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Der Chor sang in der Kirche St. Ulrich vor dem Hochaltar und der Beweinungsgruppe.

Grabmusik in Habach

Romantik und Rokoko am Hochaltar

In der Habacher Pfarrkirche St. Ulrich erklang Grabmusik. Kirchenchor und Orchester schufen eine beeindruckende Atmosphäre.

HabachEs ist überliefert, dass die Habacher Augustiner-Chorherren bis zur Säkularisation an jedem Karfreitag am Hochalter ihrer Stiftskirche vor der Beweinungsgruppe von Bartholomäus Steinle eine Grabmusik aufführten. Diese Tradition hat vor 15 Jahren der Habacher Kirchenchor unter seinem Leiter Rolf Lissel wieder aufgegriffen. Für die Grabmusik in diesem Jahr wählte Lissel Werke von Josef Rheinberger (1839–1901) und Antonio Rosetti (1750–1792) aus.

Der gebürtige Liechtensteiner Rheinberger lebte seit seinem 12. Lebensjahr in München, wo er Professor für Orgel und Komposition an der Münchner Musikschule und seit 1877 Hofkapellmeister des bayerischen Königs war. Der Kontrabassist, Chorleiter und Komponist Franz Anton Rössler, der sich Antonio Rosetti nannte, wurde 1750 in Nordböhmen geboren und starb 1792 in Ludwigslust/Mecklenburg.

Die Grabmusik wurde zur Einstimmung traditionell mit dem Lied „Schau hin nach Golgatha“ von Friedrich Silcher (1789-1860) eröffnet. Es folgte das „Stabat Mater g-moll op. 138“ von Josef Rheinberger. Es ist dies das kleinere der beiden gleichnamigen Werke. Er schrieb es aus Dankbarkeit für die Heilung von einer Handentzündung. Entsprechend klingt es, nur von Streichern begleitet, sehr innig und demütig. Bei dem folgenden „Requiem in Es-Dur“ von Antonio Rosetti wirkten neben dem vollen Orchester auch Solisten mit: Elsa Kodeda (Sopran), Christine Rohsmann (Alt), Marcel Görg (Tenor) und Tobias Pfülb (Bass). Mit einfachen Harmoniefolgen erzielt Rosetti große Wirkung. Zum Abschluss sang der Chor Rheinbergers Abendlied: „Bleib bei uns, denn es will Abend werden.“

Der Habacher Kirchenchor – einschließlich Aushilfen knapp 30 Sänger – sang durchweg sicher und sauber. Kleine Intonationsschwächen wurden schnell ausgeglichen und fielen kaum auf. Auch das ein Beweis für die ausgezeichnete Schulungsarbeit durch Rolf Lissel. Das Orchester spielte engagiert, die Solisten fügten sich nahtlos ein. Das Publikum in der voll besetzten Habacher Stiftskirche St. Ulrich verharrte in andächtiger Stille und dankte dann den Mitwirkenden mit anhaltendem Beifall.

Bernhard Küstner

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