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Dürnhausen feiert 1250-jähriges Bestehen

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Von: Franziska Seliger

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Historische Ansicht von Dürnhausen auf einer kolorierten Postkarte.
Dürnhausen anno dazumal zeigt diese leicht kolorierte Postkarte, die leider nicht datiert werden kann. © Repro: Seliger

Dürnhausen, der kleine Ortsteil von Habach, feiert heuer sein 1250-jähriges Bestehen. Und auch, wenn die offizielle Jubiläumsfeier samt der Veröffentlichung einer Festschrift coronabedingt auf nächstes Jahr verschoben wurden, so lohnt sich doch schon heuer ein Blick auf die Geschichte des Ortes.

Habach – Vermutlich waren schon die Römer Dürnhausener. Das haben zumindest die Recherchen von Michael Mair ergeben. Der gebürtige Dürnhausener wurde damit beauftragt, die Festschrift zum 1250-jährigen Jubiläum zu schreiben. Und er räumt ein: So hundertprozentig könne man nicht auf das Jahr genau sagen, wann Dürnhausen nun gegründet wurde. Mair weiß das, weil er für seine Festschrift schon in zahlreichen historischen Werken über die Ortsgeschichte recherchiert hat. „Über die Burg Dürnhausen und besonders über die Kirche gibt es umfangreiche und sehr alte Unterlagen“, sagt Mair. Weniger Informationen seien zum Dorf, seiner Entwicklung und seinen Bewohnern überliefert, da viele Unterlagen beim Kirchenbrand 1704 in Habach verloren gegangen seien.

Vermutlich, so Mair, wurde die Vorläufer-Siedlung von Dürnhausen schon von den Römern angelegt. „Es ist durchaus möglich, dass bereits an der alten Römerstraße eine Siedlung bestand“, schreibt er in seinem Entwurf zur Festschrift. Wann genau das gewesen sei, könne man aber nicht datieren. In jedem Fall seien die Römer im 5. Jahrhundert nach Christus durch die Einwanderung anderer Volksstämme aus der Gegend vertrieben worden.

In ersten Aufzeichnungen sei von einem Ort namens „Durfingeshausen“ die Rede. Später tauchen Bezeichnungen wie „huosia“ auf, auch „Dirrenhausen“ und „Dürrenhausen“. Wie Mair erläutert, weise der Wortteil „Düren“ auf die Trockenheit des Bodens hin. Der Wortteil „huosia“ werde von vielen Historikern aufgrund der einstigen Burg von Dürnhausen mit dem Grafengeschlecht der Huosi in Verbindung gebracht. Die Huosi zählen zu den ältesten bayerischen Grafengeschlechtern des 6. Jahrhunderts.

Von der Burg, die südöstlich von Dürnhausen auf einem Hügel thronte, sind heute nur noch wenige Mauerreste sichtbar. „Aber der Grundriss der Befestigungsanlage mit den Erdwällen ist noch deutlich zu erkennen“, so Mair. „Es muss eine recht imposante Anlage gewesen sein.“ Sie soll aus einer Vorburg sowie einer rund 30 Meter langen und 20 Meter breiten Hauptburg bestanden haben und von Menschen aus dem Geschlecht der Huosi bewohnt worden sein. Um 1085, so Mair, sei die Burg an deren Verwandtschaft, die Edelherren von Weilheim, übergegangen. Letztere hätten hier gelebt, bis die Burg irgendwann zwischen 1400 und 1700 zerstört oder aufgegeben wurde. Ihre Steine sollen die Bürger im benachbarten Sindelsdorf zum Bau ihrer Häuser verwendet haben.

Über eine hölzerne Kirche hat Dürnhausen vermutlich schon im 8. Jahrhundert verfügt. 1063 wurde sie laut Mair durch einen Steinbau ersetzt. „Dürnhausen hat das Glück, dass über die Einweihung der Kirche eine Urkunde existiert“, so Mair. Diese liege im Hauptstaatsarchiv in München. „Neue wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen, dass das Langhaus der heutigen Kirche noch dem Original der damals eingeweihten Kirche entspricht.“ Angesichts dieser Tatsache sei man in Dürnhausen sehr stolz auf seine Kirche. 1249, so Mair, sei die bis dahin selbstständige Pfarrei von Heinrich von Weilheim an das Chorherrenstift Habach übergeben worden. Mair hat auch in einem Werk von Dekan Franz Sales Gailler aus dem Jahr 1756 geblättert. „Er beschreibt Dürnhausen als ein ,nicht zu verachtendes Dorf’“, so Mair. Etwa 140 Einwohner habe es Mitte des 18. Jahrhunderts gehabt, von denen viele Landwirtschaft und Milchviehwirtschaft betrieben hätten. Bis um 1900 habe sich an dieser Bevölkerungszahl kaum etwas geändert.

Heute zählt man etwa 250 Einwohner, schätzt Mair. „Das Dorf ist recht klein und kompakt geblieben.“ Und daran möchten die Dürnhausener auch die nächsten 1250 Jahre nichts ändern.

Fest und Festschrift

Wegen der Corona-Pandemie wurden die Veröffentlichung der Festschrift und das Jubiläumsfest auf nächstes Jahr verschoben. Das mehrtägige Fest ist geplant vom 23. bis 25. Juli 2021.

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