Eugen Leuze (r.) mit Frau Monika sowie Franz und Christa Weiß (l.): Wir haben Urlaub und Zeit. Fotos: Peter Preller

Großbaustelle für 30 Sekunden Zeitersparnis

Weilheim - Die Bahn begradigt die „Huglfinger Kurve“, der Sinn der Aktion ist umstritten. Die Arbeiten dauern bis Anfang September. 7000 Fahrgäste am Tag müssen umsteigen.

Nicht mehr mit 90, sondern mit 110 Stundenkilometern sollen die Züge künftig durch die „Huglfinger Kurve“ fahren. Dafür treibt die Bahn großen Aufwand: Die Kurve wird begradigt, erhält ein neues Gleis und eine neue Oberleitung. Allein 1000 Tonnen Schotter werden erneuert. Ob die millionenschwere Aktion Auswirkungen auf die derzeit 18-minütige Fahrzeit hat, ist offen. „Der Zeitgewinn ist marginal“, so Norbert Moy vom Fahrgastverband „Pro Bahn“ auf Anfrage.

Auf „maximal 30 Sekunden“ schätzt Moy ihn, eine Minute könnte herausspringen, wenn auch andere Maßnahmen wie das Aufrüsten der Bahnübergänge vorgenommen werde. „Im Energiebereich könnte es aber was bringen“, so Moy. Grund: Die Züge müssen nicht mehr abbremsen und beschleunigen.

„Pro Bahn“ hätte statt des Ausbaus der „Huglfinger Kurve“ lieber den der Zweigleisigkeit zwischen Tutzing und Diemendorf gesehen. „Das hätte mehr Zuverlässigkeit gebracht“, so Moy. Doch diesen plant die Bahn nur zwischen Tutzing und Unterzeismering.

Ein Bahnsprecher weist Zweifel am Neubau des Gleises bei Polling zurück. Die Begradigung umfasse zwar nur einen halben Kilometer, doch in den nächsten Jahren seien weitere Verbesserungen, etwa bei Uffing, geplant. Die Bahn investiert 5,4 Millionen Euro in die Begradigung sowie Verbesserungen auf der Oberammergauer Strecke.

Die Arbeiten dauern noch bis Anfang September, rund 7000 Bahnkunden am Tag sind davon maximal betroffen. Sie müssen in Weilheim und Murnau in Busse umsteigen.

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