So soll es aussehen: Das Oberhausener Rathaus bekommt einen Außenturm mit einem Lift.

Grünes Licht für Rathausumbau in Oberhausen

  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
    schließen

Die Gemeinde Oberhausen hat formal den Weg für den Umbau des Rathauses freigemacht: Der Gemeinderat segnete den Bauantrag ab. Eigentlich sollten die ersten Arbeiten im Sommer starten – doch ob der Zeitplan in der Krisensituation gehalten werden kann, ist fraglich.

Oberhausen– Jetzt ist es ganz offiziell: Das Oberhausener Rathaus kann barrierefrei umgebaut und saniert werden. Die Kommune hat ihren offiziellen Bauantrag eingereicht, der Gemeinderat segnete das Vorhaben ab. Der Beschluss fiel einstimmig, wie Bürgermeister Thomas Feistl (Parteifreie Wählerschaft) auf Nachfrage mitteilt. Das Votum war zu erwarten gewesen, das Gremium hatte bereits im Februar den Entwurfsplan des Münchener Architekturbüros Zwingel/Dilg ohne Gegenstimme auf den Weg gebracht.

Damit biegt ein Großprojekt auf die Zielgerade, das die Gemeinderäte seit geraumer Zeit beschäftigt. Auch die Öffentlichkeit war im Rahmen einer Planungswerkstatt beteiligt worden. Beim ausgelobten Wettbewerb hatten sich im vergangenen Jahr die Münchener Architekten mit ihrem Außenlift-Konzept durchsetzen können – allerdings war die Entscheidung im Rat mit einer 8:7-Mehrheit denkbar knapp ausgefallen.

Für ihr neues Verwaltungsdomizil samt Mehrzweckraum im Dachgeschoss für die Öffentlichkeit, einem Friseurgeschäft und einem Café im Erdgeschoss nimmt die Gemeinde viel Geld in die Hand. Architektin Angelika Zwingel hatte in der Februar-Sitzung einen Gesamtkostenansatz von 2,386 Millionen Euro genannt – das war fast eine Punktlandung gegenüber den ersten Schätzungen. Im jüngst verabschiedeten Haushalt hat die VG-Kämmerei für heuer eine Million Euro an Ausgaben bereitgestellt. Allerdings können die Oberhausener mit staatlichen Geldern rechnen: Zwingel nennt um die 720 000 Euro, die aus der Städtebauförderung fließen können. Eine erste Rate von 410 000 Euro ist laut Regierung von Oberbayern bereits bewilligt.

Die Gemeinde muss jetzt Firmen suchen. Die Ausschreibungen werden derzeit vorbereitet, sagt der Bürgermeister. Angesichts der aktuellen Situation kein leichtes Unterfangen. „Geben Firmen überhaupt verbindliche Angebote ab?“, fragt sich Feistl. Wenigstens seien im Zuge der Corona-Krise die Richtlinien für Vergaben der öffentlichen Hand von der Staatsregierung gelockert worden.

Ob allerdings der Zeitplan eingehalten werden kann, ist unklar. „Es gerade alles ein bisserl schwierig“, sagt denn auch Oberhausens Dorfoberhaupt. Noch im Februar hatte Architektin Zwingel den Baubeginn eigentlich für Ende Juni erwartet – und ein Jahr Bauzeit in den Raum gestellt. Ende Oktober hätten die Oberhausener Hebauf am Rathaus feiern können, im Dezember sollte der Rohbau stehen und der Innenausbau starten. Die Außenoptik wird sich übrigens an das historische Vorbild anlehnen: Die Fassade soll in hellgrauer Farbe gehalten werden, mit weißen Fensterumrandungen – wie kurz nach dem Bau des Gebäudes im Jahr 1905.

Mit dem Gebäudeumbau allein ist es allerdings nicht getan. Die Gemeinde will auch die Freiflächen vor dem Rathaus umgestalten und in Richtung Bahnhofstraße einen Dorfplatz schaffen. Der Gemeinderat hatte sich ebenfalls auf eine Planungswerkstatt samt Wettbewerb verständigt. Laut Bürgermeister Feistl ist die öffentliche Veranstaltung für 15. Mai geplant, über den Siegerentwurf würde der Gemeinderat am 9. Juli befinden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Weilheim vorerst kein „Sicherer Hafen“
Weilheim vorerst kein „Sicherer Hafen“
Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: Fünf neue Fälle und ein Test-Problem
Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: Fünf neue Fälle und ein Test-Problem
Schropp tritt aus AfD-Kreistagsfraktion aus - Imgart mit harscher Kritik
Schropp tritt aus AfD-Kreistagsfraktion aus - Imgart mit harscher Kritik
Gemeinde Bernried will Kloster kaufen
Gemeinde Bernried will Kloster kaufen

Kommentare