze hätte aber dann schon „ein G’schmäckle“.

Geld spielt laut Zengerle bei der Umsetzung der Energiewende ein große Rolle. Allerdings nicht bei der Investition. Die Bürger hätten nicht nur genügend Geld, sondern würden es auch gerne für Kraftwerke in der Region ausgeben. Allerdings müsse sich die Sache finanziell lohnen. Zengerle: „Der Allgäuer denkt so.“ Deshalb sei die Fernheizung im Dorf so ausgelegt worden, dass die Kilowattstunde Energie 6,5 Cent netto koste. So würden die Bürger 40 Prozent Heizkosten sparen.

Peißenbergs Bürgermeisterin Manuela Vanni gab sich skeptisch, was ihren Ort betrifft: Die Marktgemeinde habe keine Fläche für Windräder, und die Nutzung der Wasserkraft der Ammer sei abgelehnt worden. Damit werde die Energiewende schwierig. Ein anderer Besucher sagte, dass „das Wort ,wir’ in Peißenberg relativ unbekannt“ sei, was das Erreichen von größeren Zielen erschwere.

Zengerle war von der Marktratsfraktion der CSU und Parteilosen eingeladen worden. Allerdings stieß sein Vortrag auf wenig Interesse. Nur rund 40 Besucher waren am Donnerstag in den „Gasthof zur Post“ gekommen.

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