Gemeinderat lehnt Finanzierung für Detailplanung von Bürgersolarkraftwerk ab

Peißenberg - 10 000 Euro wollte Bernd-Michael Habermeyer vom Verein „Lebenswertes Peißenberg“ für die Detailplanung für das Solarkraftwerk an der Umgehung. Der Gemeinderat sagte nein.

In der Sitzung am Donnerstagabend hatte Habermeyer das Projekt vorgestellt. Wie berichtet, sollen an Teilen der Umfahrung Lärmschutzwälle aufgeschüttet werden, die mit Photovoltaik versehen werden sollen. Die Kosten hat „Lebenswertes Peißenberg“ mit 3,3 Millionen Euro angesetzt (wir berichteten). „Es ist ein Projekt, gedacht für die Peißenberger und um die Energiewende zu unterstützen“, sagte Habermeyer, darum soll es als Bürgerkraftwerk umgesetzt werden. Die Finanzierung sei überhaupt kein Problem, das hätten ihm Sachverständige bestätigt. Sollte nicht genügend Eigenkapital zusammenkommen, wäre eine Fremdfinanzierung über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) möglich.

Gemeinderwerksleiter Uwe Horn war begeistert: „Uns gefällt das hier sehr“, sagte er und nannte das Kraftwerk einen „Meilen- oder Puzzlestein für die Energiewende“. Die Werke würden es „von ganzem Herzen unterstützen“. Und eigentlich steht auch der gesamte Marktrat hinter dem Bürgersolarkraftwerk - aber kosten darf es halt nichts. Das einzige Zugeständnis, das dem Verein gemacht wurde, war: „Die Gemeinde Peißenberg ist dazu bereit, das Konzept bei Anträgen und Gesprächen bei beteiligten Ämtern im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen“, so der Beschluss.

Die Skepsis überwog, da halfen alle Argumente Habermeyers nichts, der zur Verstärkung Gert Mulert von der 300 Mitglieder starken Energie-Genossenschaft Fünfseenland mitgebracht hatte, die schon Projekte realisiert hat. Mulert wusste auf die Frage von Dr. Klaus Geldsetzer, „was ist für den Bürger drin, außer einem guten Gewissen?“ Antwort: „Die Meisten sagen, wenn ich ungefähr das rausbekomme, was ich als Festgeld bei der Bank kriege, dann bin ich zufrieden“, so der Herrschinger. Doch gehe es den Genossenschaftsmitgliedern vorrangig darum, etwas zu verändern, was nicht einfach sei. „Die Energiewende ist ein dickes Brett“, so Mulert.

Zweiter Bürgermeister Hans Streicher, der von Manuela Vanni unbemerkt nach und nach die Sitzungsführung übernahm, hielt das 3,3 Millionen teure Projekt für einen „zu großen Klotz für den Anfang“. Mulert entgegnete, man solle es trotzdem „jetzt anschieben“. „Wenn Sie unsere Erfahrung mit einbeziehen, geht das.“ Streicher sei gerne bereit, beizeiten Anteilsscheine einer Genossenschaft zu zeichnen. Zum jetzigen Zeitpunkt sei er aber nicht bereit, Geld auszugeben. Er verlangte unter anderem erst ein Wirtschaftlichkeitsgutachten. Stefan Rießenberger hingegen hätte die 10 000 Euro investiert. Stefan Barnsteiner wollte, dass der Verein erst einmal abklopft, ob bei den Peißenbergern überhaupt Interesse besteht. „Wir schütten hier keine Wälle auf. Gründen Sie erst die Gesellschaft“, sagte er. Die Wälle würde aber das Staatliche Bauamt mit dem Abraum der Hohenpeißenberger Umgehung aufschütten.

„Wenn wir jetzt nicht einsteigen, ist das Projekt gestorben“, sagte Habermeyer, denn das Staatliche Bauamt entsorgt den Abraum irgendwann anderweitig. „Lebenswertes Peißenberg“ habe mit der Grobplanung schon viel vorgearbeitet. „Mehr kann man von Privatleuten nicht erwarten“, so Habermeyer.

td

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