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Auf circa 200 Meter Länge (blaue Linie) wird der Achgraben bei der Obermühle ökologisch ausgebaut.

Ausbau des Achgrabens

Habach startet mit Hochwasser-Schutz

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Der Hochwasserschutz in Habach geht in seine erste Bauphase: Die Arbeiten am Achgraben sind vergeben.

Habach – Der Gemeinderat hat die Arbeiten für die ökologische Verbauung des Achgrabens an der Obermühle vergeben. Einstimmig erhielt das günstigste Angebot einer Lenggrieser Baufirma über 405.400 Euro den Zuschlag. Zum Ausbau des Lothdorfer Bachs, auch Achgraben genannt, gehören auf circa 200 Meter Länge die Freilegung des Bachlaufs sowie der Einbau von steinernen Rampen. Zudem ist eine Fischaufstiegshilfe vorgesehen. Mit den Arbeiten soll der Bereich beim „Village“ vor Überflutung geschützt werden. Die Kommune muss nicht alles stemmen: Bereits seit 2016 liegt eine Förderzusage der Regierung von Oberbayern für 75 Prozent der förderfähigen Kosten vor, Habach muss jedoch in Vorleistung gehen.

Die Arbeiten sollen nach der Auftragsvergabe starten. Der Zeitplan ist eng getaktet: In der Ausschreibung wurde als Bauende der 31. Juli festgesetzt. Ansonsten droht eine Vertragsstrafe, so Bürgermeister Michael Strobl. Allerdings gibt es ein logistisches Problem: Ausgerechnet Ende Juli will laut Strobl das „Village“ sein 30-Jähriges feiern – und die Zufahrt zur Obermühle dient auch als Baustraße. Deren Zustand ist Sache der Gemeinde. Aus diesem Grund mahnte Gernot Mrotzek eine strenge Aufsicht und regelmäßige Anwesenheit des Bauleiters vor Ort an, um späteren Problemen vorzubeugen. „Und nicht, wenn es zu spät ist“, mahnte Mrotzek. Er erhielt Zustimmung im Rat: Laut Strobl kümmert sich die Gemeinde möglichst um einen heimischen Betrieb, der die Beweissicherung an der Zufahrt dokumentiert.

Der Achgraben ist neben der Ertüchtigung des Habacher Weihers als Rückhaltebecken der größte Brocken im Hochwasserschutz-Konzept der Gemeinde. Der Weiher stößt als Regenauffangbecken an seine Grenzen und soll im Dammbereich verstärkt werden. Derzeit läuft die Vorplanung das Pollinger Ingenieurbüros Kokai, dieses hatte dafür einen 79.000-Euro-Auftrag erhalten. Der Planentwurf muss vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim abgesegnet werden und liegt laut Strobl im Amt vor. Habachs Rathauschef wartet allerdings noch auf einen Termin, um die Entwürfe vorzustellen, wie er in der jüngsten Gemeinderatssitzung mitteilte. Die Behörde fordere spätestens bis zum Sommer eine endgültige Planung. Eines hat das Wasserwirtschaftsamt aber bereits klar gemacht: Der Weiherdamm ist von Bäumen und Sträuchern freizuhalten, um ihn vor allem bei Unwettern zu schützen, wie Strobl sagte. „Er könnte sonst instabil werden.“ Wie hoch letztendlich die Kosten für die Gemeinde werden, ist noch unklar. Das hängt auch von den Ergebnissen des Gesprächs im Wasserwirtschaftsamt ab.

Beide Projekte sind Teil eines umfassenden Hochwasserschutzes für Habach. Wegen seiner ungünstigen geografischen Lage in einer Senke droht der Hauptort bei extremen Niederschlägen von den umliegenden Hängen aus vollzulaufen. Die Gemeinde hatte sich ein Konzept vom Neusäßer Büro Steinbacher Consult für rund 52.000 Euro (39.000 Euro Förderung) ausarbeiten lassen. Neben Weiher und Achgraben gehören dazu Flutgräben an den Ortsrändern sowie der Schutz von Einzelobjekten. Bürgermeister Strobl bezeichnet die Umsetzung als dringend notwendig, was auch der Tenor im Gemeinderat ist. Allerdings wird wohl bei geschätzten Gesamtkosten von mehr als fünf Millionen Euro nicht alles auf einmal erledigt.

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