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23 Jahre lang war Rolf Lissel Organist in der St. Ulrich-Kirche in Habach. 

Chorleiter und Organist Rolf Lissel hört auf

Abschied nach 23 Jahren: Der Mann der Messe

23 Jahre war Rolf Lissel Chorleiter und Organist der Habacher St. Ulrich Kirche. Im Gottesdienst am 31. Dezember saß der 72-Jährige, unter dessen Leitung der Habacher Kirchenchor zu einem sehr geschätzten Kirchenchor in der Region geworden ist, zum letzten Mal dort an der Orgel.

Habach – Klassische Musik liebt Rolf Lissel, so lange er denken kann. „Schon als kleiner Bub musste ich immer heulen, wenn ich sie gehört habe“, erinnert er sich. Der gebürtige Penzberger lernte schon als junger Mann das Spiel an der Königin der Instrumente, und noch vor seinem Abitur spielte er in der Steigenberger Kirche die Orgel. Da sei er etwa 15 Jahre alt gewesen, erinnert er sich.

Doch trotz seiner Leidenschaft für Kirchenmusik absolvierte Lissel ein Lehramtsstudium. „Aber während meines Studiums war ich in einer Pfarrei in Pasing als Organist tätig.“ Auf das Studium folgten Lehrer-Tätigkeiten an verschiedenen Schulen und auch verschiedene Weiterbildungen im Bereich Gesang, bevor Lissel 1996 zurück in seine Heimat zog.

Er wurde Schulleiter zunächst in Großweil, später in Geretsried und begann seine Tätigkeit als Chorleiter und Organist in Habach. „Meine Lehrerin aus Jugendzeiten hat als Chorleiterin aufgehört“, erklärt Lissel. 23 Jahre lang probte er rund einmal wöchentlich mit dem Habacher Chor.

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Er schätzt seine Sängerinnen und Sänger sehr, denn: „Die Stimmen in Habach sind so natürlich.“ Damit diese Stimmen auch voll zur Geltung kommen, hat Lissel in den vergangenen Jahren immer wieder Messen passend zu seinem Chor umgeschrieben, denn er findet: „Ein Chor ist ein Evangelist mit Tönen.“

Wichtiger als Professionalität sei ihm in all den Jahren jedoch vor allem gewesen, dass „der Chor die Menschen im Gottesdienst mit Musik berührt“. Dabei ist Lissel recht stolz auf seinen Habacher Kirchenchor. „Der Chor ist extrem engagiert“, lobt er. Seine derzeit 24 Mitglieder investierten viel Zeit in die Bildung ihrer Stimmen.

Außer aus Habach kommen die Sänger unter anderem aus Penzberg oder Antdorf. Über 50 Mal habe er sich allein in diesem Jahr zu Proben mit dem Chor getroffen. An hohen Festtagen sei der Chor um ein kleines Orchester bereichert worden.

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Gemeinsam habe man mitunter „ein ganz außergewöhnliches Repertoire“ zu Gehör gebracht. Zusätzlich zu seiner Arbeit als Chorleiter saß Lissel in den vergangenen 23 Jahren nahezu jeden Sonntag an der Orgel oben auf der Empore. Und natürlich war er jedes Weihnachts- und jedes Osterfest und bei jeder Pfingstmesse in den vergangenen Jahren als Organist und Chorleiter tätig.

Mitunter sei er zu hohen Kirchenfesten ab dem frühesten Morgen in der Kirche gewesen, um ein letztes Mal an Tönen und Noten zu feilen. Leicht fällt Lissel, der sich selbst als sehr gläubig beschreibt, sein Abschied von der Habacher Kirche und ihren Gläubigen nicht.

Da er und seine Frau jedoch vor einiger Zeit nach Bad Kohlgrub gezogen sind, möchte er dort die Kirchenmusikstelle übernehmen, denn: „ich möchte in dem Ort ankommen“. Das gelinge nur, wenn man sich dort engagiere, wo man lebe, findet er.

An Silvester hörte man Lissel – der in den letzten sieben Jahren zusätzlich auch als Chorleiter und Organist im Pfarrverband Sindelsdorf tätig war – ein letztes Mal als Organist eine Messe in St. Ulrich begleiten. Eine neue Chorleiterin sei bereits gefunden. Der neue Organist werde aus Peißenberg kommen, berichtet er weiter.

VON FRANZISKA SELIGER

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