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In Habach ist die Bankfiliale im Rathaus.

Bank schließt Filialen

Habach und Antdorf: Gespräch über Geldautomaten

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Wie geht es in Habach und Antdorf weiter nach der Bankschließung? Die Bürger fordern wenigstens einen Geldautomaten. Darüber will die VR-Bank jetzt reden.

Habach – Die VR-Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg möchte in Habach und Antdorf noch heuer eine Lösung für den Betrieb eines Geldautomaten samt Kontoauszugsdrucker finden. Wie berichtet, will das Geldinstitut seine beiden Filialen zum Januar 2018 schließen. Dagegen hat sich Protest bei den Bürgermeistern und in der Bevölkerung geregt.

Im Habacher Gemeinderat waren am Donnerstagabend die Bankpläne ein Thema. Die große Frage lautet: Bleibt wenigstens der Geldautomat im Ort? Der heimische Dorfladen kommt dafür eher nicht in Betracht, teilte Bürgermeister Michael Strobl mit – der Bargeldverkehr sei aus Sicherheitsgründen keine Option. Im Gespräch ist der Standort in der Verwaltung an der Hofmark. Das Gebäude, das das Rathaus und die VG-Verwaltung beherbergt, gehört der Gemeinde. Die Bank hat für die Räume im Erdgeschoss noch einen Mietvertrag bis zum 30. Juni 2022. Michael Strobl glaubt, dass sich ein Automat im Dorf rentiert.

Der Rathauschef („Die Enttäuschung ist riesengroß. Ich hätte nie gedacht, dass die Bank aufhört“) berichtete zudem über den Infoabend der VR-Banker am Dienstagabend im Trödler. Rund 80 Interessierte hörten sich an diesem Abend die Ausführungen unter anderem von Vorstandsmitglied Franz Wenisch an. Die Veranstaltung hatte die Bank organisiert, die Presse war nicht eingeladen. Die Banker hatten bei der Begründung der Filialschließung einen schweren Stand, wie im Nachhinein in der Gemeinderatssitzung zu vernehmen war. „Eine angespannte Situation war es schon“, bestätigte gestern Banksprecher Johann Oberhofer auf Nachfrage.

Vorgetragen wurden die bekannten Argumente. Wie berichtet, erklärt das Geldinstitut das Aus seiner beiden Standorte mit wirtschaftlichen Gründen, der Betrieb würde sich wegen der geringen Frequenz nicht mehr rentieren. Gleichzeitig wird auf den ausgebauten Service der telefonischen Kundenbetreuung in Weßling und den persönlichen Kontakt im Kundenzentrum in Iffeldorf verwiesen.

In der Sitzung übten einige Räte Kritik am Auftreten und den Vorträgen der Bankvertreter am Dienstagabend. Diese seien schlecht vorbereitet gewesen, so Klaus Radiske. Gemeinderat Bernhard Klose strebt nach eigenen Angaben für kommende Woche einen Gesprächstermin mit dem Bankvorstand an. Näheres wollte Klose, der einer von zwei Mitgliedervertretern der VR-Bank für den Bereich Habach ist, in der öffentlichen Sitzung allerdings nicht sagen. Er wolle darüber auch nichts in der Zeitung lesen.

Bei der Bank ist man auskunftsfreudiger. Den Vorschlag, einen Geldautomaten im Rathaus aufzustellen, „haben wir aufgenommen“, sagt Sprecher Oberhofer. Wichtig sei jedoch: „Die Frequenz am Automaten muss erhöht werden.“ Ein Terminvorschlag für ein Gespräch liege vor, darüber werde jetzt gesprochen. Neben den Mitgliedervertretern will die Bank auch Rathauschef Michael Strobl und seinen Antdorfer Amtskollegen Klaus Kostalek dazu bitten. Auch in Antdorf ist nach der Filialschließung ein Geldautomat in der Verwaltung im Gespräch. Die VR-Bank will das Thema so schnell wie möglich angehen: Noch im Dezember wolle man ein Ergebnis haben, so Sprecher Johann Oberhofer.

Am 10. November hatten Antdorfer Bürger bei einer Infoveranstaltung gegen die Bankschließung protestiert. Sie übergaben 356 Unterschriften an Vorstand Josef Pölt. Bislang haben sie keine Antwort erhalten, teilten die Initiatorinnen Carolin Daser und Julia Wolff mit. In einer E-Mail fordern sie Banker Pölt auf, „wenigstens einen Geldautomaten in Antdorf zu belassen“.

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