Die Antdorfer Straße von Habach nach Antdorf könnte im Zuge des Baus der Umgehungsstraße zurückgebaut werden. Dafür sprach sich nun auch der Habacher Gemeinderat mehrheitlich aus.
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Die Antdorfer Straße von Habach nach Antdorf könnte im Zuge des Baus der Umgehungsstraße zurückgebaut werden. Dafür sprach sich nun auch der Habacher Gemeinderat mehrheitlich aus.

Gegen hohe Verkehrsbelastung

Habach will Ortseinfahrten schließen

  • Franziska Seliger
    VonFranziska Seliger
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Mit dem Bau einer rund 350 Meter langen Querverbindung soll die enorme Verkehrsbelastung für den Habacher Ortsteils Dürnhausen reduziert werden. In Habach könnte in diesem Zuge die östliche Ortseinfahrt geschlossen werden. Und auch in Dürnhausen könnten Zufahrten zurückgebaut werden. Der Gemeinderat hat sich zu diesen Plänen nun klar positioniert.

Habach – Ende Juli hatte Andreas Lenker vom Staatlichen Bauamt in Weilheim den Habacher Gemeinderäten die aktuelle Planung seiner Behörde zum Bau der Querverbindung vom Habacher Kreisverkehr nordwärts Richtung Antdorfer Straße vorgestellt (wir haben berichtet).

Sie sieht neben dem Bau eines etwa drei Meter hohen Lärmschutzwalls entlang der neuen Trasse die Schließung der Habacher Ortseinfahrt aus Richtung Antdorf kommend vor. Wie der Habacher Bürgermeister Michael Strobl in der jüngsten Gemeinderatssitzung erläuterte, begründe die Baubehörde die Schließung dieses Bereich der Antdorfer Straße mit der erhöhten Unfallgefahr, die sich an der Einmündung dieser Ortseinfahrt in die neue Umgehungsstraße ergeben würde. Da auf der neuen Trasse Tempo hundert erlaubt sein solle und sie an der Einmündung in die Antdorfer Straße zudem eine starke Rechtskurve machen werde, würde das Linksabbiegen für Verkehrsteilnehmer aus Richtung des Kreisverkehrs in den Ort zu gefährlich da zu uneinsichtig, rekapitulierte Strobl. Nun gelte es, dem Staatlichen Bauamt mitzuteilen, was die Gemeinde von diesen Plänen halte.

Dass das bei ihm selbst nicht viel war, damit hielt Strobl nicht hinter dem Berg. „Ich würde die Straße gerne erhalten“, betonte er und verwies vor allem auf die Landwirte aus Richtung Antdorf, die zum bewirtschaften ihrer Grundstücke in Habach sonst einen Umweg von etwa zwei Kilometern in Kauf nehmen müssten.

Bichl als Beispiel angeführt

Doch bis auf Klaus Sonner teilte keiner der Ratsmitglieder Strobls Ansicht. Sie alle fürchten, dass Auto- und Motorradfahrer auch nach dem Bau der Quertrasse weiter durch Habach fahren würden, um Richtung Iffeldorf oder Obersöchering zu fahren – einfach weil es kürzer sei, als die neue Quertrasse zur B 472 zu nutzen. Und auch Ortsunkundige würden von ihrem Navi weiterhin durch den Ort geleitet, wenn die Zufahrt bestehen bleibe.

Georg Greinwald erinnerte zudem daran, dass der geplante Lärmschutzwall eine Lücke bekommen müsste, würde die Antdorfer Straße erhalten bleiben.

„Für das Dorf eine historische Chance“

Dass es allein mit einer Umgehung nicht gelinge, den Verkehr um den Ort herumzuleiten, sehe man doch am Beispiel Bichl, warnte Josef Spensberger. Michael Leiß jun. befürchtet außerdem, dass die Einmündung von der neuen Trasse auf die Antdorfer Straße nach Habach wegen dem hohen Lärmschutzwall zu einem Unfallschwerpunkt werden könnte. Die Straße wäre dadurch nur schwer einsehbar.

Gefährlich werde diese Ecke vor allem für langsame Verkehrsteilnehmer wie Radler, warnte auch Christian Baumgärtel.

Bürgermeister Strobl hielt dagegen: Wenn die Ortsdurchfahrt von Habach durch den Bau der neuen Trasse von einer Staatsstraße in eine Gemeindestraße umgewidmet werde, dann sei das „für das Dorf eine historische Chance“ die Verkehrssituation im Dorf zu beruhigen. Dann könne man beispielsweise Tempo 30 innerorts einführen und Barrieren aufstellen, die die Durchfahrt unattraktiv machen würden. Außerdem erinnerte er daran, dass diverse Leitungen unter der Antdorfer Straße verlegt seien. Deshalb könne man zwar die Teerdecke im Falle eines Rückbaus entfernen, an den Höhen dürfe aber nichts verändert werden.

Durchsetzen konnte sich der Bürgermeister mit seiner Ansicht am Ende nicht. Mit drei Gegenstimmen sprach sich das Gremium dafür aus, im Zuge des Baus der neuen Querverbindung die Zufahrt von der Antdorfer Straße nach Habach zu schließen.

Behörde muss Lösung vorbringen

Und was passiert nach dem Bau der Querverbindung mit den drei Zufahrten nach Dürnhausen? „Sie könnten wir theoretisch alle drei zu machen“, sagte Strobl. Ziel müsse es sein, den täglichen Durchfahrtsverkehr Richtung Antdorf über die neue Trasse umzuleiten und so eine Verkehrsberuhigung für die lärmgeplagten Dürnhauser zu erreichen.

Schnell waren sich die Räte einig, dass es das Beste wäre, die östliche Zufahrt aus Richtung Sindelsdorfer Kieswerk zu einem reinen Wirtschaftsweg für die Landwirte zurückzubauen.

Doch auch in der Abzweigung von der B 472 nach Dürnhausen sehen die Räte ein Problem. Hier müsse sich das Staatliche Bauamt eine Lösung überlegen, forderte Strobl. Denn das Abbiegen auf die und von der Bundesstraße sei riskant. Zudem sei die vorhandene Unterführung viel zu schmal und zu niedrig für die landwirtschaftlichen Fahrzeuge.

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