Jugendarrest

Grausames Foto als Drohung verschickt

Weilheim - Ein Weilheimer hatte ein Drohfoto verschickt. Dafür bekam der 19-Jährige nach einem Freizeitarrest sogleich Jugendarrest.

Drei Wochen nach einem Freizeitarrest kam ein Weilheimer (19) erneut mit dem Gesetz in Konflikt – wegen Drogen und Gewaltdarstellung. Diesmal wurde er zu einer Woche Jugendarrest verurteilt.

Im August wurde der junge Mann am Weilheimer Bahnhof von der Polizei kontrolliert. Bei ihm wurde eine nicht unerhebliche Menge Betäubungsmittel wie Marihuana, Speed und Amphetamine gefunden. Ein Drogen- Schnelltest war positiv.

Auf die Frage von Amtsrichter Michael Eberle, woher die Drogen gewesen seien, antwortete der junge Mann lapidar: „Ich habe sie auf der Straße gefunden“. Er zeigte sich in der Verhandlung aber auch einsichtig: „Es war total blöd von mir“, sagte er. Er sei seit einigen Wochen clean und habe sein Drogenproblem im Griff, so der 19-Jährige vor Gericht.

Noch nicht im Griff gehabt hatte er sich aber, als er die Nachricht eines ehemaligen Drogenkonsumenten erhalten hatte, der aus der Szene ausgestiegen war und dies über Facebook kundtat. Der Angeklagte lud im Internet ein besonders perfides, gewaltverherrlichendes Foto der Terrorgruppe IS hoch und schickte es per Facebook dem Szene-Aussteiger. Auf dem Foto ist zu sehen, wie Mitglieder der Terrorgruppe sich bereit machen, einen Menschen zu hängen. „Es sollte wohl für Ihren Bekannten ein Hinweis sein, dass er ein Verräter sei und man ihn aufhängen solle?“, fragte der Richter nach.

Der junge Mann bestätigte dies kopfnickend. Aber auch in diesem Fall gab er sich einsichtig und kommentierte sein Verhalten mit den Worten: „Das war wirklich vollkommener Blödsinn, den ich da gemacht habe“.

Richter Eberle hob die Anklage wegen der Gewaltdarstellung in seinem Urteil besonders hervor. „Leute, die die Wahrheit sagen, wurden hier über Facebook wie Freiwild behandelt“, mahnte er. An über 2000 Nutzer wurde das Bild einschließlich einiger unschöner Kommentare versendet. „Es ist wichtig, dass man aus dieser Drogenszene aussteigt“, sagte der Richter. Und insofern sei es sehr, sehr bitter, wie der Aussteiger hier behandelt worden sei.

Richter Eberle verhängte eine Woche Jugendarrest. Der junge Mann muss sich zusätzlich einem vierfachen Drogenscreening innerhalb eines Jahres unterziehen. Als Geldauflage muss der gelernte Lagerist 350 Euro aufbringen, zahlbar in monatlichen Raten von 50 Euro.

Außerdem wurde die Teilnahme an mehreren psychosozialen Beratungsgesprächen angeordnet, die das Drogenproblem thematisieren. „Vielleicht hilft das Screening, dass Sie das nächste Mal Nein sagen, wenn Ihnen Betäubungsmittel angeboten werden, und so selbst zum Aussteiger werden“, so der der Richter.

Regina Wahl-Geiger

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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