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Pilotprojekt gegen akuten Personalmangel der Kirche: Angelika Feistl wird Dekanatsreferentin

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Von: Franziska Seliger

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Räumt ihren Schreibtisch im Habacher Pfarrbüro: Die bisherige Gemeindereferentin Angelika Feistl wird im Rahmen eines Pilotprojekts Dekanatsreferentin mit Büro in Peißenberg.
Räumt ihren Schreibtisch im Habacher Pfarrbüro: Die bisherige Gemeindereferentin Angelika Feistl wird im Rahmen eines Pilotprojekts Dekanatsreferentin mit Büro in Peißenberg. Foto: Seliger © Seliger

Als Gemeindereferentin war Angelika Feistl in der Pfarreiengemeinschaft Habach die rechte Hand von Pfarrer P. Nikolaj Dorner. Im September übernimmt sie nun die Stelle der Dekanatsreferentin im Dekanat Weilheim-Schongau – ein Pilotprojekt, mit dem die Diözese versucht, den akuten Personalmangel abzufedern.

Habach – Die Kinderkirche organisieren, Angebote für Familien ausarbeiten oder die Erstkommunion vorbereiten: Das sind nur drei der Aufgaben, die Angelika Feistl als Gemeindereferentin der Pfarreiengemeinschaft Habach, zu der die vier Pfarreien Habach, Sindelsdorf, Obersöchering und Antdorf gehören, zuständig war. Als einzige festangestellte Mitarbeiterin, erzählt die 37-Jährige, sei sie im Pfarrbüro von Habach in den vergangenen zwei Jahren wichtige Ansprechpartnerin für Pfarrer P. Nikolaj Dorner und die ehrenamtlichen Mitarbeiter gewesen. „Ich war sehr gerne hier“, betont die Mutter zweier Kinder (zwei und sieben Jahre). „Es gibt hier viele tolle und engagierte Ehrenamtliche.“

Trotzdem freue sie sich natürlich auf ihre neue berufliche Aufgabe, sagt Feistl, die in Eichstätt Religionspädagogik studiert hat. „Ich finde es spannend, etwas Neues auszuprobieren.“ Bei der Stelle der Dekanatsreferentin im Dekanat Weilheim-Schongau handele es sich um ein Pilotprojekt der Diözese Augsburg. Es laufe bereits seit rund einem Jahr unter anderem im Dekanat Landsberg und werde nun also auch im Dekanat Weilheim-Schongau umgesetzt. Übrigens: Habach gehört zum Dekanat Benediktbeuern.

In vielen Pfarreien ist die Stelle des Gemeindereferenten unbesetzt

„Es ist ein Versuch, andere Wege zu gehen“, erklärt Feistl. Mit der neu geschaffenen Stelle der Dekanatsreferentin versuche die Diözese, auf den akuten Personalmangel zu reagieren. Denn in zahlreichen Pfarreien seien derzeit Stellen als Gemeindereferent oder -referentin unbesetzt. Und dieser Mangel werde sich noch verschärfen, wenn in rund zehn Jahren viele der jetzt noch berufstätigen Gemeindereferenten in Ruhestand gehen, glaubt Feistl.

Ihre Aufgaben als Dekanatsreferentin werden dabei ähnlich bleiben wie die einer Gemeindereferentin. Nur dass sie nicht mehr für eine Pfarreiengemeinschaft, sondern für das gesamte Dekanat Weilheim-Schongau mit seinen acht Pfarreiengemeinschaften und 30 Pfarreien mit insgesamt über 50 300 Katholiken (Stand 2018) zuständig sein werde – vor allem für die Pfarreien und -gemeinschaften, die schon jetzt keinen hauptamtlichen Mitarbeiter mehr haben, beispielsweise in Huglfing, Pähl oder Schongau. Vor allem für diese Pfarreien werde sie als Dekanatsreferentin Ansprechpartnerin sein und die Ehrenamtlichen vor Ort je nach ihrem individuellen Bedarf unterstützen – beispielsweise bei der Jugend- und Ministrantenarbeit oder auch beim Organisieren von Familiengottesdiensten.

Feistls neues Büro ist in Peißenberg

Wo den einzelnen Pfarreien im Dekanat genau der Schuh drückt, sie also Unterstützung brauchen, wird Feistl ab September in Gesprächen mit den Verantwortlichen vor Ort erfragen. Dann wird sie auch ihr neues Büro bei Dekan Georg Fetsch in Peißenberg beziehen.

Ihren Schreibtisch im Habacher Pfarrbüro wird Feistl, die mit ihrer Familie in Oberhausen lebt, aber schon im August räumen und noch ein bisschen Urlaub machen, bevor sie ihre neue Stelle antritt. Für sie als Mutter zweier noch recht kleiner Kinder, sei die neue Aufgabe ideal, so Feistl. Denn die Arbeitszeiten seien recht flexibel.

Stelle in Habach bleibt vermutlich unbesetzt

Die Stelle der Gemeindereferentin in der Pfarreiengemeinschaft Habach werde nach ihrem Weggang vermutlich unbesetzt bleiben, bedauert Feistl. Ein Nachfolger sei nicht in Sicht. Ihre Stelle als Dekanatsreferentin ist übrigens nicht befristet. Da überall Gemeindereferenten fehlen, werden die Stellen der Dekanatsreferenten im Laufe der Zeit wahrscheinlich immer mehr werden.

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