Das „Gugel-Haus“ in Dürnhausen: Die „FortSchritt“-Stiftung aus Starnberg möchte hier ein inklusives Gästehaus, einen Café- und Cateringbetrieb sowie eine Bildungsstätte schaffen.
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Das „Gugel-Haus“ in Dürnhausen: Die „FortSchritt“-Stiftung aus Starnberg möchte hier ein inklusives Gästehaus, einen Café- und Cateringbetrieb sowie eine Bildungsstätte schaffen.

Inklusives Gästehaus soll entstehen

Dürnhausen: Neues Leben im alten Gugel-Haus

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Schon vor Jahren hat die „FortSchritt“-Stiftung aus Starnberg das so genannte Gugel-Haus im Habacher Ortsteil Dürnhausen gestiftet bekommen. Hier soll ein Ort entstehen, wo sich behinderte und nicht-behinderte Menschen begegnen und weiterbilden können. Nun werden diese Pläne konkreter.

Habach – Vieles an dem Projekt ist derzeit noch in der Schwebe. Das betont Verena Fahrion, bei der Stiftung zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, auf Nachfrage. Die Stiftung wurde 2003 von Peter Graf von Quadt zu Wykradt und Isny gegründet. Ihr Anliegen ist es, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit körperlicher und geistiger Behinderung ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Gebäude bereits 2009 gestiftet bekommen

Was die Pläne in Dürnhausen betrifft, so bestätigt Fahrion, dass ihre Stiftung das Gebäude im Dorfkern von Dürnhausen unweit der Kirche bereits im Jahre 2009 von den damaligen Eigentümern gestiftet bekommen habe – und zwar „mit dem Anliegen, dass es Kindern und jungen Erwachsenen mit Behinderung zu Gute kommen soll“, so Fahrion. Nachdem das Haus über einen längeren Zeitraum leer gestanden habe, würden die Pläne nun „wieder Fahrt aufnehmen“. Wie Fahrion sagt, soll das bestehende Haus saniert und „barrierearm“ umgebaut werden. Zusätzlich sei ein barrierefreier Neubau geplant. Konkrete Baupläne seien aber noch nicht fertig.

In der Vorstellung scheinen die Ideen indes schon recht konkret. Wie Fahrion erläutert, sollen in Alt- und Neubau drei Vorhaben realisiert werden: Ersten ein „inklusiv geführtes Gästehaus“ mit rund 30 Zimmern, in dem Menschen mit- und ohne Behinderung etwa ihren Urlaub verbringen sollen. Angedacht wäre auch, hier Feriencamps für behinderte Kinder anzubieten.

Zweitens schwebt der Stiftung der Aufbau eines Förder- und Bildungszentrums für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene vor. Auch diese Bildungseinrichtung solle Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen offen stehen, so Fahrion.

Arbeitsplätze für behinderte Menschen sollen geschaffen werden

Dritte Säule sei ein Café- und Cateringservice. Ein Inklusionsbetrieb, mit dem man für behinderte Menschen Arbeitsplätze auf dem so genannten ersten Arbeitsmarkt schaffen möchte, so Fahrion. Einen inklusiv geführten Catering-Betrieb gibt es ihres Wissens im Landkreis bisher noch nicht.

Was die Realisierung dieser drei Ideen kosten werde, stünde noch nicht fest. Eine Kostenschätzung – etwa für die Sanierung des Altbaus oder den Neubau – gäbe es noch keine. „Der finanzielle Rahmen ist aufgrund des Planungsstands schwer zu beziffern, auf jeden Fall wird es sich um eine siebenstellige Zahl handeln“, so Fahrion. In jedem Fall werde ihre Stiftung auf finanzielle Unterstützung angewiesen sein. Bisher habe die Aktion Mensch 20 000 Euro gespendet und der Lions-Club Starnberger See 3100 Euro.

Fahrion hofft, dass im Gästehaus und in der Bildungseinrichtung einmal Menschen aus ganz Deutschland und vielleicht sogar aus dem Ausland ihre Ferien verbringen oder sich weiterbilden werden – Behinderte ebenso wie Nicht-Behinderte. Von der Lage her sei Dürnhausen ideal für so ein Projekt, betont Fahrion. Unweit der Autobahn gelegen, in einer wunderschönen Landschaft und in relativer Nähe zu München.

Weder Baupläne fertig, noch Bauantrag eingereicht

Und wann können die ersten Gäste anreisen? „Bis zum Beginn der notwendigen Bau und Umbauarbeiten werde „es sich wohl noch ein Jahr hinziehen“, schätzt Fahrion. Noch seien weder die Baupläne fertig, noch ein Bauantrag eingereicht. Fahrion betont, dass die derzeitgen Pläne nur „Ideen und Wünsche“ seien, an denen sich auch noch einiges ändern könne. Derzeit laufe eine Machbarkeitsstudie. In jedem Fall solle die Bevölkerung von Dürnhausen aber „mitgenommen werden“ bei dem Vorhaben.

Bei der Gemeinde weiß man bereits von den Plänen, aus dem Gebäude einen Ort der Inklusion zu machen. Wie Bürgermeister Michael Strobl auf Nachfrage sagt, habe bisher eine nicht vorhandene Zufahrt zum Grundstück das Projekt ausgebremst. „Es ist wichtig, dass das jetzt geregelt ist“, so Strobl. Es gelte allerdings noch andere wichtige Punkte zu klären; etwa die Stellplatzsituation. Grundsätzlich, so der Bürgermeister, stünde seine Kommune dem Vorhaben der Stiftung aber aufgeschlossen gegenüber.

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