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Nur Wärme zum Heizen wird in Freiham mit Hilfe heißen Wassers aus tiefen Erdschichten gewonnen. 

In der Lichtenau

Geothermie-Bohrungen im März

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Weilheim - Im März soll es mit Geothermie-Probebohrungen in der Lichtenau  losgehen. Doch die Gegner machen mobil.

 Seit Juli 2006 interessiert sich die Stadt Weilheim für Geothermie zur regenerativen Energieversorgung. Doch außer seismographischen Untersuchungen und Standortwechseln für den Bohrplatz ist noch nicht viel gewesen. Jetzt aber ploppt das Thema wieder auf: Seit November hat die Firma „Erdwärme Oberland“ eine bergbaurechtliche Erlaubnis „zur Aufsuchung von Erdwärme zu gewerblichen Zwecken“, sprich: In der Lichtenau darf gebohrt werden, und zwar ab sofort. Im März soll es dem Vernehmen nach losgehen mit den Probebohrungen. Gesucht wird in 4000 bis 4500 Meter Tiefe nach rund 140 Grad heißem Wasser.

Am kommenden Donnerstag kommen die Wielenbacher Gemeinderäte in die Stadtratssitzung nach Weilheim, um gemeinsam mit den Stadträten zu hören, was die Firma „Erdwärme Oberland“ und ihr neuer Großinvestor „Enel Green Power International“ planen. Denn wenn auf Wielenbacher Flur Deutschlands größtes Geothermie-Kraftwerk gebaut wird, um Strom aus heißem unterirdischen Wasser zu gewinnen, möchte die Stadt Weilheim die dabei entstehende Wärme zum Heizen abnehmen.

Doch zu dem Bau des Kraftwerks soll es nicht kommen, wenn es nach den Geothermie-Gegnern geht, allen voran die „Bürgerinitiative für das Oberland“ (BifO). Susann Enders, Kreisvorsitzende der Freien Wähler, und Romana Asam, Stadträtin der Freien Wähler in Weilheim und BifO-Vorsitzende, die seit Jahren gegen das Geothermie-Kraftwerk kämpfen, übergaben beim Landfrauentag in Weilheim an Umweltministerin Ulrike Scharf einen „Appell zum Schutz des Grundwassers“.

Freie Wähler sorgen sich um Grundwasser

Darin heißt es: „Nachdem bisher in Deutschland kein einziges Tiefen-Geothermie-Projekt effektiv und rentabel produziert und bereits die Probebohrungen eine Grundwasser-Gefährdung darstellen“, fordern die Freien Wähler vom Bayerischen Ministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz „die aktive Unterstützung des bayerischen Gemeinden beim Vorgehen gegen Tiefen-Geothermie“. Grundlage für den Appell ist ein Hinweis in der bergrechtlichen Erlaubnis des Bergamtes, wonach von den Bohrungen „mehrere Schutzgebiete für Grundwasser betroffen sind“.

Wie Asam gestern gegenüber der Heimatzeitung sagte, werden die Freien Wähler im Stadtrat darauf hinarbeiten, dass die Stadt keine Wärme aus der Lichtenau bezieht. Zudem müsse die Öffentlichkeit in großem Rahmen, etwa bei einer Bürgerversammlung, über die neuen Pläne für die Lichtenau informiert werden.

Die Kosten für die rund 20 Kilometer lange Fernwärmeversorgung der Stadt Weilheim waren 2012 von den Stadtwerken auf rund 20 Millionen Euro geschätzt worden, inklusive Redundanzkraftwerk und Hausübergabepunkten. 

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