Grundweiher in Bernried

Dammsanierung: Planung steht, Genehmigung fehlt

Bernried - Die Gemeinde Bernried plant eine Dammsanierung des Grundweihers. Für die Umsetzung wartet sie aber noch auf das Gutachten des Wasserwirtschaftsamtes.

Nicht etwa, dass es den Berniedern in den letzten Jahren sonderlich pressiert hätte mit der Dammsanierung ihres gemeindeeigenen Grundweihers. Die von den Behörden schon seit längerer Zeit geforderten Ertüchtigungsmaßnahmen sind im Klosterdorf nicht unumstritten und kosten viel Geld. Im Kommunalhaushalt sind dafür heuer 120 000 Euro und in der Finanzplanung für nächstes Jahr 80 000 Euro einkalkuliert. Mit der Budgetierung signalisierte die Gemeinde also guten Willen, dass sie das Projekt nun doch bald angehen möchte. Im Februar wurde bereits ein Sanierungskonzept beim Wasserwirtschaftsamt eingereicht. Ein Plazet der Behörde als Entscheidungsträger gab es bislang allerdings noch nicht. In Bernried ist man darüber verstimmt: „Erst hat das Wasserwirtschaftsamt massiv Druck gemacht, und jetzt haben wir seit Februar nichts mehr gehört. Das ärgert mich“, kritisierte Bürgermeister Josef Steigenberger in der jüngsten Gemeinderatssitzung. So richtig überzeugt von der Notwendigkeit der Dammertüchtigung am Grundweiher ist man in Bernried noch nie gewesen – zumindest wird das Ausmaß der Sanierungsarbeiten in Frage gestellt. Der Wasserspiegel wurde bereits mehrfach abgesenkt und die Dammkrone provisorisch erhöht. Selbst bei den jüngsten Starkregenfällen machte das Gewässer oberhalb des alten Bernrieder Ortskerns keine Probleme. „Wir müssen die Sanierung machen, aber man darf die Dammverbreiterung nicht übertreiben. Vom Grundweiher geht keine Gefahr aus“, betonte Steigenberger im Gemeinderat.

Ein Dorn im Auge ist den zuständigen Behörden der Baumbestand an den Uferrändern. Das Wasserwirtschaftsamt fordert selbst an der dammabgewandten Seite eine Abholzung. Am Grundweiher sind die Stämme an der Innenseite zum größten Teil bereits entfernt worden. Nur noch ein Baum am südlichen Weiherrand müsste gefällt und das Wurzelwerk ausgefräst werden. Um ansonsten den Baumbestand zu schonen, soll der Damm verbreitert werden. Ursprünglich war von fünf Metern und rund 3000 Kubikmetern Füllmaterial die Rede. Doch dagegen hat sich die Gemeinde gesperrt. Der Weiher wäre bei einem Wasservolumen von lediglich rund 8000 Kubikmetern zu einer kleineren Lache verkommen. Die Planung wurde deshalb vom beauftragten Ingenieurbüro nochmals angepasst. Jetzt soll die Dammkrone nur noch auf der Weiher-Nordseite auf fünf Meter und ansonsten auf drei Meter aufgeschüttet werden.

Dazu soll der im Bernrieder Park zwischengelagerte Abraum (1500 Kubikmeter) vom Wasserwerkbau am Binselberg Verwendung finden. „Damit müssten wir unserer Pflicht dann Genüge getan haben“, erklärte Steigenberger. Jetzt wartet man nur noch auf das fachliche Okay durch das Wasserwirtschaftsamt.

von Bernhard Jepsen

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