Ein zweites Mal muss das Gericht tagen. dpa

Gibt es den großen Unbekannten?

Weilheim - In Weilheim wird wegen eines Vorfalls in einem Zug in Ostdeutschland noch ein zweites Mal verhandelt

Zu Beginn der Verhandlung am Amtsgericht Weilheim sah es so aus, als ob der Angeklagte keine Chance hätte: Der 35-Jährige Weilheimer war wegen Erschleichens von Leistungen angeklagt, weil er, so der Vorwurf in der Anklageschrift, im Oktober 2012 Zug gefahren war, ohne eine gültige Fahrkarte vorweisen zu können. Der Mann, der in Ostdeutschland in einem Regionalzug gesessen ist, gab damals an, sein Geldbeutel sei geklaut worden. Deswegen habe er kein Geld, keine Fahrkarte, keinen Ausweis und keine EC-Karte bei sich. Soweit hatte sich die Zugbegleiterin, die den Mann damals kontrolliert hat, Notizen über den Zwischenfall gemacht. Genauer konnte die 37-Jährige bei ihrer Zeugenaussage vor Gericht allerdings keine Angaben machen, da sie sich weder an jene Kontrolle noch an das Gesicht des Angeklagten erinnerte.

Nachdem die Zeugin entlassen war, brach der Angeklagte sein Schweigen: „Ich bin nicht mit dem Zug gefahren, ich weiß aber wer’s war“, sagte er. Er wisse von einem ehemaligen Mitbewohner, der damals mit dem Zug gefahren sei und wahrscheinlich einen falschen Namen angegeben habe - den des Angeklagten. Wo sich der Ex-Mitbewohner aufhalte, wisse er nicht, er habe keinen Kontakt mehr.

Die Richterin unterbrach die Hauptverhandlung. Der ehemalige Mitbewohner soll aufgespürt und als Zeuge geladen werden. Die Verhandlung wird fortgesetzt. kh

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