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Bürgermeister Michael Strobl legte im „Trödler“ seinen Rechenschaftsbericht vor.

Bürgerversammlung in Habach: Von Hochwasser bis Handyempfang

Mit 1165 Einwohnern ist Habach keine große Gemeinde. Es ist aber eine, die mitunter millionenschwere Projekte am Laufen hat, wie Bürgermeister Michael Strobl in der Bürgerversammlung aufzeigte.

Habach – Gute zwei Stunden dauerte der Bericht von Bürgermeister Michael Strobl, in dem er die zahlreich erschienenen Bürger im Saal des „Trödler“ detailliert über abgeschlossene, laufende und geplante Projekte, ihre Kosten für die Gemeinde und die aktuelle Haushaltslage der Kommune informierte. Unter anderem erklärte Strobl, weshalb die Gewerbesteuereinnahmen trotz des neuen und gut belegten Gewerbegebiets mit 334 712 Euro 2018 um rund 100 000 Euro niedriger ausgefallen waren als 2017 (436 731 Euro). „Das ist normal“, beruhigte Strobl. Die Firmen würden zunächst viel investieren. „Bevor man davon zehren kann, dauert es fünf bis zehn Jahre.“

Ausführlich erläuterte Strobl die Investitionen des Vorjahres wie die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED, mit der eine jährliche Einsparung von etwa 73,4 Prozent gegenüber den alten Leuchtmitteln erzielt werde. Oder den fast abgeschlossenen Schulhaus-Anbau. Dieser sei eine wichtige Investition in die Zukunft: „Die Schule muss erhalten werden, damit die Kinder immer bis zur vierten Klasse in Habach in die Schule gehen können.“

Projekte hat Habach einige, die entweder bereits angelaufen sind oder vorbereitet werden. So werde laut Strobl vermutlich ab Oktober der Hochbehälter saniert. Bereits ab Ende März sollen endlich die vielen Kanalschäden im Dorf beseitigt werden, die vor einigen Jahren durch eine Firma verursacht worden waren und der Gemeinde ein jahrelanges Gerichtsverfahren bescherten. Der 2012 begonnene Breitbandausbau werde sich noch bis zum Jahresende 2020 fortsetzen. Und im Juli solle der Mobilfunkmast, der noch nicht via Glasfaser ans Internet angeschlossen ist, mit LTE aufgerüstet werden – was Strobl nicht ganz unkritisch sieht, denn „natürlich strahlt der Mast dann entsprechend mehr“.

Voran geht es laut Bürgermeister mit dem Einheimischen-Modell am Steinbruchweg. Hier sei voraussichtlich ab Sommer eine Bebauung mit zwölf Wohneinheiten möglich. Um Bauland als Einheimischen-Modell auszuweisen, wolle die Gemeinde außerdem für rund eine Million Euro Grund vom katholischen Pfründestiftungsverband kaufen. Solange für den Ort aber kein zukunftsfähiges Hochwasserkonzept realisiert sei, könne auf dieser Fläche nicht gebaut werden, da sie im hochwassergefährdeten Bereich liege. „Das ist das größte Problem, das wir in Habach haben“, sagte Strobl zum Thema „Hochwasser“. Das von der Kommune angedachte Konzept beinhalte unter anderem die Damm-Ertüchtigung am Hochwasserweiher und die Gewinnung zusätzlicher Rückhalteflächen. Unter anderem wegen aufwendiger Grundstücksverhandlungen könne es aber noch Jahre dauern, bis die Planungen realisiert werden. Eine Million Euro habe seine Kommune für dieses und das kommende Jahr zur Hochwassersicherung eingeplant.

Text: Franziska Seliger

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